Full text: Nach der Schicht (48)

Vom Gottesreidh der Kirdıe 
Die Kirche im Sturm der Zeiten 
Nach der Schicht“ 
seite 8 
Das Evangelium vom 4. Sonntag 
ıach Epiphanie erzählt uns von einem 
Nunder, wodurch die entfesselten 
Naturgewalten des Meeres und des 
Sturmes urplötzlich gebändigt wur- 
len. Um zu ermessen, was ein solcher 
Sturm auf dem See Genesareth be- 
leufet, müssen wir uns an die Fest- 
;tellungen erinnern, die William 
ın seinem Buch „Das Leben Jesu im 
Lande und Volk Israel“ macht. Er 
jagt, daß der See 208 Meter unter dem 
Spiegel des Meeres liege. Der Tempe- 
’aturunterschied zwischen dem Hoch- 
and und der Wasserfläche des See- 
zessels sei naturgemäß sehr groß, 
zumal während der Nacht. Der 
>jgentliche Sturm ziehe in der Höhe 
‚orüber. Während der Strand mäßig 
»wegte Wasser zeige, erstehe weiter 
iraußen auf dem See eine Sturm- 
zone. Die Luftmassen stürzen sich 
unter Wirbeldrehungen auf das Was- 
zer. Dies macht uns die Plötzlichkeit 
ınd Heftigkeit des Sturmes verständ- 
ich, Wir erleben heute wieder eine 
Zpiphanie, eine Erscheinung des 
Herrn. Christus in dem Schifflein, 
Ihristus, der den Sturm stillt. Er ist 
x, der das Schifflein der Kirche lenkt 
ınd leitet und sicher durch alle 
Stürme der Zeiten hindurch an die 
Gestade der Ewigkeit führt. Das 
Schifflein, in das der Herr gestiegen 
st, bedeutet uns die hl. Kirche. Er 
st das Haupt, er durchlebt und er- 
Tüllt sie mit seiner Wahrheit, Heilig- 
xeit und Kraft. Er ist das eigentliche 
Ich der Kirche, in innigster Wesens- 
‚erbundenheit mit ihr für immer 
vereint. Mit ihm können wir wie 
jeine Jünger die Fahrt über die to- 
sende See dieser Zeitlichkeit wagen, 
Sr ist bei uns, ist unser Führer, er 
st sichtbar in seinen Stellvertretern, 
m Papst und den Bischöfen und Prie- 
;tern. Er ist bei uns durch seine 
Lehre, durch seine Sakramente, durch 
:cin heiliges Opfer, durch sein ge- 
1eimnisvolles Wirken in uns, Mit ihm 
werden wir trotz aller Stürme glück- 
ich landen. Immer wird seine Kirche 
len Stürmen ausgesetzt sein. Immer 
wird die Kirche Christi verdächtigt, 
serleumdet, gehaßt und verfolgt wer- 
Jen. Sie wäre nicht der fortiebende 
Christus, hörte man auf, sie zu ver- 
'olgen. „Haben sie mich verfolgt, wer- 
len sie euch auch verfolgen." 
Hilflos gegenüber den Elementen 
'raten die Jünger an Jesus heran und 
aaten: „Herr hilf uns, wir gehen zu- 
runde,“ Staunend, gewahrten sie 
121e Wırnrder das der Herr wirkte 
sie erkannten, daß ein Höherer hier 
jebot. „Wer ist dieser, da auch die 
Ninde und das Meer ihm gehorchen?“ 
% ist ja völlig unmöglich, daß die 
nenschliche Stimme die Winde und 
Vogen bezwang. Dieses Wunder aber 
‚eschah zunächst nicht, um die Herr- 
ichkeit des Gottmenschen zu offen- 
‚jaren, wenn es auch aus der Natur 
ler Sache sich ergibt, sondern sollte 
ffensichtl!1ich hindeuten auf die 
kirche der Zukunft. Wir sollten ein 
ür allemal wissen, daß der Herr seine 
Kirche nicht verläßt, sondern in ihr 
virkt und sein Wort wahr macht, 
laß die Pforten der Hölle sie nicht 
berwältigen, daß er sich zur rech- 
an Stunde erhebt und den feind- 
chen Mächten entgegentritt. 
Die Geschichte der Kirche ist die 
1estätigung des Wortes, das der Herr 
‚esprochen hat, als er Petrus den Pri- 
nat übertrug, daß die Pforten der 
Jölle sie nicht überwältigen werden. 
