Full text: Nach der Schicht (48)

SUile 
306 
Nach der Schicht‘ 
ANUTIHET 
un fing an, en em Groschens-Liebes 
roman z’ lesen, 
Noh vier weidere Schdationen € 
der junge Mann ausgestiegen, Wie 
hän an dem Fräuleinchen vorbeigin« 
satt er ganz artig: „Fräulein, ich 
wollt ihnen nur noch sagen, daf 
überhaupt keine Scheibe in dem Fen: 
ster drin ist, ich hatte das nämlict 
schon vor der Auseinandersetzung 
festgestellt.“ 
Dat Gesicht von der ollen Schrulke 
hät ihr mal sehen sollen! Ich har 
zu allem Überfluß so laut lacher 
nisse, dat s’ met ihrem ganzen Tut: 
abutik schleunigst dat Abteil ver: 
jeß. 
Für heit vil Grüß vom 
Jupp vun d’ Soar 
Unsere Zeitschrift 
als Friedensstifter 
schrittene Fenschder wor zu, Del 
Schaffner schnaufte, dat Fräulein 
;schneuzte, der junge Mann grinste 
ın ich? Ich grinste aach, Dat Fensch- 
ler blieb zu, 
Allmählich hat sich unser weib- 
icher Fahrgast wieder beruhigt 
:etzte ihr Brill off die lang rot Nas 
Ein kleines Alltagserlebnis will ich 
heit verzählen, Da sitz ich em 
Schnellzug, nadierlich schtandesge- 
mäß em Abteil 3. Klasse, Am offene 
Fenschder sitzt als einziger Mit- 
reisender en junger Mann, met em 
richtige Schpaßvogelgesicht, der sich 
die Landschaft ahnguckte. In deı 
nächschden Halteschdation schteigt er 
ältlich Fräulein zu uns en’t Abteil 
Nohdem sie ihr Köffercher un Täsch- 
cher em Gepäcknetz verschtaut hatte, 
saat sie zu dem junge Munn em rich- 
dige Kommandoton: „Schließen Sie 
bitte das Fenster, ich kann keine 
Zugluft vertragen!” 
Der junge Mann rührt sich net. 
„Haben Sie nicht gehört, Sie sollen 
das Fenster schließen!“ 
„Nee!“, kam et aus der Fenschder- 
ack z’reck. 
„Eine Unverschämtheit, so etwas! 
Entweder Sie schließen sofort das 
Fenster, oder ich wende mich be- 
schwerdeführend an den Schaffner!“ 
„Das Fenster bleibt auf!‘“, wor dic 
Antwort, 
Met einer Geschwindigkeit ohne- 
gleichen sauste dat wutschnaubende 
Fräulein durch den Gang un kam 
bald met dem Schaffner redour. Der 
zaat zu dem junge Mann kraft seines 
Amtes. 
„Ich fordere Sie auf, das Fenster 
sofort zu schließen; der Wunsch die- 
ser Dame als Fahrgast der Eisenbahn 
muß berücksichtigt werden.“ 
„Das Fenster bleibt auf!“, saate 
seelenruhig der junge Mann. 
Ein histerischer Schrei un halber 
Ohnmachtsanfal] wor die Rcaktion 
beim Fräulein. 
