Full text : 9.1933 (0009)

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Weisung, mit dem Corps der Generale Drouet d’'Erlon und
Reille, mit der Gardecavaleriedivision Lefebvre-Desnouettes
und mit dem Cavaleriecorps des Grafen Valmy (Kellermann der
Jüngere, siehe den Artikel) nach Quatrebras zu eilen und sich
jenseits dieses Ortes aufzustellen. Allein Ney erreichte mit der
Hauptmacht des linken Flügels am 15. Juni keineswegs Quatrebras.
 Am 16. lieferte er dem Herzoge von Wellington das
Treffen von Quatrebras und würde einen wichtigen Sieg haben
erfechten kännen, wenn er das Corps Drouet d'Erlon’s (vergleiche
 den Artikel) zur Verfügung gehabt hätte, welches diesen
Tag einen nutzlosen Spaziergang zwischen Quatrebras und
Ligny machte. In der Schlacht von Waterloo am 18. Juni um
zwei Uhr des Nachmittags erhielt Ney von Napoléon den Befehl,
das Feuer seiner Geschütze zu eräôfînen, La Haye Sainte zu
nehmen, hier eine Division aufzustellen, sich der Pachthôfe
vor dem linken Flügel der britischen Stellung zu ermächtigen,
um jede Verbindung zwischen Wellington un den Preussen
zu zerschneiden. Die Bewegung gelang nur zum Theile, La
Haye Sainte wurde genommen und Marschall Ney liess Napoléon
 um Unterstützung bitten, welcher die Cavalerie der Garde
und die Cürassierdivision Milhaud’s unter seine Befehle wies.
Von jetzt an, vier Uhr des Nachmittags, erfolgten jene beispiellesen
 Angriffe von 12.000 Mann Cavalerie gegen das Centrum
 der englischen Stellung, von denen die Welt erzählen
wird, so lange sie noch kriegerische Ereignisse der Beachtung
für werth hält. Würde Napoléon noch das Corps Mouton’s
von der Lobau und die ganze Gardeinfanterie zur Verfügung
gehabt haben, so hätte er die Schlacht gewgnnen, so sehr
waren Engländer erschüttert : aber das Corps Mouton’s hatte
ganz, die Gardeinfanterie zum grôsseren Theile gegen die
Preussen verwendet werden müssen, Um sieben Uhr Abends
führte Ney vier Bataillone der alten Garde zum letzten Angriffe ;
sein Pferd wurde erschossen, er ämpfte zu Fusse, führte mit
gezogenem Degen die Gardegrenadiere an, facht den Ver-2weiflungskampf,
 suchte den Tod, aber der Tod mied ihn, und
er wurde zuletzt vom Strome der Fliehenden mit fortgerissen.
Das Schicksal hatte dem edln Ney neidisch den ehrenvollen
Tod auf dem Schlachdfelde verweigert, nach der zweiten
Restauration suchten ihn, der sich verborgen hatte, die Polizei
und der Henker. Der schône türkische Säbel, den Napoléon
lhm bei seiner Vermählung geschenkt hatte, verricht ihn; er
wurde verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt, das sich
für incompetent erklärte. Sein Prozess vor der Pairskammer

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