Full text : 2.1938 (0002)

5. Kalten Winter han wir zu erwarten,
plötzlich war die Kälte groß.
Ach erfreuten sich Kosaken,
eilten auf Franzosen los,
treiben sie ins weite Felde,
müssen alle Hungers sterben
und erfrieren in dem Schnee,
ja für Frankreich großes Weh.
Wie ein mancher treuer Vater
hat seinen lieben Sohn im Feld!
Täglich tut er ihn erwarten —
er ist nicht mehr auf der Welt.
Es tut ihm so weh im Herzen,
macht ihm so viele große Schmerzen,
weil sein vielgeliebter Sohn
in Rußland im Schnee erfror.
Ein anderes Lied, das dem Gemeindediener Wessa in Klingenmünster noch
geläufig war, gibt eine oft derbe, aber von ehrlichem Zorn erfüllte Schilderung
der Gewalttaten, die sich die Franzosen in deutschen Landen erlaubten. und gibt
der Freude über die Niederlage in Rußland Ausdruck.
Die Franzosen in Oeutschland und Rußland 1812.
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77 —* * — 57 * — — — —⏑— — E——

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Als die Franzosen aus Frankreich kamen
und in Oeutschland ruckten ein,
da mußt man ihnen ja verschaffen
Schuh und Strümpf und auch Gamaschen
und die Hemder dutzendweis,
weil die ihren sein zerreißt.
Kamen sie zum Bauer ins Quartier:
Hundsfutt, schaff uns Wein und Bier!
Und was sie nicht können saufen,
lassen sie ins Wasser laufen,
traten oft das liebe Brot
mit den Füßen in den Kot.
Jetzt kommt die französische Freipartie,
die nahmen dem Bauern all ihr Vieh,
jie nehmen Kleider, Hemden und Ziechen,
lassen die Federn um sich fliegen,
nahmen alles mit mit sich,
sprachen: Das ist bon für mich.
) Bal. Erk-Böhme. II. Nr. 356; Jahrbuch f. Volksliedforsch. J. S. 62f.

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