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schliesslich auf den Gedanken verfiel, sich dieses süssbittere
Geschäft vom Halse zu schaffen. Es suchte den
Zehnt der drei gen. Dôrfer zu verkaufen. Man offerierte
denselben zunächst der Gräfin Karoline von Leiningen-Dagsburg
geborene Rheingräfin von Dhaun, wohnhaft in
ihrem Schoss zu Püttlingen. Die Verhandlungen führten
1779-1781 die Regierungsräte Schmidt u. Flourer, beide
in Harskirchen. Der vereinbarte Kaufpreis lautete auf
40.000 Livres frz. Geld. In letzter Stunde aber trat unerwartet
die Gräfin von ihrem Entschluss zurück. Sie entschuldigte
sich (16.9.1781) damit, dass der betreffende
Zehnt nicht ganz prozessfrei sei und überdies das Stift
und das Haus Nassau in Lothringen, wo es keine Güter
mehr hätte, die zum Verkauf nôtige Garantie nicht geben
kônne. Nach diesem Fehlschlag hat das Konsistorium
durch Vermittlung des Advokaten Baudesson den Zehnt
dem Metzer Bischof und nach dessen Ablehnung mehrerern
Klôstern, auch Laien, u. a. einem Herrn Gérard in
der Gegend von Finstingen, aber jedesmal ohne Erfolg
zum Verkauf angeboten. Auch die Gräfin von Forbach, bei
der man 21.3.1782 den gleichen Versuch unternahm,
ging nicht auf den Handel ein. Das Stift brauchte Geld.
Es hatte vor kurzem eine Schuld von 20.000 Gulden aufgenommen,
zur Anschaffung eines Hofguts zu Bliesransbach
und eines zu Dudweiler, sowie eine Mühle bei Ludweiler.
Mit dem Erlôs aus dem Lothr. Zehnt hätte es seine Schuld
abtragen kônnen. Die franzôsische Revolution nahm ihm
wohl bald den so oft feilgebotenen Zehnt ab. Ob mit oder
ohne Vergütung, habe ich bisher nicht erfahren kônnen.
(Bd. Lothringer Zehnt im Archiv des Stifts St. Arnual, Saarbrücken.)
J.
JOURA.