Full text: Nach der Schicht (48)

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jedenfalls überreichen Zukunft für 
die Sache Gottes und Christi ein- 
stehen sollt. So gehört euch das Ver- 
stehen und Mitfühlen, die ganze 
Sorge und Liebe Unseres Vater- 
herzens. 
Ihr habt eure diesjährige Bekennt- 
ıisfeier unter das Leitwort gestellt. 
„Unseres Volkes Heil ist der Herr.“ 
Das Wort sei euch zunächst ein Ju. 
belruf des Dankes an den allmäch- 
tigen Gott, Wahrlich, wenn ihr an 
den Zusammenbruch denkt, der vor 
sieben Jahren euch hoffnungslos zu 
verschlingen drohte, Verantwortliche 
ung Nichtverantwortliche, Schuldige 
und Schuldlose, und wenn ihr heute 
seht, daß euer Vaterland und eueı 
Voik noch leben und wieder auf- 
leben, so müßt ihr laut bekennen 
»Daß nicht ganz wir vernichtet, ist 
Huld und Erbarmen des Herrn« 
(Klgl. 3, 22). Gott ist es, der euch er- 
reitet hat. Zu ihm, dem starken Hel- 
fer in der Not, steige in dieser Stund« 
aus eurem Herzen und von euren 
Lippen der Lobpreis der Verherr- 
lienung empor 
Jenes Wort sei euch aber auch ein 
Bekenninis für die Gegenwart und 
in dıe Zukunft. Trotz eurer noch 
jungen Janre habt ihr es bereits 
erlebt. wie Systeme, die wäahnen 
ohne Gott oder gegen Gott zu Wohl- 
stand, Gluck und .Macht führen zu 
können, nur zur Geißel des eigener 
Volkes und fremder Völker werden, 
am schließlich unter Verhältnissen 
onnegieichen zusammenzubrechen. 
Die Vösker dürien Wohlstand und 
Macht, sollen sie ihnen und anderen 
zum Segen und nicht zum Fiuch 
sein, nur aufbauen auf Gott, auf deı 
Anerkennung seiner unbedingten 
Herrschaft und der Erfüllung seines 
heiligen Willens 
ihr seid so glücklich, im Vollbe- 
sitz der Wahrheit über Gott und des 
ganzen Reichtums zu sein, der uns 
in Jesus Christus, in seiner Erlösung 
und seiner Kirche geworden ist 
Dieser Reiektum, euer katholischer 
Glaube verpflichtet euch. Er tut et: 
zunächst euch selbst gegenüber 
Waundelt vor Gott, lebt eurem Glau- 
ben entsprechend. und zwar nicht 
nur zu bestimmten, eng begrenzten 
religiösen Feierstunden. Die Tren- 
nung von Religion und Leben, als ot 
[ur die Wirklichkeit des Daseins, für 
den Beruf, die Wirtschaft, alle die 
öffentlichen Bereiche Gott über- 
haupt nicht existierte — diese Tren- 
nung ist ja gerade eines der Zeicher 
fur den Verfail der christichen Kul- 
tur; sie ist ebenso Ursache wie Wir- 
kung der Verweltlichung des gesam- 
ten Menschen, Gegen diesen Verfall 
mußt ihr euch schutzen, Seid also 
Christen, die immer und überall sich 
vor Gott wissen, am Alitag wie am 
Sonntag, in der Werkstätte wie in 
der Kirche, in Erholung und Sport 
wie in ernster Arbeit, im wogenden 
Leben draußen wie in Heim und 
Famihe., 
Dieser Wandel vor Gott verlangt 
den ganzen Menschen. Man hort bit- 
tere Kinge über cıne geradezu sinn- 
lose Sucht nach Verpnugen und 
Luxus; ihr werdet Front dagegen 
machen und euch selbst dort Halt 
gebieten, wo die Cchristiiche Einfach- 
heit und der Ernst der Zeit die 
Grenzimie ziehen, Beängstigend is! 
ferner das Abgleiten der öffemhechen 
Sittiichkeit. Wenn der Staat auf dem 
Wege der Gesetzgebung Damme auf- 
wirft gegen Verführung und Schmutz 
in Wor", Bil@ ung lebendiger Dar- 
stellung durch Fılm und Buhne, sc 
tut er seine selbstverstandliche 
Pflicht, Allein das stärkste Bollwerk 
gezcn die Flut von Sittenlosigkeil 
müßt ihr selber sein, durch euren 
festen Willen, nicht mitzutun, wo das 
Gebnt Gottes und die Würde des 
Menschen mit Füßen getreten wer- 
den: durch vuren festen und harten 
Willen. seibst Resseres zu schaffen, 
das Gott urd seine Rechte nicht ein- 
„Nach aer Schicht“ 
Nummer Z 
= a 
‘ach übergeht, das erhebt, läutert und 
1eiligt. 
