Full text: Der Saarbergknappe (8 [1927])

Nummer 32 
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sommen, der sie aber während des Termins an unser 
Rechtsschutzbüiro abtrat. Unserem Rechtsschutzbür— 
zelang der Nachweis, daß in dem erfolgten Herz 
shlag (S. hatte Bohrungen in Konglomerat vorge 
Iommen) ein Betriebsunfall gegeben war. Darauf 
hin wurde der Anspruch auf Hinterbliebenenrente 
Merkannt. Es gelangten 5787,90 Fr. zur Nachzah— 
lung, währen die erstrittene Monatsrente 348,40 Fr. 
beträgt, die neben der Knappschaftspension zur Aus— 
zahlung kommt. Die Witwe, die durch den Gewerk— 
herein zu dieser Rente kam. ichrieb nach Erledigung 
des Rechtsstreites: 
Möchte dem Gewerkvereinchristlicher Bergarbeiter 
meinen innigsten Dank aussprechen für seine men— 
schenfreundlichen Bemühungen, welche mir zu meinem 
Rechte und aus der Not geholfen haben.“ 
Mögen sich das alle Bergleute und Bergmanns— 
frauen merken, daß der Gewerkverein ein wirklich 
praktischer und uneigennütziger Helfer ist. Wer treu 
a ihm steht. wird das nie zu bereuen haben 
Im Anschluß hieran bitten wir alle Kameraden 
oder Hinterbliebene, denen durch Rechtsstreit oder 
Vergleich eine Renteé erstritten wurde, den Barerfolg 
und die Höhe der Rente sofort dem Rechtsschutzbüre 
anzugeben 
Wahl der Partiemünner — 
Gedingekündigung — Strafankündigung 
Die Bergwerksdirektion hat am 20. Juli drei wich— 
ige Dienstanweisungen erlassen, die wir nachstehend 
zur Kenntnis unserer Mitglieder bringen. Die erste 
behandelt die Frage der Partiemännerwahl. 
Rach 8 21 Abs. 3 der Arbeitsordnung wählt eine 
Kameradschaft ihren Aeltesten, der für die Kamerad 
schaft die notwendigen Geschäfte zu erledigen hat 
Dem zuständigen Obersteiger räumt die Dienstanwei 
ung ein Einspruchsrecht gegen die Wahl ein, wenn 
der Gewählte nach seiner Ansicht nicht die genügen 
den Bürgschaften zur Ausübung des Amtes bietet 
Der Einspruch darf nicht persönlichen Gründen ent 
springen. Das ist ja ganz nett und klar in der Dienst— 
anweisung ausgedrückt, womit aber kein genügender 
Schutz dagegen geboten ist, daß schließlich nicht doch 
persönliche Voreingenommenheit den Einspruch ver— 
anlaßt. Es muß daher darauf gesehen werden, daß 
bei einem etwaigen Einspruch gegen eine erfolgte 
Wahl die Einspruchsgründe klar und eindeutig ange 
geben werden, damit eine Nachprüfung der Stichhal 
tigkeit erfolgen kann 
Die zweite Dienstanweisung behandelt die Frage 
der Gedingekündigung. Nach erfolgter 
mündlicher Kündigung muß innerhalb einer 
Frist von drei Tagen die schriftliche Kündigung 
in einem eigens dafür aufgelegten Journal auf dem 
Büro des Ingenieur Divisionärs oder dessen Sekre— 
tärs erfolgen. Als Nachweis der Berechtigung zur 
cchriftlichen Kündigung dient der Gedingezettel 
In der dritten Dienstanweisung wird angeordnet 
daß als schrifthbiche Strafkündigung zu— 
künftig auch die Bekanntmachung der Bestrafung 
durch Aushang an einer hierzu bestimmten Tafel im 
Zechensaale gilt, soweit Bestrafungen wegen Förde— 
rung von unsauber beladenen oder ungenügend ge— 
füllken Kohlenwagen in Frage kommen. Dem Ar— 
beiter steht es jedoch frei, einen Auszug aus dem 
Strafregister zu verlangen, unter genauer Angab⸗ 
des Strafgrundes. 
Wir bilten unsere Kameraden, sich die Dienstan— 
NVeijzungen aufzubewahren, 
Dienstanweisung über die Bestimmung der 
Kameradschaftsältesten (Purtiemünner) 
Wiederholt sind Meinungsverschiedenheiten bei der Be— 
stimmung der Kameradschaftsältesten entstanden, indem 
die Obersteiger dem von der Kameradschaft gewählten 
Kameradschaftsältesten ihre Anerkennung verweigerten. 