)ie Kirche trat ins Leben, als das ge- 
;altige Römerreich die damals be- 
annte Welt umspannte. Das Römer- 
sich zerfiel, die Kirche blieb beste- 
en. Die Kirche war da. als die große 
/ölkerflut von Osten kam und über- 
1] neue Staatsgebilde entstanden. Die 
kirche war da, als Karl der Große 
'as abendländische römische Kaiser- 
uam begründete. Ein Jahrtausend be- 
tand dieses hl. röm. Reich Deutscher 
jation, bis daß der eiserne Tritt des 
‘orsischen Erobererg cs zu Fall 
‚rachte. Die Kirche aber hielt stard. 
‘je war da, als Europa zitternd vor 
sapoleon lag. als die Kinder der 
Sirche mit Entsetzen sahen. daß Na- 
oleon den Papst selbst in Gefangen- 
chaft führte. Napoleon starb als ein- 
amer Mann auf St. Helena. die 
Kirche aber lebt. 
Tausendmal verfolgt, ward sie 
jusendmaltl gerettet: tausendmal be- 
ämpft, blieb sie tausendmal Siegerin 
Wenn der Rompilger, nachdem er 
n Petri Grab gekniet hat und den 
\postelfürsten in innigem Gebet be- 
ırußt hat, seine Augen erhebt zu der 
najestätischen Kuppel. die sich über 
'er eonfessio Petri woölbt, sicht er in 
ijesigen Buchstaben eine Inschrift 
>uchten: „Du bist Petrus, und auf 
jesen Felsen will ich meine Kirche 
auen, und die Pforten der Hölle wer- 
en sie nicht überwältigen.“ 
Niemand kann die Gefühle schil- 
lern, die hier am Grabe des armen 
‘ischers, des Nachfolgers Christi und 
es ersten der gewaltigen Reihe der 
’äpste, aufgewühlt werden durch die 
)bergewalt einer das Höchste und 
Cühnste erstrebenden Kunst, die 
jeser ehrwurdigsten Stätte Roms und 
es Erdkreises einen Raum geschaf- 
en hat. wurdig der ganzen Gruße der 
Firche und des Papsttums. Hier spart 
san deutlich, daß das nur moglich 
„ar ob der Worte, die Christus zu 
'etrus gesprochen hat. Wir erinnern 
ns heute an die Szene bei CÄäsurea 
hilippi. Hier erklärt Christus feier- 
ch. daß Petrus das Fundament der 
*irche sein soll, verheißt ihm den 
Irimat. die oberste Leitung der sicht- 
‚aren Kirche. Die Worte Jesu ent- 
alten die kühnste Verheißung, dıe 
2 ausgesprochen wurde. Dieses Wort 
er Verheißung fand die glänzendste 
'efüllung. die die Weltgeschichte 
ennt. Keine Macht der Erde und des 
»pistes hat je die Kirche überwunden. 
Als Napolcon 1804 seine der Kirche 
nwürd:een Plane P;us VIE in suher 
rede aufschwaätzen wollte, sprüch der 
reise Papst nur das Wort: „Come- 
jiante“. „Wie“, fuhr der Kaiser auf. 
ich ein Komödiant? Pfaff. nun st v6 
‚us mit dir!“ Wutschnaubend ergriff 
5 ein auf dem Tisch stehendes 
Tunstwerk aus Mosaik, dıe Peters- 
‚irche darstellend. warf e& dem Hei- 
gan Vater vor die Fuße und schrie‘ 
be 
Schau, alter Mann, so werde ich dich 
ınd dein Reich zerschmettern.“ Der 
>apst aber erhob sich, verließ feier- 
ich, wie er gekommen, den Saal mit 
inem einzigen Wort auf den Lippen 
Tragediante!‘‘ Und eine Tragödie 
var das künftige Schicksal Napo- 
eons. Als Napoleaon nach dem ver- 
‚eblichen Versuch, Papst Pius VII 
;jeinen politischen Zielen dienstbar 
‚u machen, mit immer härteren Mit- 
ein gegen die Kirche vorging. sprach 
ler Papst endlich die Exkommuni- 
ration über ihn aus. Der Kaiser 
achte bei der Kunde: „Der Papst 
/laubt wohl, daß jetzt meinen Sol- 
laten die Waffen aus den Handen fal- 
ın werden.“ Wenige Jahrespater gin- 
ıen während des unglücklichen rus- 
ischen Feldzuges dıese seinc eige- 
jen Worte buchstäblich in Erfullung. 