Die Lasung der Stunde heißt wahr- 
ich nicht auflockern und nachgeben 
sondern standhaft sein, treu steher 
zu Gottes Gebot und heiliger Sitte 
wie je in den besten und schwerster 
Zeiten, weiche die Kirche erlebt hat 
Vur Jugend, die so denkt und han: 
lelt, wird einmal ein glückliche: 
ınd menschenwürdiges Ehe- und Fa: 
nilienleben aufbauen können; nu! 
‚olche Jugend darf es einmal wagen; 
ın Gottes Altar zu treten und sich 
r‚orbehaltlos dem Dienst des Herrn 
u weihen. Mit Feigheit wird der 
Jimmel nicht erstürmt; er wird nur 
‚ewonnen mit Mut und Opferbereit: 
chaft, 
Der katholische Glaube verpflich: 
et euch aber auch den andern ge- 
senüber: gegenüber den vielen, die 
ıus euren eigenen Reihen sich ver- 
.‚oren haben und in die Irre geganger 
sınd. Es darf euch keine Ruhe las- 
;jen, bis ihr sie zurückgeführt habt 
Dann gegenüber jenen, die nicht wie 
hr das Glück hatten. daß ihnen der 
vahre Glaube gleichsam in die Wiege 
zelegt wurde, die aber nach ihr 
‚uchen und sich nach ihm sehnen 
Die kostbarste Hilfe, die ihr ihner 
zu bieten vermögt, eine Hilfe, ohn«c 
lie andere Wege oder Versuche zul 
Niedervereinigung der Durchschlags- 
craft entbehren, ist das Gebet unc 
las Beispiel eines in sich geschlosse- 
ı1en wahrhaft katholischen Lebens- 
vandels, 
Wenn Wir euch aufrufen, mit deı 
anade Gottes die religiösen Kräfte 
jes katholischen Menschen in euch 
zu entwickeln, so tun Wir dies auch 
n der festen Überzeugung, daß jene 
lie echte Glieder der Kirche, da- 
Jurch auch echte Glieder der mensch- 
ichen Gesellschaft sind. Dies glau- 
en Wir euch, der katholischen Ju- 
gend Deutschlands, gerade im gegen- 
wärtigen Augenblick sagen zu sollen 
Zin lastendes Erbe der Vergangen- 
zeit, eine mühsam gewonnene und 
»ehauptete Gegenwart, eine sorgen- 
ımdunkelte Zukunft kennzeichnen 
die Lage eures Vaterlandes. 
Zweifach ist die Gefahr, die hier 
jer Jugend drohtt Selbstsüchtig, nur 
n sich gekehrt. entziehen Sich die 
»inen nach Möglichkeit der Ver- 
»flichtung für das Vaterland, sie ste- 
ı1en den Dingen des öffentlichen 
Lebens teilnahmslos gegenüber und 
suchen ausschließlich, irgendwie und 
rgendwo, ihr eigenes Wohlergehen 
Andere erwarten und erstreben nur 
schnelle Lösungen, einen Aufstieg 
zon heute auf morgen. Katholische 
Jugend darf weder zu den einen noch 
u den anderen gehören. 
Gewiß, manch jungen Deutschen 
nag Bitterkeit überkommen, wenn 
ar heute an sein Vaterland erinner! 
wird. Zerstörte, verlorene Heimat: 
zerredete, mißbrauchte Worte über 
ı1ationale Belange, der Alitag ver 
zehrt von der Sorge um das mate- 
welle Dasein; der Sonn- und Feier- 
‚ag bedroht von der Flut sinnlichen 
Genusses; soll dies das Vaterlanc 
sein? Aber der Christ sieht mehr 
nd sieht tiefer. Er sicht auch das 
vas aus Gottes Mitgift Heimat unc 
Volk geblieben ist oder nach deır 
Zusammenbruch wiedergeschenk 
wurde, und was sich in den Millio- 
nen und Abermillionen gerade deı 
Stillen im Lande zum Besten alleı 
auswirkt: ein gesunder Familicnsinr 
ınd der feste Wille zur staatlicher 
Existenz, zum Aufbau einer Rechts: 
und Friedensordnung nach innen und 
nach außen. Gerade dies ist de: 
Segen eures Unglücks, daß euch nat 
jem Überschwang des Nationaliemus 
die Augen für diese beiden unent!- 
ehrlichen Grundmauern des Dasein: 
eines jeden Volkes wieder geöffne! 
