Full text: Der Saarbergknappe (7 [1926])

Seltte 4 
Jeder dieser Arbeiter erhält den Lohn Siye Lohn⸗ 
klasse nach der Lohnklasseneinteilung des Lohntarifver— 
trages, d. h.! 
Lohnklasse 11: Signalgeber, Anschläger und Abziehe! 
der Hauptförderschächte. 
Für diese Kamerodschaäft wird den oben angegebenen 
allgemeinen Bestimmungen gemäß ein Gedinge ijestgesetzt 
Die Verteilung des darauf verdienten Betrages erfolgt 
ebenfalls nach der allgemeinen Anweisung. 
Die Arbeiter an der Schachtmündung über Tage (Sig— 
nalgeber, Anschläger und Abzieher) und die im Schicht-— 
lohn bezahlten Fördermaschinisten bilden eine besondere 
Kameradschaft. Jeder Arbeiter erhält den festen Lohn der 
Lohnklasse, zu der er gehört (im allgemeinen Lohnklasse 13 
über Tage). Für diese Tageskameradschaft ist ein beson 
deres Gedinge jestzusetzen. 
Uebergangsbestimmungen. 
Die Löhne der vorstehend angegebenen Arbeitergruppen 
waren bereits vor dem 1. August 1925 auf verschiedenen 
Fruben dahin geregelt oder die Arbeiter erhielten Prä— 
mien, daß sie an der Förderung interessiert wurden. 
In den Verhandlungen über Arbeiterfragen Ende Juli 
1926 und insbesondere in der Besprechung vom 31. Juli 
wurde ausdrücklich vereinbatrt, daß die neue Regelung 
sbip Verschlechtetung der Beteiligten nach sich ziehen 
ollte. 
Um diese Verpflichtung der Administration zu halten 
ist wie folgt zu verfahren: 
Für jede Grube ist eine Liste derienigen Arbeiter auf— 
zustellen, die bei der Kohlenförderung beschäftigt sind und 
die vor dem 1. Juli 1825 mit in Kohlenkameradschaften 
verrechnet wurden oder besondere Prämien erhielten. 
Für jeden dieser Arbeiter ist der im Laufe des Monate 
Juni 1925 als Arbeiter bei der Kohlenförderung ver— 
diente persönliche Lohn für die Schicht festzustellen. 
Dieser Lohn ist um 5 Prozent zu erhöhen, um der all— 
zemeinen Lohnerhöhung auf Grund der Juliverhandlun— 
gen Rechnung zu tragen. 
Man erbhält so einen bestimmten Lohn, der als versön⸗ 
icher Mindestlohn für den in Frage stehenden Arbeiter 
inzusehen ist, solange derselbe bei der Förderung beschäf— 
igt wird (gleich, wo sich seine Arbeitsstelle auf der Grube 
definden wird). 
Ist nun der Lohn, welcher ihm nach der neuen Regelung 
zustehen würde, niedriger als dieser Mindestlohn, so muß 
hmüder Mindestlohn gezahlt werden; ist der Lohn dagegen 
aach der neuen Regelung höher, so ist ihm der hiernach 
wirklich verdiente Lohn auszuzahlen. 
Der technische Direltor 
gez. Sainte-Claire-Deville, 
Regelung des Deyutatkohlenhezuges 
Ausschneiden und aufheben 
In der Nummer 50 vom vorigen Jahre brachten wir 
»ie Dienstanweisung, welche die genauen Bestimmungen 
um Bezuge von Deputatkohlen enthält. Als Ergänzung 
»ieser Dienstanweisung hat die Bergwerksdirektion nun 
Tabellen herausgegeben, die den Deputatkohlenbezug re— 
geln, sofern im Laufe eines Bezugsjahres Aenderungen 
n den Bezugsvoraussetzungen eintreten. Da sehr oft ge— 
zade in dieser Angelegenheit Aniragen an uns ergehen, 
zeben wir die Tabellen hiermit bekannt und knüpfen 
daran das Ersuchen, die Tabellen nebst der Hauptdienst— 
inweisung aufzuheben. Im Bedarisfalle kann sich dann 
jeder selbst unterrichten und bleiben Rückfragen erspart. 
