Vorwort
Als die „Abhandlungen zur Saarpfälzischen Landes- und Volks—
forschung“ im März 1937 zum ersten Male in einem mittelstarken
Jahresband erschienen, war es die leitende Absicht der Herausgeber,
damit dem Gau Saarpfalz ein zusammenfassendes wissenschaftliches
Veröffentlichungsorgan zu schaffen, das bisher, trotz des im übrigen
gut ausgebauten Zeitschriftenwesens, nicht vorhanden war. Die
„Abhandlungen“ sollten, wie das Vorwort des vorjährigen Bandes
besagte, all das aufnehmen, was in den bestehenden Zeitschriften
nicht unterzubringen, aber an sich wissenschaftlich so wertvoll war,
daß es unbedingt veröffentlicht werden mußte. Inzwischen wurde
die Notwendigkeit zur Schaffung eines solchen Organs, nicht zuletzt
im Hinblick auf den gelungenen ersten Versuch, von allen Seiten
anerkannt.
Daraus ergab sich aber für die Herausgeber die Verpflichtung, die
„Abhandlungen“ nach Möglichkeit noch weiter auszubauen. Das ließ
sich jedoch nur erreichen durch Einsparung an anderer Stelle, sodaß
die bisherige Beilage zur Monatsschrift „Westmark“, „Voͤlkische
Wissenschaft“, zugunsten der „Abhandlungen“ aufgegeban werden
mußte.
Infolge der großen Fülle der eingegangenen Beiträge wird der
zweite Jahresband der „Abhandlungen“ im Gegensatz zu dem ersten
in Lieferungen erscheinen. Geplant sind in diesem Jahr drei Liefe—
rungen, in die die bisher selbständigen Veröffentlichungen „Mitteilungen
der Pollichia“ und „Jahrbuch des Vereins für Heimatkunde
im Kreise Merzig“ auf Grund besonderer Vereinbarungen mit
den genannten Vereinen einbezogen werden konnten. Da die drei
Lieferungen zusammen den Jahresband 1938 bilden, sind die Seiten
fortlaufend nummeriert. Der Besprechungsteil erscheint dement—
sprechend am Ende des Bandes in der letzten Lieferung.
Mit der Einstellung des Erscheinens der „Völkischen Wissenschaft“
ist für die Herausgeber der „Abhandlungen“ jedoch nicht nur die
Verpflichtung zu einer Vergrößerung des Umfangs, sondern die
Aufgabe möglichster Vertiefung und Gestaltgebung des stofflich Dar—
gebotenen verbunden. Es ist selbstverständlich, daß die program—
matische Forderung, die in dem Titel „Völkische Wissenschaft“ zum
Ausdruck kommt, auch für das neue Organ bestimmend sein muß.
Wenn trotzdem der Titel „Völkische Wissenschaft“ nicht beibehalten
wurde, so deshalb, weil die große Aufgabe der Gestaltgebung des
Wissens nach völkischen Notwendigkeiten niemals unmittelbar, sondern
nur durch die Vermittlung der Einzelforschung verwirklicht
werden kann. Die Beschränkung auf das Sachlich-Stoffliche, die der
nunmehr endgültigen Namengebung „Saarpfälzische Abhand—
lungen zur Landes- und Volksforschung“ zugrunde liegt, ist
daher ausschließlich von dem Willen bestimmt, aus dem Bereiche
bloß grundsätzlicher Erörterung zum konkreten Ansatz der Forschung
und damit zu wahrhaft gegenwartsbezogener und lebensvoller
„Völkischer Wissenschaft“ zu kommen.
Hermann Emrich