wurden. In der Tat: ein Volk kann 
öhne jene Werte nationale Größe 
nicht bewahren — dies zeigte dic 
Vergangenheit; es kann aber mit 
ı:hnen nationale Würde bewähren — 
dies zeigt die Gegenwart. Deutsch- 
jand hat anderen Völkern, die deı 
Versuchung ausgesetzt sein mögen, 
las Nationale zu übersteigern, eine 
bittere Erfahrung voraus. Möge €& 
sie nie wieder verlieren. 
Katholische Jugend Deutschlands! 
Heute ist weniger als je Ort und Zeit 
ijür Klassenkämpfe, für Egoismus 
wirtschaftlicher und sozialer Grup- 
ven, für die Schicht jener, die nur 
fordern und nichts geben. In der 
Selbstdisziplin des Bürgers liegt die 
Stärke des Staates, zumal des demo- 
kratischen, wenn er dies ganz echt 
ınd in Wahrheit sein will. Seid also 
treu der Stimme und dem Willen des 
Schöpfers und stellt euch dem Staat 
zur Verfügung, zum Aufbau jener 
jauerhaften Rechts- und Friedens- 
ardnung nach innen und nach außen. 
Wir weihen euch, katholische Ju- 
rend Deutschlands, euer ganzes Da- 
sein, Leib und Seele, eure Gegenwart 
and Zukunft, euer Wollen und Stre- 
ben, euer Kämpfen, Hoffen und Sie- 
zen, eure Treue zum heiligen Glau- 
ben und euer Wachsen in ihm bis 
zur Reife des vollkommenen Christen 
'cf. Eph. 4.13) Maria, eurer Herrin 
and Mutter, daß sie euch unter ihren 
nachtvollen Schutz nehme und eure 
Fürbitterin bei Gott sei. Wir erflehen 
such allen, daß ihr in überreichem 
Maß erfüllt werdet von der Erkennt- 
1i« wie von dır Gnade, Liebe und 
Kraft Jesu Christi, »der da ist übe! 
ıllem, Gott, hochgelobt in Ewigkeit« 
'Röm. 9,5). 
Als Unterpfand dessen erteilen Wirt 
zuren Seelsorgern. Führern, Führe- 
rinnen und euch alen, sowie der ge- 
samten Jugend eures Volkes in väter- 
Jlichem Wohlwollen den Apostolischer 
Segen.“ 
5“ 
De 1. 
ar.ıh =P EFF Me 
Krthal:ken der Wel 
Krthaltken der eilt 
(Hütet euch vor allen Schmutzschriften) 
ten wie vor einem tödlichen 
Gifte fernzuhalten. 
an die kraft ıhres Amtes 
zur Leitung der siıtt- 
lichen Bildung der Bür- 
ger Verpflichteten. Sie 
durfen nicht zulassen, daß der- 
artige Schriften herausgegeber 
und veröffentlicht werden dür- 
fen, die die Grundsätze und Fun: 
damente der natürlichen Ehrbar- 
keit zu untergraben suchen.“ 
Der Kommentar des Päpstlicher 
3lattes lautet: 
„Für die Kirche ist es imme: 
schmerzlich, talentieıte Männei 
nit ihren Verurteilungen zu bele- 
gen, bei denen sie den Verrat ar 
Ihrem gotigeschenkten Beruf fest- 
stellen muß. Bei der Anwendung deı 
Ihnen von Gott verliehenen Talente 
sollten sie doch Lehrer und Meiste! 
jes Lebens sein, nicht aber Sä:- 
nänner von Tod und Verderben. 
Im Falle des im vorliegender 
Jekret der höchsten Kongregation 
Jes Hl. Offiziums verurteilten Ver- 
'assers brauchen wir nicht viele 
Wort zu verlieren bei der Betrüäch- 
‚ung der äußerst schwerwiegenden 
3ründe der von der Kirche be- 
<anntgegebenen Verwerfung Zu! 
