Full text : 2.1938 (0002)

Sand erdolcht Kotzebueh.
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Ich bin (war) ein Jüngling jung von Zahren,
ich zählte kaum erst zwanzig Jahr,
muß mir das Schicksal, ja Schicksal widerfahren,
daß ich als Mörder stehen muß voran.
Ich soll den Kotzebue ermorden;
hat er mir je was leids getan?
O Schicksal, Schicksal, lindre meine Schmerzen!
Wer war an meinem Unglück Schuld daran?
Ich trat zum Kotzebue ins Zimmer,
den Brief gab ich ihm in die Hand,
den Dolch ergriff ich, damit stach ich ihn nieder
und alles schrie: O großer Mördersohn!
Dem Sand sein Herz war ihm gebrochen,
war voller Angst und voller Schmerz;
er kann sich selber, ja selber nicht mehr helfen.
drauf gab er sich zwei tiefe Stich ins Herz.
Man brachte ihn ins Hospitale,
weil er so schwer verwundet war.
Er ward kuriert durch die Herrn Ooktoren,
bekam die Medizin auf manche Art.
Man brachte mich ins Staatsgefängnis,
weil ich der große Mörder war.
Man legte mich in Ketten und in Bande,
weil ich vollführet jene große Tat.

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—

Es klopft ganz leise an der Türe.
SHerein! Was wollt ihr mit dem Sand?
„Erschrecke nicht, denn sieh, ich bin der Priester,
der dir dein Todesurteil anerkannt.“
Leb wohl, du edle teure Mutter,
leb wohl in stiller, sanfter Ruh!
Du drückt'st mich oftmals, ja oft an deinen Busen
und sprachit: Mein einzig lieber Sohn bist du.
Leb wohl, du edler teurer Vater,
leb wohl, leb wohl, auf Wiedersehn!
Dort droben in jener Welt, wo wir uns wiedersehn,
dort, hoffe ich, wirds besser uns ergehn.

*

4

) Vgl. J. Meier, Volksliedstudien. Straßburg 1917. S. 184 ff., wo weitere Literatur—
angaben.

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