Die Ernennung der Kameradichaftsältesten, welche die 
Zustimmung beider Teile norousiekt zott quf iolaende 
Weise erfolgen. 
Einerseits soll der Kameradschaftsälteste, der mit der Ver 
tretung der Interessen seinet Kameraden beauftragt wird, 
ven diesen gemäß 8 21 (2) der Arbeitsordnung gewählt 
werden. Anderseits hat der Kameradschaftsälteste die 
Kameradschaft zu führen und die Befehle des Aufsichts- 
personals ausführen zu lassen und muß daher genügende 
VBürgschaften jür Sicherheit und berufliche Geschicklichkeit 
bieten, Bürgschaften, welche allein der Obersteiger, der 
die Verantwortung für den Betrieb hat, beurteilen kann. 
Dieser muß daher ein Einsptuchsrecht gegenübert der 
durch die Muüglieder einer Kamerad'ichait eriolaten Wahi 
behalten. 
Selbstverständlich darf dieses Einspruchsteenn nur aus 
Fründen der Sicherheit Anwendung finden und nicht per— 
töpsien Früsnenß bespreinden tVoral. 8 21 d. A-O] 
M Dienstanweisung betr. Aufzeichnung über Ge— 
dingekündigung 
Um genau feststellen zu können, ob die Kündigung des 
Fidinges durch eine Kameradschaft erfolgt ist oder nicht 
und um das Potum jeder Gedingekündiqung au wissen. 
„Der Saar-Bergknapper 
wird die Führung einer besonderen Liste, in welche die 
ßedingekündigungen eingetragen werden, jür alle Divi— 
ionen angeordnet. 
Die Liste (Vordruck — Heft — A 24) wird auf dem 
Züro des Ingenieur Divisionaire oder desien Sekretäts 
Jeführt. 
Seite 3 
3) Dienstanweisung betr. Ausführung des 8 50, Abs. 2 
der Arbeitsordnung vom 3. Sept. 1821, bezw. Rachtrag J 
vom 11. Mai 1925 — schriftliche Strasankündigung. 
Der 8 50 Abs. 2, der Arbeitsordnung enthält die Be— 
stimmung, daß dem Arbeiter innerhalb 6 Arbeitstagen 
nach der Ankundigung die Straie mit Angaabe der Gründe 
schriftlich mitzuteilen ist. 
In Ausführung dieser Bestimmung wird hierdurch be— 
stimmt, daß bei den gemäßß 8 45 der Arbeitsordnung ver— 
hängten Strafen — wegen Förderung von un⸗ 
sausber beladenen oder ungenügendgefüll⸗ 
ten Kohlenwagen — die Strafe als schriftlich mit⸗ 
geteilt angesehen werden kann, wenn nach der Strafan⸗ 
kündigung durch den zuständigen Ingenieur eine Liste der 
einn Arbeiter nebst Höhe der Strafe an einer hierzu 
bestimmten Tafel im ee zum Aushang gebracht 
wird. Auf besonderes Verlangen is jedoch den betr. 
Arbeitern ein Auszug aus diesem Strafregister unter ge⸗ 
nauer Angabe des Strafgrundes — ob wegen unreiner 
Förderung oder ob wegen ungenügender Beladung — 
auszuhändigen. 
Bei allen übrigen Strafen (88 44 und 46) ist in jedem 
rinzelnen Falle die Strafe gemäß 8 50, Abs. 2 durch eine 
zesonders schriftliche Mitteilung dem Arbeiter mitzu⸗ 
teilen 
Jeder Kameradschaftsälteste, det sein Gedinge mündlich 
ündigt, muß innerhalb 3 Tagen nach der Kündigung 
eine Erkläruüng in der Liste der Division schriftlich ein⸗ 
ragen lassen, und zwar in der oben angegebenen Form 
Die Eintragung hat er durch Unterschrift zu bestätigen. 
Als Nachweis, daß er zur Kündigung berechtigt ist, hat er 
einen Gedingezettel vorzulegen; dieser Gedingezettel 
dient gleichzeitig als Vollmacht für dasjenige Mitglied 
einer Kameradschaft, welches im Ramen des etwa verhin— 
derten Kameradschaftsältesten mit der Bestätigung der 
Zündidung beauftragt ist 
Die Gedingekündigung gilt nicht von dem Tage ab, ar 
em sie bestätigt und schriftlich unterzeichnet, sondern von 
dem Tage ab, an dem sie dem Ingenieur oder dem Fahr— 
teiger unter Tage mündlich mitgeteilt worden ist, jedoch 
unter der Voraussetzung, daß sie innerhalb 8 Tager 
chriftlich bestätigt wurde. 
