Full text: Der Bergmannsfreund (5)

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in der Uebereinstimmung dieser Theilung mit der im neuen 
Maaß⸗ und Gewichtssystem bestehenden 10-Theilung. 
Die wesentlichsten dieser Vortheile sind folgende: 
1) Eine Anzahl Pfennige verwandelt man in Mark und 
Pfg., indem man die beiden letzten Stellen abtrennt, 
Diese stellen die Pfennige, die übrige Zahl die Mark 
dar: 
16538 Pfennige — 165 Mark 38 Pfge. 
2) Eine Anzahl Mark verwandelt man in Pfg. durch 
Anhängen von zwei Nullen: 
271 Mark — 27100 Pfge. 
3) Eine Anzahl Mark und Pfg. verwandelt man in 
Pfge., indem man die Pfemigzahl der Markzahl an— 
hängt und fehlende Zehnerpfennige durch eine Null er⸗ 
Jänzt: 
4 Mark 56 Pfge. — 456 Pfge. 
26ß08 8 7— 2608 
) 1 Centimeter kostet so viel Pfennige, als 1 Meter 
Mark kostet. 
Kostet 1 Meter Seide 8 Mark, so kostet 1 Centi— 
meter 8 Pfennige. 
5) 1Quadrat⸗Decimeter kostet so viel Pfennige, als 1 
Quadrat⸗Meter Mark kostet. 
Kostet 1 Quadrat-Meter Blech 41 Mark, so kostet 
J Quadrat⸗Decimeter 412 Pfg. 
Ar kostet so viel Pfge, als 1Hektar Mark kostet. 
Biebt ein Hektar 144 Mark Pacht, so giebt 1 Ar 
144 Pfennige — 1 Mark 44 Pfge. 
7) 1Quadratmeter kostet so viel Pfennige, als 1 Ar 
Mark kostet. 
Zahlt man für 1 Ar Gartenland 236 Mark, so 
ostet 1 Ouadrat-Meter 286 Pfge. — 2 Mark 
36 Pfge. 
l Kubik-Decimeter kostet so viel Zehntel-Pfge., als 1 
Kubik-Meter Mark kostet; oder 1 Kubik-Decimeter 
sostet so viel Pfennige als 1 Kubikmeter Zehn⸗-Mark⸗ 
stücke kostet. Kostet 1 Kubik-Meter Holz 40 Mark, 
so kostet 1 Kubik-Decimeter 4 Pfennige. 
nssoer kostet so viel Pfge. als 1 Hektoliter Mark 
ostet. 
Zahlt man für den Hektoliter Bier 28 Mark, so 
kostet 1 Liter 28 Pfennige. 
10) F* kostet so viel Pfennige, als 1 Kilogramm Mark 
ostet. 
Kostet 1 Kilogramm Gewürz 8 Mark, so kostet 1 
Loth 8 Pfennige. 
1pfund kostet so viel Pfennige, als der Centner 
Mark kostet. 
Kostet der Ceutner einer Waare 82 Mark, so kostet 
das Pfund 832 Pfennige. 
12) 1 Kilogramm kostet doppelt so viel Pfennige, als der 
Tentner Mark kostet. 
Kostet der Centner 46 Mark, so kostet das Kilo⸗ 
gramm 2 mal 46 — 92 Pfennige. 
13) 1 Stück kostet so viel Pfennige, als das Hundert Mark 
und das Tausend Zehn-Markstücke kostet. 
Kostet das Hundert 15 Mark, so kostet das Stück 
158 Pfennige. — Kostet das Tausend Cigarren 60 
Mark, so kostet das Stück 6 Pfennige. 
14) 1 Prozent von 1 Mark ist 1 Pfennig; 1 Prozent 
von 70, Mark ist 70 Pfennige; 8 Prozent von 70 
Mark ist 8 mal 70 S 210 Pfennige. 
15) 1 Mark giebt zu 1 Prozent in einem Jahr 1 Pfen— 
nig Zinsen; 156 Mark geben zu J Prozent in einem 
Zahre 156 Pfennige: 166 Mark geben zu 2 VProzent 
in einem Jahre 2 mal 156 — 312 Pfennige; 156 
Mark geben zu 2 Prozent in 5 Jahren 5 mal 2 mal 
156 — 1560 Pfge. — 15 Mark 60 Pfennige. 