Tabellen zur Berechnung der den Bergarbeitern 
zustehenden Kohlenmengen. 
Tabelle J. 
Berheiratete Arbeiter mit einer Dienstzeit von weniger 
als 3 Jahren oder Arbeiter, die im Laufe des Jahres 
heiraten und noch keine 3 Dienstjahre haben: 
Beendigung der Dienst- Belieferungs— Zustehend 
zeit von 3 Monaten oder zeit rechnet ab: Menge 
Verheiratung in der Zeit 
vom: 
vor dem 1. April 
1. April bis 31. Mai 
4. Juni bis 31. Juli 
4. August bis 30. Sept. 
1. Oktober bis 30. Rov. 
EPYeabis 31 Janugor 
1. April 3000 Kg. 
l. Juni 2500 Kg. 
August 2000 Kg. 
Oktober 1500 Kg. 
degember 1000 Kg. 
.Februar 500 Ka. 
Tabelle II. 
Arbeiter mit einer Dienstzeit von 3 und mehr Jahren, die 
im Laufe des Jahres heiraten oder verheiratete Arbeiter. 
die im Laufe des Jahres wiederangelegt werden. 
Ddie Verheiratung erfolat Belieferungs— Zustehend 
»er die neue Dienstzeit zeit rechnet ab: Moenge 
»on 3 Monaten ist be— 
eindet in der Zeit vom' 
zor dem 1. April 
l. April bis 31. Mai 
. Juni bis 31. Juli 
J. August bis 30. Sept. 
. Oktober bis 30. Nop. 
NHoea. bicz 341 Janugr 
. April 3000 Ka. 
.Juni 5000 Kg. 
August 4000 Kg. 
. Oktober 3000 Kgag. 
.Degzember 2000 Kg. 
Februagar 100 64. 
Tabelle III. 
Berheiratete Bergarbeiter, die im Lause des Jahbres die 
dreijährige Dienstzeit vollendeten. 
Gültig für Arbeiter, die bei Beginn des Bezugsjahres 
boreits verheiratet waren). 
Ddie dreijährige Dienst⸗ Zustehende Menge 
eit ist beendet in der 1. Halbiahr 2. Halbiahr 
Zeit vom: 
por dem 1. April 
æApril bis 31. Mai 
. Juni bis 31. Juli 
. August bis 30. Sepi. 
Oktober bis 30. Nov. 
Dez. his 31 Januar 
eSaure⸗-Bergtug 
Tabelle IV. 
Unverheiratete Arbeiter, denen jährlich 1250 Ks. Kohlen 
zujstehen und die im Laufe des Jahres die dreijährige 
Dienstzeit vollenden. 
Die dreiiährige Dienst- Belieferungs- Zustehende Menge 
zeit ist beendet in der zeit rechnet ab: bis zum Ende 
Zeit vom: der Bezugsperiod⸗ 
bor dem 1. April 1. April 1250 Kg. 
LApril bis 31. Mai 1. Juni 1000 Ka. 
. Juni bis 31. Juli 1. August 750 Kg. 
. August bis 31. Okt. 1. November 500 Kg. 
Nov. bis 31. Dezember 1. Januar 250 Kg. 
Numme: 
Tabelle IX. 
Unverheiratete Arbeiter, denen als Haushaltungso 
siünde (a4) 1,5 Tonnen bezw. 3 Tonnen Kohlen zusieh 
und verwitwete Arbeiter (b), denen 1,25 bezw. 25 Tonn— 
Kohlen zustehen: 
ßr. Arbeiter, die zu l.Ssto)) Arbeiter, die 
Wenn die Ziähr. bezw. 3 Tonnen be⸗ 1,200 bezw. 2.5 
Dienstzeit vollen⸗ richtigt sind Tonn. berechtigt 
det wird in der — — — 
Zein vom: 1)1. Halbj.] Insge⸗H.1L. Halbj. J Insg 
2 2. Halbj.j samt 12)2. Halbj samt 
kga jekg kgę — x 
Labelle v Vor dem 1. aprn 9 900 3 000 b I 
Unverheiratete Arbeiter mit einer Dieustzeit von drei — 
i j⸗ F 25 37 10 j —E 
Monaten, die als Saushaltunasvorstand anerkannt werden. . April bis 31. Mai! 31876 2750 — 2 
Sojsern ihm für das ganze l. Juni bis 31. Juli 1000 127350 
dadr nitehen: Hult 1800 2800 31330 
I 1. August 1) 750 1) 7350 
9 290 35 39 bis 31. September 33 15600 2250 3186 
1250 17560 2000 2 500 
döööα 1730 2600 le ober 1) ,750 200 9, 7500 
33 3 Ibis 30. Nobember! 2) 1280 2) 1000 
500) 750 750 1000 
* 500 *56 1. Dezember 1) 75011750 1) 750 
A bis 80 anuar 3 1000 7801 
Erfsolat die Anerken⸗ 
nung in der Zeit vom: 
Tabelle VI. 