Bewahrung der Gläubigen vol 
Schäden. Auch die weit zurück- 
zehende Kritik aus dem katho- 
lischen Lager hat schon wiederhol‘ 
lie grundsätzliche Unmoralıtät der 
Werke des Verfassers unterstrichen 
— Jeder kann seine Absicht fest 
;tellen in Aufzeigung bestimmte 
;chlüpfrigen oder gemeinen Stel- 
len — und von noch mehrerer 
Seiten konnte die verderbliche Aus 
Das Hl. Offizium, die bekannte 
ömische Behörde zur Reinerhaltung 
jes Glaubens und der Sitten, hat 
ım 2. April sämtliche Werke von 
Albert Pincherle (Moravia) in die 
„iste der kirchlich verbotenen Bu- 
her gesetzt. Papst Pius XIl. hat 
ım 3. April diese Entscheidung be- 
tätigt und ihre Veröffentlichung 
\ngeordnet. Bei dieser Gelegenheit 
at das Hl. Offizium eine ernste 
Mahnung an alle Christgläubigen 
serichtet, die der Osservatore Ro- 
nanuv in einem Kommentar aus- 
uhrlich erkiart und begründet. 
Die Mahnung lautet: „Bei diese! 
jelegenheit haben die hochwürdig- 
;ten Eminenzen den ungeheuren 
schaden beklagt, der den Seelen 
mugefugt wird einerseits aus del 
ınbeschränkten Ginchmigung Zur 
Je: ausgabe und Verbreitung von 
Zuchern. Broschuren und Zeıt- 
chriften. die schlupfrige oder ge: 
neiıne Dinge ausdıucklich behan 
jeln. beschreiben und lehren, ander: 
‚eits aus der verhängnisvollen Be- 
zierde zum Lesen solcher Schrifter 
hne Unterscheidung, haben es für 
rotwendig befunden: 
wirkung solcher Schriften auf das 
moralische Gewissen und seine Ge- 
pflogenheiten nachgewiesen werden 
Gibt es für den Schrift- 
steller keinen anderer 
Stoffals den Schmutz? 
Man begreift es nicht, wie ein 
Schriftsteller, der Bewelse geliefert 
hat, verständıg ein Urteil zu fällen 
wenn nicht gegenüber der Kallu- 
zination, wenn er geschlechtliche 
Dinge behandelt und dann so kurz- 
zichtig eich zeigt gegenüber aller 
anderen Dingen Alles andere sagl 
ihm nichts, regt ihn nicht an und 
gibt ihm nichts ein. Entweder .s! 
das seine Muße oder aber eı 
hat schiefe Augen. Das Leben, wol. 
'en wir sagen, umfaßt doch etwas 
nehr und auch mehr Abwechslung 
als es ihm in seinen Intrigen und 
;n den Darstellungen dieses vom 
Glück verwöhnten Schriftstellers 
sich darbietet. Übrigens erscheini! 
ihm das obszöne Laster als stärkste 
Anziehungskraft eines Buches. E: 
gibt ja auch noch andere Laster. die 
bis ins kleinste beschrieben werder 
könnten, vorausgesetzt, wenn aucrk 
richt zugegeben, deß er damit eir 
Moralist wäre mit so wenig Bedeu- 
tung und deshalb so ausgedehnte: 
Kleinmalerei. Sagt ihm denn gar 
nichts der furchtbare Zynismus 
und die wahnsinnige Sinnlosigkei 
des politischen Lebens, der moörde- 
rische Unsinn des Geschäftslebens 
die Sucht nach Gewinn und di 
sonderbare Leichtfertigkeit im Stre 
ven nach Ämtern und auf dem Ge 
biete der Lıteratur sowie dıe Sinn 
losigkeit des menschlichen Tage 
Fortsetzung Seite 3” 
an alle Christgläubigen 
Sie sollen ihrer sehr schweren 
Verpflichtung eingedenk bleiben, 
sich des Lesens solcher Bucher 
und Zeitschriften unbedingt ZU 
enthalten. 
an diemitder Belehrung 
und Eıziehung der jun- 
zen Leute Betrauten. Sie 
sollen ihrer strengen Verpflich- 
tung bewußt bleiben, ihre Pflege- 
5efohlenen von derartigen Schrif-
	        
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