‚m gleichen Schloß Fontainebleau, wo 
or den greisen Papst gefangen gehal- 
en hatte, mußte der etolze Kaiser 
las Dekret unterschreiben, das seine 
gene Absetzung aussprach. Der 
>apst, dessen MUnahbhängigkeit ef 
jurch die gewaltsame Wegnahme des 
<irchenstaates hatte ein Ende berei- 
uUoH UT Japolm BI8T Soz ‘U3ajloM US 
in; der Kaiser aber starb 1821 ein- 
;am und verlassen auf St. Helena. 
Im deutschen Kulturkampf sah 
nan nicht selten folgendes Bild bei 
len Kaholiken: Ein Fels im Meer, 
ron Wogen umbrandet; an der nahen 
Küste einige Männer, die den Fels 
nit Stricken und Seilen, die sie um 
hn geschlungen hatten, umzulegen 
‚uchten. Im Hintergrund sah der Teu- 
'el ingrimmig lachend zu. Was er 
lachte, brachte eine Unterschrift zum 
Ausdruck: „Ich arbeite nun mit all 
neinem Anhang schon bald 2000 
lahre, diesen Felsen zu stürzen, und 
» war alles umsonst. Noch viel 
veniger wird es diesen Menschlein 
‚eiingen.“ Es ist der ewige unver- 
inderliche Gott selhst, der mit seinem 
Wort hinter der Kirche eteht, drau- 
jen stürmt es wild um die Kirche, 
Irinnen aber ist heilige Ruhe: Die 
Pforten der Hölle werden sie nicht 
iberwältizen! Dr Th. 
lonen. Die Hauptsache ist, daß dem 
Sport sein Recht wird. Die Auswüchse 
nüssen vermieden werden. Die Ärzte 
;tellen immer wieder fest, daß ein 
Ybermaß schädlich ist. Wieviele 
junge Leute verderben sich durch 
ibertriebenes Radeln ihr Herz. Heute 
st es die Sehnsucht Jedes natürlichen 
jungen, auch einmal Auto fahren 
z<önnen. Deshalb bruucht man aber 
ıaicht den Ehrzeiz zu haben Renn- 
’ahrer zu werden. 
Berufssportler haben sich in aller 
Welt durchgesetzt. Da wir Sportlchrer 
ınd -Meister brauchen, ist an sich da- 
zegen nichts einzuwenden. Nur muß 
nan daran denken, was der Dichter 
sugt: ‚Eines schickt sich nicht für alle.“ 
Goethe). Das Alter macht manche 
Übung unmöglich, Man mag das glau- 
jen oder nicht. die Tatsache bleibt 
„estehen. Ausnahmen bestätigen die 
Zegel. Wenn man oft hört. die Kirche 
‚erstche nichts vom Sport, so ist das 
ine Überhebung. Die Kirche rechnet 
nit allen Bestandteilen der Kultur 
ınd Bildung. Darum hat sie auch gTO- 
3Zes Interesse für den Sport. Das hat 
Pius XIL immer wieder bewiesen. 
letzt in Castel Gandolfo am 10. 
JTavcanıhear 19531 “eK. 
Feier des Festes Mariä Lichtmeß 
auf dem hl. Berq zu Blieskastel 
Die Wallfahrten zur Gnadenmutl!er 
n;* den Pfeilen ın Blıeskasiel im 
er.imkchen Jahre 1952 eoilen ım 
dienste des Friedens stehen. Jedem, 
ler an dem Frieden in der Weit in- 
erezjeri ıst und die Bemuhungzen 
ind Konferenzen der Politiker ver- 
Oölgt, muß es klar sein, daß wir vom 
vanrzen Frieden noch weıt entfernt 
und Wer aver an ein Walten Got- 
es glaaht und an die „Hilfe der 
Zhr sten", der weiß, daß wir durch 
Aura den Frudeen hai Go!t erfeher 
Nasen 
So ww Ylen wir am Fee Maurta- 
achtmel den Gebetssturm bezin- 
won, zuf daß das Licht echier Gaoat- 
e>- und Menschenliebe hınein- 
mchtn ın die Finsternis dba His scm 
und der Verbiendung und so Fr:ede 
werde auf Erden 
Das Fest Marui-Lichtmeß w.rd ın 
3 ieskastel am 
Sonntag, dem 3. Februar 1952 
mit foizender 
Gotitesdienstordnung 
gefezert: 
vormittags: 
830 Uhr Messe und Beichtge 
3; 
"se mit Pred: at: 
Amt mit Predigt; 
nachmittags: 
Predun, Sturmandachs 
und Prazession 
(bi gunstgenm W.iter9 
Ardacht und TLuchimer. 
DIPS 1005
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.