Inverbeiratete Arbeiter mit einer Dienstzeit von 3 uw 
nehr Jahren, die als Saushaltungsvorstand anerkann— 
werden. 
Von den Arbeitsstätten 
der Kameraden 
Erfolgt die Anerken⸗ 
nung in der Zeit vom 
vor dem 1. April 
. April —31 Mar 
Juni—31. Juli 
August —30. Sept. 
Ottober —30. Nov. 
Dez. — 31. Januar 
So erhält Sosern ihm jür das ganzt 
Jahr zustehen: 
er vom 3 Jahr usebn —J 
1. Aprilab 3000 4000 4000 6000 
. Jünsab 12500 3000 10003000 
.Aungust ab 2 000 3 000 3000 4000 
Okteab 15002 000 2 6000 3 000 
.Dea. ab 1000 1000 1500 2 000 
L. Febr. ab 500 1000 1000 100 
Tabelle VII 
Unverheiratete Arbeiter, denen als Haushaltungsvorständ« 
4) 3 Tonnen bezw. 6 Tonnen Kohlen, b) 2,55 Tonnen bezw 
4.5 Tonnen Kohlen zudtehen. 
Grube Wellesweiler. Am 14. Dezember gegen 54 
nachmittagas verunglückte auf Grube Wellesweiler in 8 
teilung 1 der Kamerad Otto Braun aus Lautenbar 
Am Schacht der Grube wurde ihm die Ausfahrt verwe 
gert. Braun mußte sich mühsam durch den Querschlag, d 
Grube Bexbach mit Grube Wellesweiler verbindet, na 
Grube Bexbach schleppen. Dort erst konnte er zu Ta— 
fahren. Hier mußte er stundenlang in der Waschkaue lj 
gen, bis gegen 10 Uhr abends der Transport mit de 
Krankenwagen der Grube König ins Knappschaftslazare 
Neunkirchen erfolgen konnte. Es ist geradesu unerhö— 
wie unsere Bergleute heute behandelt werden. Wennen: 
ein wenig menschliches Gefühl herrschte, hätte dem Kam 
raden sofort am nächsten Schacht die Ausfahrt ermöali— 
werden müsien 
Wenn die 3⸗ 
ihrige Dienstzei 
vollendet wird 
n der Zeit vom 
w Arhencrnndit b) Arbeiter, die zu 2, 
zuͤz ß * 
Tonnen berechtigt p 5 t berechtig 
sind 
)1. Halbi ins⸗ 1) 1. Halbiahr nsgefam 
22. Halbj.gesamm 2)2 Halbjahr 
Grube Frankenholz. Am 16. Des. verlor der Kamer 
Richard Charois seine HSauptlohnung im Betrage ve 
163 Fr. Der Kamerad Johann Forsch fand den Betroe 
und händigte diesen dem Verlierer soöfort aus. Dem el 
lichen Finder spricht Kamerad Charois an dieser Ste 
horslichen Dank aus, dem auch wir uns anschließen, 
der Vorgang erneut ein Beweis für die edle Hilfsbere 
chaft und große Ehrlichkeit unserer Knapyvon ist 
kg xkg 
kg 
ror dem 1. April 
k8 
i.2000 
(ftatt 2.258059 
) 2.500 4,500 
(tatt 2,250) 
) 2001 
(statt 1,870), 4 500 
2) 2,50 statt 4,125 
(statt 2,2000 
1) 1,500 
i) 3000) 
2 3.000 60011 
Zablitelle Berschweiler. Am 5. Dezember trat uß 
langiähriger Kassierer Käanrad Schneider in den wo— 
verdienten Ruhestand. Gemeinsani mit unserm ergraut 
Knappschaftsältesten Nikol. Eifler hat er am 1. Ap 
1805 die hiesige Zahlstelle des Gewerkpereins gegründ 
Durch 20 Jahre hindurch haben die beiden Kämpen d. 