Doraufhin brüllt der Schaffner: 
‚Und das Fenster wird zugemacht!“ 
Ein Ruck am Riemen un dat um- 
eber 
Kinder sind und bleiben Kinder, 
Einmal Engel, einmal Sünder; 
Hier gehts diesmal allzu munter, 
Hin und her und drauf und drunt- 
Aus Gutenbergs Werkstatt 
arechtssohn ist der Held. um deı 
sich das Licht sammelt, dem durci 
Persönlichkeit. Wissen, Können 
Charakter, Tugend und durch der 
Zauber seines Auges und seine: 
Stimme eine Macht gegeben war 
lie er üuneigennützig und ohne 
Furcht zum Wohl seiner unterdrück: 
en Mitmenschen gebrauchte 
Ähnlich wie ihr großes Vorbild 
Sigrid Undset, hat Clara Nordström 
n ihrem Werk gleichsam einen ge- 
valtigen Teppich gewebt. Eine 
X<ünstlerin stand am Webstuhl, sic 
varf die tausend bunten Fäden, die 
ıroßen und kleinen Historien, di 
alten Sagas. Legenden und Mär- 
hen, die Namen der tausend unc 
nehr Personen — der Könige, Für- 
;ten, Ritter, der Vügte, Kautherren 
Seefahrer, der Priester, Bauern unc 
Bergleute, der Männer und Frauer 
ıus alten Geschlechtern -- hin un 
her und fügte und wob so mit sou: 
‚eränem Können aus Geschichtt 
ınd Phantasie ein in sich abge- 
stimmtes farbiges Gebilde voll be: 
jeutsamer Ornamentik 
Das Buch‘ Engeibrecht Engel- 
>rechtssohn ist keine leichte Unter- 
Jaltungslektüre, Aber es ist ein Er- 
ebnis mit starkem Widerhall im 
Herzen der Leser, und dieser große 
trotz seiner Schlichtheit magisch 
wirkende Engelbıecht geht noch 
lange durch unsere Gedanken. 
Maıla Crvon 
7lara Nordstrom — Engelbrecht 
Zngelbrechtsohn, Roman — F. H. 
Serle Verlag — Heidelberg. 
Clara Nordström, die große schwe- 
lische Erzäahlerin, hat uns einen 
ı1euen Roman geschenkt, der wohl! 
ıls der reifste ihrer bisherigen 
Nerke angeschen werden kann. Es 
st etwas Gewaltiges und Geheim- 
ıisvolles um diese alten Geschichten 
ıus den nordischen Ländern mil 
ien großen, schweigsamen Men- 
ichen, die in der gigantischen Land- 
‚chaft, von Meer, Wald, Felsen 
zrde und Sturm geformt — durch 
ler Dichtung Macht vor uns er- 
‘tehen. 
Diese Historie spielt im 15. Jahr- 
ıundert, und obwohl das Christen: 
um längst eingeführt war, warer 
lie Menschen noch immer nicht 
zanz frei von den dunklen Gewal- 
en des Heidentums, sie glaubten 
m Geheimen noch immer an die 
Macht der Unterirdischen, an Troll« 
ınd Elfen, sprachen Zaubersprüche, 
schnitzten Runen und lasen aus der 
Srscheinungen der Natur Zukünf- 
iges voraus. Sie lebten in einer Zeil 
ier Kämpfe und geheimen Intrigen 
ıicht viel anders als wir in der Ge- 
jenwart. Patriarchalisches Familien- 
‘eben, Männer und Frauen, vorbild- 
ich in Reinheit, Liebe und Treue 
ınd großer Opferkraft, aber auch 
Verräter, Tyrannen und Schurker 
jegegnen uns. Engelbrecht Engel- 
‚Ha, da kommt die 
»Nach der Schicht«!“ 
Ruft der Fritz, der kleine Wich:! 
Der als erster hochentzückt, 
Die Agentin hat erblickt, 
Jetzt ist aller Streit zu Ende, 
All reichen sich die Hände, 
Und es stürmt der ganze Troß. 
Auf die Schicht -Agentin los, 
Diese muß nun ohn’ Verweilen 
Ihre Hefte hier verteilen; 
So begeistert ist die Jugend, 
Die doch sonst so arm an Tugen«t 
Friedlich sitzt am Wegesrande, 
Unsere ausgelassene Bande; 
Und sie lesen sich hier satt, 
Aus der »Schicht« dem Lieblingsbla 
Josef Wer 
Streichholzspiel 
Wie bringt man es fertig, daß 
Streichhülzer, die nicht geteilt we' 
den dürfen, nebeneinander gelee 
eine Meile ausmachen? 
Herausgeber: Verlag „Nach der Schicht 
G.m.b,H., Wiebelskirchen, Prälat-Schütz 
Straße 18, Für die Redaktion verantıworft 
ich: Gerh. Schütz, Pastor, Druck: Saar 
lundische Verlagsanstalt und Druckert 
3.m.b.H., Saarbrucken 3. Ursulinenstr. 
Anzeigenverwaltung ausschließlich Ve: 
us ‚Nach der Schicht‘, Wicbelskirche 
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