Die Sage vom Hirschgulden. 
VBon Wilhelm Hauff. 
(Schluß.) 
Wie sie aber über die Zugbrücke und in den Schloßhof 
iitten, da schaute ihr Bruder wohlbehalten und gesund zum 
Fenster heraus; jedoch Zorn und Unmuth sprühten aus 
einen Blicken. Die Brüder erschraken sehr, als sie ihn 
ahen, hielten ihn anfänglich für ein Gespenst und bekreuzten 
äch; als sie aber sahen, daß er noch Fleisch und Blut habe, 
rief Wolf: „Ei, so wollt' ich doch! Dummes Zeug, ich 
Jaubte, Du wärest gestorben.“ 
„Nun, aufgeschoben ist nicht aufgehoben,“ sagte der 
Kleine, der mit giftigen Blicken nach seinem Bruder hinauf 
chaute. 
Dieser aber sprach mit donnernder Stimme: „Von 
dieser Stunde an sind alle Bande der Verwandtschaft zwischen 
ans los und ledig. Ich habe Eure Freudenschüsse wohl 
vernommen; aber sehet zu, auch ich habe fünf Feldschlangen 
hier auf dem Hof stehen, und habe sie Euch zu Ehren scharf 
aden lassen. Machet, daß Ihr aus dem Bereich meiner 
Kugeln kommt, oder Ihr sollt erfahren, wie man auf Hirsch— 
berg schießt.“ Sie ließen es sich nicht zwei Mal sagen, 
denn sie sahen ihm an, wie ernst es ihm war; sie gaben 
also ihren Pferden die Sporen und hielten einen Weiltlauf 
den Berg hinunter, und ihr Bruder schoß eine Stückkugei 
zinter ihnen her, die über ihren Köpfen wegsauste, daß fie 
Beide zugleich eine tiefe und höfliche Verbeugung machten; 
er wollte sie aber nur schrecken und nicht verwunden. „Wa— 
cum hast Du denn geschossen?“ fragte der kleine Schalk 
inmuthig. „Du Thor, ich schoß nur, weil ich Dich hörte.“ 
„Im Gegentheil, frag nur die Mutter!“ erwiderte 
Wolf. „Du warst es, der zuerst schoß, und Du hast diese 
Schande über uns gebracht, kleiner Dachs.“ 
Der Kleine blieb ihm keinen Ehrentitel schuldig, und 
als sie am Fischteich angekommen waren, gaben sie sich 
gegenseitig noch die vom alten Wetter von Zollern geerb⸗ 
sen Flüche zum Besten und trennten sich in Haß und 
Unlust. 
Tags darauf aber machte Cuno sein Testament, und 
Frau Feldheimerin sagte zum Pater: „Ich wollte Was 
wvetten, er hat keinen guten Brief für die Schützen geschrieben.“ 
Aber so neugierig sie war, und so oft sie in ihren Liebling 
drang, er sagte ihr nicht, was im Testament stehe, und sie 
erfuhr es auch nimmer, denn ein Jahr nachher verschied 
die gute Frau, und ihre Salben und Tränklein halfen ihr 
Nichts; denn sie starb an keiner Krankheit, sondern am 
achtundneunzigsten Jahr, das auch einen ganz gesunden 
Menschen endlich unter den Boden bringen kann. Graf 
Tuno ließ sie bestatten, als ob sie nicht eine arme Frau, 
ondern seine Mutter gewesen waͤre, und es kam ihm nachher 
noch viel einsamer vor auf seinem Schloß, besonders da der 
Pater Joseph der Frau Feldheimerin bald folgte. 
Doch diese Einsamkeit fühlte er nicht sehr lange; der 
gute Cuno starb schon in seinem achtundzwanzigsten Jahr, 
und böse Leute behaupten, an Gift, das ihm der kleine 
Schalk beigebracht hatte. 
Wie dem aber auch sei, einige Stunden nach seinem 
Tod vernahm man wieder den Donner der Kanonen und
	        
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