Full text: Nach der Schicht (48)

Yummer ZU 
- 
„Nach der Schicht‘ 
Seite 307 
Die Westfassade der Trierer Lichfrauen kirche 
EIN KATHECHISMUS IN STEIN 
Über die Westfassade der Trierer Lieb- 
rauenkirche gibt es eine große, umfassende 
Literatur, (Die kirchlichen Denkmäler der 
Stadt Trier, S. 16a). Und doch scheint der 
Stoff auch heute noch nicht allseitig erfaßt 
zu sein, Der eine geht von der Einstellung 
dieser Fassade in die gesamte Kunst der Zeit 
113. Jahrh.) aus, der andere von dem Schema 
der Fassaden seit dem vierten Jahrhunderl, 
wieder ein anderer von der geistigen Quelle 
dieser eigenartigen Zusammenstellung. Wir 
wissen (Das Münster, V, 12), daß die Geheime 
Offenbarung der große Fundort derartiger 
künstlerischer Zusammenstellungen ist. So 
iwt es eine dankbare Aufgabe, in unserem 
Falle ausgehend von Maria aufzuzeigen, wie 
das 13. Jahrhundert die Glaubenslchre it 
cinem kurzen Überblick für jung und alt, für 
gelehrt oder ungelehrt in einer Sprache 
bringt, die auch unsre Zeit noch gut ver- 
steht, Was will der Planer, mit seinen Künst- 
lern mit dieser Fassade” 
zen sıch: Das Leiden des Herrn und deı 
Triumph des Herrn, Das ist apokalyptisches 
Ssondergut, Das Leiden des Herrn ist nur im 
Zusammenhang mit seinem Leben. seiner Auf. 
arstehung und Herrlichkeit ganz verständlich 
‚Mußte nicht Christus das leiden, um zo ein 
zugehen in seine Herrlichkeit!“ (Luk. 24, 26). 
Das Leiden Christi ist vorausgesagt von den 
zroßen Propheten Isaias (dem KEvangelisten 
jes Alten Bundes'!), Jeremiuas, Ezechiel und 
Daniel, Vorgebildet ist das Opfer des Herrr 
ım Kreuze durch das Dankopfer Noe und das 
nicht vollendete) Opfer Abrahams 
Die beiden Eckpfeiler der Fas-ude tragen 
auf Säulen diese Grundwahrheit der Vor- 
dilder und Weissagungen des Leidens unsere, 
Herrn und Heilandes, 
Die vier Evangelisten erzählen uns das 
Leben und Leiden des Herrn, Darum stehen 
je unter Baklachinen im Eingäangsportal, vor 
:hnen die Kirche als Kunderin der Wahrheit 
ınd die Synagoge als Ablehnerin Christi des 
Zimmermannssohnes von Nazareth. 
2. Voraussetzung der Erlösung war dıe 
Menschwerdung des Sohnes Gottes, Etwas 
höher als die vier groben Propheten stehen 
Maria und der Verkundigungsengel Gabriel 
Gabriel hat ein Spruchband mit seiner Be- 
zrüßung: Gegrußet seist du, Gnadenvolle' 
Maria streckt die rechte Hand zustimmen«t 
ıus: Ich bin die Magd des Herrn, Mir ge- 
schehe nach deinem Worte! Unter der Ma: 
‘jenstatue sicht man den Engel, der Abra- 
ıam zuruft: Tu dem Kinde kein Leid an! 
Im Tympanon über dem Haupttor erblik- 
ten wir die thronende Königin Maria mıt dem 
göttlichen Kinde. Sıe zeigt ihn dem Beschauer: 
Sieh, das ist mein Sohn, deın Erlioser. Rechts 
‚on Maria sieht man die Szene von der Verkundigung der 
seburt Jesu auf den Fluren Bethlehems und anschließend dıe 
Anbetung der Weisen aus dem Morgenland, links von der 
Gottesmutter die Beschneidung und, großer, dıe Darstellung im 
Fempel: Deine Seele wird ein Schwert durchbohren. Hoch oben 
im Giebelfelg thront der Heiland 
zwischen Maria und Johannes am 
Kreuz als Konig — er 1ragt keine 
Dornenkrone, sondern die königliche 
Krone als Kong und Herrscher des 
Hımmels und der Erde, Das große 
Work ast vollendet Es weis! hin zum 
Hımmel, der unsere wahre Hrimaaf 
I. Die Herrlichkeit Mariens, 
jer Gottesmutter, ist das Hauptthema. Maria 
st aber nicht der Mittelpunkt der Glaubens- 
jehre, sondern nur als Mutter des Herrn die 
höchste Mittlerin im Himmel! und auf Erden, 
ınter und neben ihrem Sohne. 
Das Westportal zeigt uns die Glorie Ma- 
:iens als Königin und Mutter des Herrn, 
Das Nordportal hat eine wundervolle Krö- 
ıung Mariens, 
Das Ostporta] hat nur reiches Rankenwerk, 
«eine bildliche Darstellung aus dem Marien- 
leben, 
Das Südportal kam nicht zur künstlerischen 
Ausbildung wegen des geschlossenen Mauer- 
werks und der Anbauten. 
II. Der Aufbau des Westportals, 
i. Zwei Gedanken ringen seit dem 4. Jahr- 
ıundert miteinander. verfilechten und ergän- 
Liehfrauenkirche Inier 
Maurta aus dem Tympanım des Westportals 
ıgenschein) dus Kreuz der Erlosung. 
Maria hat mitgewirkt bei dieser Er- 
osung durch besondere Teilnahme 
ım Kreuztragen des Herrn. Noch 
zwei andere große Engel, zwei mit 
Kronen stehen im untersten Felde. 
Maria ist so oft Koön:in, daß eine 
Krone nicht genugt Sıe ist die Ko- 
aigın der Patriarchen ung Prophe- 
‘en, der Apostel) und Martyrer, der 
3Zekenner un4 der Jungfrauen, dıe 
Koniyin aller Halligen, ohne Erb- 
unde «mpfanzen, mut Leib und 
Sec’'e in den Hımmel aufgenommen 
1 Koma.n des heitgen Riwen- 
K<ranzes und des Fricden- Im /weı- 
len Bagenfelg diragen Noch sechs 
Mnugzel Kionen 
Diese Kronung Gst Litüurgiech ye- 
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yeiligen Rarmuaschen Reich UDer Ma- 
ons Haupt schwingen zwei Engel 
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ınd Tücher zum Autrocknen Kelch 
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11, Das Marienthema. 
Maria ıst unzertrennhch mit Chri- 
stuüs dem Herıin, ıhrem Sehne un 1 
gleichzeitig ihrem Heirn, verbanden 
SO ist ın der Westfassade des Tirue- 
rer Licbfrauenmunsters, das ein! 
zum Dom uls Marien. ung Pfart- 
kırche mit sigenem Priester kolie« 
gramm egehorte, da Christus lebern mit 
dem Marnenleben aınnıg NVerwäben 
Und duch kann Man das Matien- 
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Verkand.ganae, Mara Einpfana ate, 
Hırtıen und Weinen, Beschmne: aba 
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Lang am Tempel Mara Tednohrne 
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IV. Die Himmelstur, 
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