Full text: Der Saarbergknappe (4 [1952])

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„Der Saarbergknappe“ 
Nummer 12 
Brennende Wohnungstragen in Von der Heydt 
DÖffentliche Kundgebung der GCS - Neugebildete Wohnungsfraktion 
bezieht Stellung 
Bergleute müssen frieren! 
Abhilfe auf Grube Franziska daher dringend geboten 
Auf Grube Franziska fehlt es in 
ler Waschkaue an der nötigen 
Wärme, und die Gesundheit der dort 
ırbeitenden Bergleute ist dadurch 
rnstlich ge‘ährdet. 
Die Waschkaue ist in sechs Räumıt 
‚ufgeteilt, Raum eins liegt unmittel: 
par am Eingange und hat am mei. 
;ten unter den Einflüssen der Kältc 
zu leiden. Die Betriebsvertretung 
1atte schon lange vor Eintreten der 
xalten Jahreszeit auf diese Dinge 
ıingewiesen. Ris jetzt wurde aber 
nichts unternommen, um diesem 
Uebelstand abzuhelfen. Die Beleg- 
schaft der Schachtanlage fragt nun 
mit Recht, warum man dem Be: 
triebsrat nicht gefolgt ist. 
in der Waildgaststätte Von der 
Heydt fand eine öffentliche Ver- 
sammlung der Ortsgruppe der GCS 
statt, in der zu Beginn Vorsitzender 
Nıkolaus Bom mer bekanntgab, daß 
außer zu Bergbaufragen auch noch 
zu wichtigen Wohnungsangelegen- 
heiten gesprochen werden müßte 
Zuviel unliebsame Dinge wären in 
Von der Heydt an’s Tageslicht ge- 
kommen, die böses Blut hervorgeru- 
fen hätten. Anschließend sprach Wal- 
ter Kerner über aktuelle Fragen 
ım Saarbergbau, u. a. über die Aus- 
zahlung der Ergekbnisprämie, über 
Baudarlehen der StWB sowie über 
Jie Reorganisation bei den Saargsru- 
ben. Er trat für eine höhere Einstu- 
fung der Anschläger an den Haupt- 
schächten ein und behandelte zum 
Schluß Knappschaftsfragen, Seine 
Ausführungen wurden mit Beifall 
aufgenommen. 
Als Mitglied der neugebildeten 
Wohnungsfraktion der GCS, deı 
außerdem die Kollegen Schnei- 
der und Weiland angehören, gar 
Kollege Bommer einen Bericht 
über die derzeitigen Zustände bei deı 
Vergebung von Wohnungen in Von 
der Heydt. In der vorangegangenerı 
Diskussion war bereits festgestellt 
worden, daß ein Mitglied der Ein- 
heitsgewerkschaft dabei eine uman- 
genehme Rolle spiele. Es stehe fest 
daß der Genannte beim Freiwerden 
von Wohnungen gewisse Leute deı 
EG, die bei der Hauptverwaltung 
der Saargruben beschäftigt sind 
verständigt habe. Durch sein und 
deren Zutun hätte man bei der Ver- 
gebung von Wohnungen nicht nach 
der Dringlichkeit, sondern nur nach 
der Mitgliedschaft zur EG verfahren 
So habe man Leute für die freier 
Wohnungen in Vorschlag gebracht 
die nachträglich gar kein Interesst 
an ihnen bekundet hätten, ‚wei 
Ihnen z. B. der Weg ins Kino zu wel‘ 
var. Wirklich dringliche Fälle hätter 
lurch dieses unverantwortliche Han- 
jeln bei der Wohnungabteilung nich! 
‚erücksichtigt werden können. Dar 
oll in Zukunft abgestellt werden 
Aonsieur Fuchs von der Woh- 
ıungsabteilung der Hauptverwaltun; 
at sich grundsätzlich bereiterklärt 
nit den Vorsitzenden - beider Ge: 
verkschaften Fühlung zu nehmer 
ınd in Zukunft freiwerdende Woh- 
jungen nach der Dringlichkeit und 
ıicht nach dem Mitgliedsbuch der 
Yewerkschuften zu vergeben 
Man gewinnt hier jeden Monat 
Tausende Kubikmeter Methangas 
lie einen ansehnlichen Betrag ab- 
werfen. Es wäre daher auch an der 
Zeit, etwas zu tun, damit unsere 
Bergleute, wenn sie gewaschen sind 
auch die nötige Wärme um sick 
'aben. 
Auf der Haltestelle 
Franziska - Schacht ent- 
stand im Laufe dieses 
Jahres ein Bahnhofsge- 
bäude mit einem Raum 
für das Personal der 
Eisenbahn, einem Warte- 
raum und der dazu g®- 
hörenden Toilette. Der 
Warteraum, der einer 
Zahl Bergleuten dazu 
dienen sollte, das Ein- 
treffen der Züge abzu- 
warten, kann nicht be- 
nutzt werden, weil dori 
nicht geheizt ist. 
Warum wurde der 
Raum dort überhaupt 
geschaffen? Die Eisen- 
bahn macht die Grube 
verantwortlich rür das 
Heizen und umgekehrt 
die Grube die Eisen- 
bahn, Wer mzsmum hier 
heizt, dürfte der Beleg- 
schaft gleich sein. Aber 
zeheizt werden muß der 
Raum. H. K. 
Die Versammlung iehnte einstim- 
nig Besprechungen und Wohnungs- 
‚erhandlungen mit dem Mitglied de; 
2G. Paul Karr, ab. Sie ist aber be- 
‚eit, mit dem Vorsitzenden der EG 
iringliche Wohnungsfragen zu be- 
prechen, 
Wie Kollege Kerner noch mitteilte, 
st auf Antrag der GCS nun auch 
ine moderne Waschküche für die 
ınwohner im Kasino durch die R6- 
je fertiggestellt worden. — Für die 
reiwerdende Wohnung des Herrn 
schwarz in Von der Heydt liegen 
‚ereits mehrere Bewerbungen Vor. 
die Wohnung wird nach Prüfung der 
Jringlichkeit zugeteilt werden. 
Infolge der Spaltung innerhalb der 
IG sind viele Kameraden zur Orts- 
sruppe der GCS gestoßen. Sie wer- 
jen dort die nötige Unterstützung2 
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