Gewerkverein hoch gehalten, haben die Stürme abgeweb 
und in uneigennütziger Hingabe unserer edlen Ber 
mannssache gedient. Nun ist ihtr Haar grau geworden ur 
des Lebens Abend hereingebrochen. Jüngeren Kräfte 
denen sie die Grundlage ichufen, konnten sie ihr so tr 
verwaltetes Amt in die Hände geben. Möge den beit 
braven Streitern für eine gute Sache noch ein langer u 
schöner Lebensabend beschieden sein. Wir geben ihnen d 
Mersprechen, in ihrem Geiste weiterzuarbeiten. 
Vorstand und Mitgliedsichaft 
Wir schließen uns diesem Wunsche aus ganzem Her— 
an. Revierleitung und Redakfioe 
1. April 
is 31. Mai 
1) 2500 
2 36000 5500 
D. ado0 — 
(tatt 2,2500 Utatt 3, 750 
) 1.00) 
(tatt 1,125) 
2) 2.500 3500 
(statt 2 250) tatt 3,371 
) 1.000 
(statt 15125) 
2 3000 3,000 
(statt 1875) 
1 1000 
Fezennner 1) 1803 iiait — 2,300 
zis 34. Jannar 2) 2000) 3. 502) 1509 statt 2625 
1. Juni 
is 31. Juli 
) 2,000 
2 3.000 5.000 
LLIILILLL 
— Allen Vorstandsmitgliedern, Verkrauens⸗ 
Zleulen, Mitgliedern und Familienangehö- 
e rigen, allen Mitarbeilern und Freunden 
— wünschl ein 
— ⸗⸗ 
Zgesegnetes und glückliches 
3 neues Jahr! 
SBecevierleitung und Redaktion. 
u hmi dunut dimunt hmu hnuut hnnn Dinun Huu 
Bekanntmachungen 
Kameraden, vergeßt nicht, euer Mitgliedsbuch 
1925 in Ordnung zu bringen! Der lekte Termin de 
ist angebrochen. 
Vorstandsmitglieder, vergeßt nicht, die Dezembe 
rechnung rechtzeitig nach Saarbrücken nebst den * 
trägen einzusenden! Auch die Marken für 1925 
reitperblieben. müssen eingeschickt werden. 
Tabelle VIII 
Anverheiratete Arbeiter, denen als Haushaltungsvorstände 
12 Tonnen bezw. 4 Tonnen Kohlen, b) 2 Tonnen bezw. 
3 Tonnen Kohlen zusteben. 
p Arbeiter, die zu2 — u 
Wenn die 83 jährige / bezw.4 Tonnen 2 bezw. 3 Tonnen 
Dientzeit ee —3 l berechtigtF sünd 
vird in der Zeit vom un Halb. Jusge— Halvi. Ins. 
»j2. Halbj Ansges. 552Halbl. gefamt 
k8688 kt — ke 
) 2000*08 HN 1,300 
3000 *8600 31300 82.000 
) 2.000 4000 
tatt i7000 (tatt 3. 000 
7 d Vy H 2 
4J 4 —3 
Zd 3800 31333 2 750 
1) LC0. hucoo 
o 08 3160 2 
) 1000 — 
—,— 
Sicis tatta27 15 
) uooo ) 1.000 
21500 25600 312 
Der erste Wochenbeitrag (Woche vom 27. Dezem 
bis 2. January) ist in dieser Woche fällig. 
Für die Redaktion verantwortlich: P. Kiefer, Saarbrüd 
Verl. des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter Deutschio 
Dtuck: Saarbrücker Druckerei und Verlag A. G.
	        
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