Rechnungs⸗ und Vermögensübersicht des Saar⸗Knappschafts⸗ 
vereins für das Kalenderiahr 1926 
1 
Auch die Pensionskasse A hatte im vergangenen Jahre grüßzenswert erscheinen lassen. Nachstehend geben wir unse- 
»ine durchaus befriedigende finanzielle Entwicklung zu ver- den Mitgliedern die genauen Einnahme- und Ausgabezah- 
eichnen. Die angesammelten Reserven erscheinen nicht zu len bekannt. Unsere Mitglieder werden zu beurtkeilen ver⸗ 
hoch, wenn man dedenkt, daß Zwischenfälle eintreken kön- mögen, daß auch die Pensionskasse im Rahmen ihres 
en. die das Bochandensein angesammelter Referven-be-Koönnens guüt gearbeitet hat— 
U. Pensionskasse A. (Arbeilerableilung). 
Einnahmen. 
A. aus Vorjahren: 
. Barbestand am Anfang des Jahres 
?. Zinsenreste 
Rechnungsdefekte 
m einzelnen: 
2567 424,05 
469. 26 
im ganzen: 
yn 
2567893.231 
B. Aus dem laufenden Jahre: 
Kapitalzinsen und ökonomische Nukungen usw. 
l. Kapitalzinsen 
2. Oekonomische Nutzungen 
Beiträge der Vereinsmitglieder: 
Rostand Ende 1926 männlich 73 113 weiblich — 
73 113 einschl. 1315 jugendliche Arbeiter 
1. Laufende Beikräge 
2. Anerkennungsgebühren 
J. Ordnungsstrafen 
Reitrkßoedes Werkseigentämers: 
1. Von der Bergverwaltung 
2. Von der Knappschaftsverwaltung 
Sonstige Einnahmen: 
J. Anrechnung bezw. Erstattung von Vereinsleistungen (kKk 145 u. 149 der Satzung) 
»Erffatlungen v. anderen Knappschaftsvereinen (8 100 d. Satz.) 4) Invalidenpensionen 
Witwenpensionen 
3. Erstaktungen von der Reichsknappschaft 
1. Verschiedenes 
Außtßeretalsmätzige Einnahmen aus Vermögçcensertkrag: 
1. Von ausgelosten Wertpapieren 
2 Zurückgezahlten Kapitolien (Oarleben) 
WSonstfiqes 
3 807 401,60 
684 978.35 
4492 379 953 
28706 715,258 
25 143 — 
28731 858.23 
28 686 284,80 
20 430.45 
799 542,95 
34 369,37 
3088,41 
255 609,93 
48 40935 
28706 715.25 
1140913,01 
65639 759.77 
3301 469,30 
5 6652 243.67 
Die Einnahme behkrug insgesamt: 
— — — 
3 953 712,97 
74 953 472. 74 
Ausgaben 
aus dem laufenden Jahre: 
Leistungen: 
—D 
2. Witwenpensionen 
Mailendelder 
32 809 116,43 
8223170,73 
2 299 163,85 
43 336 451,83 
879 692,7 
138 867,81 
269 125,51 
1287686.29 
Erstattungen an andere Knappschaftsvereine a) Invalidenpensionen 
b) Witwenpensionen 
Penkionsanteile für den Rei bsknappichaftsperein 
Laufende Unterstützungen 
5chulkosten gemäß 8 102 der Satzung: 
. für Schulbücherliefe rung 
Rfür Barleistungen als Ersak 
4624 137,30 
2755 602.05 
1074 055,67 
4656,18 
1078 711,88 
2727138.93 
Verwaltungskosten 
ßBaunrfterbelftungskosten und Bauaufsicht: 
Mauunterhaltungskosten 
a) aus dem Verwaltungsgebäuden 
by aus dem Verwaltungsgebäude n 
c) aus dem Haus Karlstraße 
9 aus dem Haus Laurettenstraße 
e) aus den Dienstwohnungen Halberaftraßze 
s) Hotel Excelsior 
) Direktorwohnung Lessingstraße 
a Hienstwohnungen Frankenholz 
Fr. 
81 v98,82 
6 03502 
31890 
2 44690 
46925 
—X 
22 12444 
9813785 
1365328.73 
hiervonträgt: 
1. die Krankenkasse 
2. die Pensionskasse 
3. Die Invalidenvoersicherungs-Kasse 
Idie AngesilelltenVersicherunaskasse 
28721,50 
1897,59 
12003,24 
14 99 
42 638 55 
93 890,18 
Qa 800 140
	        
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