Full text : 2.1938 (0002)

sie beim Bau der Häuser und Wirtschaftsgebäude als Handlanger verwendet.
Baumaterial stellte der Staat kostenlos))y.
Im Sommer 1784 begann die Kameralbehörde mit dem Bau der Häuser
und mit der Bermessung der Äcker und Wiesen. Der Hauptteil der Kolonisten
wurde in St. Andrasch angesiedelt. Im Jahre 1770 waren dort 20 französische
Familien angesiedelt worden, die einen eigenen Schulmeister erhielten. Die
Wallachen wurden 1784 nach dem 6 km westlich liegenden Odony übersiedelt,
und an Stelle des wallachischen St. Andrasch ließ die Kameralverwaltung ein
regelmäßiges Straßendorf anlegen?). 50 Häuser waren noch vor Einbruch des
Winters 1784/85 hergestellt, 90o Häuser wurden 1785 erbaut und 1786 wurden
noch restliche 22 Häuser auf der nach der ersten Einteilung der Dorfflur übriggebliebenen
 Landfläche errichtet, die durch das Überland von Csernegyhaz er—
vpeitert werden konnte. Insgesamt umfaßte die neue Ansiedlung 101 Bauernhöfe.
Auch aus Klein-Betschkerekt wurden die Wallachen in die umliegenden
„Nationalisten“Oörfer übersiedelt. 536 deutsche Familien waren hier schon vor
dem Winter 1784/85 untergebracht, die restlichen 68 Familien erhielten 1785
hre Häuser und Wirtschaftsgebäudes). Zur Vergrößerung der Ackerflur wurde
das Berekover Überland der Landfläche von Klein-Betschkerek hinzugefügt).
Die erste Zeit nach der Ankunft im Banat forderte von den Kolonisten
große Opfer. Das ungewohnte Klima, die heißen Tage und die sehr kalten Nächte,
das Nachtlager auf dem nackten Boden, oder höchstens auf Streu und das unge—
unde Trinkwasser verursachten ein „hitziges Fieber“, das besonders die Kinder
dahinraffte. Zur Pflege der erkrankten Ansiedler hatte die Ansiedlungsbehörde
einen eigenen Arzt bestellt, dem die erforderlichen Medikamente zur Verfügung
gestellt wurden. Bis zur Errichtung einer eigenen Pfarrei in St. Andrasch und
Klein Betschkerek war der Pfarrer von NeuBeschenova zuständig.
Im allgemeinen wurde bei der Ansiedlung der Grundsatz beachtet, daß
Angehörige, Blutsverwandte und Stammesbrüder möglichst in ein und dem—
selben Ort untergebracht wurden. So treffen wir in den beiden Dörfern St.
Andrasch und Klein-Betschkerek Kolonisten, die fast ausschließlich aus der Saar⸗
pfalz stammen. Nachfolgende Übersicht gibt Aufschluß über die Herkunftsgebiete
der Einwanderer und anhand der folgenden Verzeichnisse kann über die Ab—
stammunagasorte und Namen der Kolonisten umfassender Aufschluß gegeben werden.

Zaarpfalz.
Rheinprovinz
dothringen.
Baden ..
puremburg.
Rheinhessen
Schlesien .
Hessen-Nassau
Bayern ..
Frankreich.
Sachsen ..
Württemberg
Belgien.
unbestimmt

Krein⸗Betschkerek
Familien Versonen

St. Andrasch
Familien Verionen

52114

229

——
31 5

V) Kgl. ungarisches Reichsarchiv in Budapest. Ungarisch-siebenbürgische Hofkanzlei
ö840 ex 1784.
2) Ungar.sieb. Hofkanzlei 15.026 ex 1784.
) Ungar.sieb. Hofkanzlei 6937 ex 1787.
            
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