Full text: Der Saarbergknappe (7 [1926])

Nummer — 
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Air im Socicthret ime gegenüber den Verhöltiusen in 
Deufschlant in ieser Behtehung not anßererdeuthch weit 
uruck. Es is errrereice daiz wor sordern, daß die 
nden Verhaanite cud her in Arwendung gebrach! 
— 
Ganz besenderen Wert legen wir darauf, daß die sogen 
dmnecungagrenze wegtallt ebe; daßz sie dergehatt feitgelegt 
ud dab dern wrece ahrestehn stets bei der Berechnung 
er Rernte zugrunde gelegt werden muß. Besenderen Wert 
Gern wer aud dargut, zu betonen, daß das zurzeit be— 
hende Toehuweboehn im der Leitungsregelung bofeitigt 
pud. Wer vickt celich mit der Unfallversicherung zu tur 
hat, dem it es hente ganz unmeödlich, sich noch in der 
deistungen quszukennevn 
Sert 198206 haben wir nun betreffend Leistungen in der 
nfallpersichernug im Saargebiet fünf Hauptklessen und 
unt Unterklasfen, Wer sell nun noch in der Lage sein, sich 
muczukennen? Wier vertreten, die Auftfassung, daß die 
Uafßenbildung verschwinden muß und die Leistungen einheit 
ich gestaltet werden mallen. Wir verlangen daher dringend 
aß die Klassenbildung bescitigt wird und hoffen, diesbezüg 
aich ber der Regierungskommissson volles Verständnis zu 
inden. Vor den Arbeilgehern erwaorten wir die Emsicht. daf 
djie jetzigen Verhältnisse unhalkbar sind und einc Resor 
nierung vorgenemmen werden mußz. 
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch besonders darau' 
himweisen, was der Gewerkverein zwecks 
Perhefserung der Lage der Sozialreniner außer 
halb des Saargebieles, 
ie von Versicherungskrägern des Saargebietes Reyte be 
uchen. getar hat. Die Regierungskommission de 
koargebieles hat zum Beispiel den außerhalb des Saar 
ebieies wohnenden Invraliden den Staalszuschuß, der zu 
ent noch 180 Franken fährlich bekrägt, versagt 
der Gewerkrereim hat lich nun bemüht, bei der Reichs 
reggerung, daßß dzesen armen Leuten vom Reich geholser 
vpird. DMe Bemuhnngen waren von Erfolg und zahlt da—s 
Reich den Reichszuschuß an diese Invaliden in Hohe vor 
nenatlich ß Mie. Durch den letzten „Saar-Bergknappen“ af 
hnen bekannt geworden, daß es dem Gewerkverein euch 
zelungen ijp. vom Reich eimen Zuschußz zu erhalten für die. 
enigen Bergarbeiter. die im Sgargebiet beschäftigt sind und 
die Leistungen der Wochenhilfe und Wochenfürsorge w 
Ansprtuch nehmen möffen. Natürlich wurde das alles nicht sr— 
emfach und schnell erreicht, wie man das hier erzählt. E— 
dedurste mmmerhm eciner ganzen Reihe von Verhandlunger 
und Schriftsähen, um cinen Eriolq zu erzielen 
Knappfchaftliche Fragen. 
Ich darf vun von dem allgemeinen sozialpolitischen Ge 
biete abgehen und Ihnen berichfen, welche Verbesserunger 
tesp. Aenderungen auf knappichaftlichem Oecbiete zu 
—DD—— 
Da mochte ich zuarst auf die Verhältnisse eingehen, vor 
denen 
die Knappschoflskrankenkasse 
wr Zert noch beherrscht wird. 
Wir haben Ihnen mehrmals durch den Saar-Werg 
zneppen“ mitgetkeilt, datß der Haushaltsplan der Kranken. 
zefse inn Vorenichlag fut 1926 ein Defizit von ? Wililioner 
Jas vorljah. Eine Kasse aber, die mit Defigit arbeitet, ha 
nrgesunde MVerheltniise. Es war daher unsere Piucht, die 
nasse zu fanseren bzw. sie lebensfäöhig zu gestalten. Denr 
es gibt dech heule keinen Arbeiter mehr, der auf sein 
ankenkoise verzichten will. 
Seit Noerember vergangenen Jahres schwebte nun ein 
Etrent zwischen den Arbeifgeberpertretern und Arbei 
aehmerrertresern in der Knappfchaft um die Sanierung der 
krankenkasjse. Daf dieselbe saniert werden muß, darübe 
waren sich beibe Teile vollkpemmen einig; die Streitirage 
war mur dae: .Wie soll saniert werden?“ 
Win standen auf dem Standpunkt, daß eine Sanierung 
an erfelgen konne baburch, daß man der Entwertung det 
hanzosischen Franken Rechnung trägt und eine entsprechende 
Beitragsgestaliung pernimmt. Der Arbeilgeber hingegen 
wollte die Kasse zur Gesundung bringen durch von ihm be 
sonders ausgeklugelse Sparmaßnahmen und zwar wolln 
der Arbengeber den Fehlbetrag an den krankfeiernden Mit 
gliebern hreinsparen, mit anderen Worten, der Arbeit 
geber wunichte, doß die Leistungen abgebaut werden jsollten 
Behtz die Arbeunehmer sich mi Händen und Füßen da— 
gegen weohrten, versteht sch am Rande und war deshalt 
eme Emigung nicht zu erzielen. Auch in der Gencralver 
sommlung des S. 8 W. am 26. und 27. Februar kounte 
dese Eimgung nicht geschaffen werden und bequftragte die 
Bencralversammlung den neugewählten Vorstand, eine Rege 
2460 wechs Sanierung der Krankenkasse zu suchen. 
den Vorssond und der Saßungsausschuß beschäfligen sich 
mehreren Sizungen erneut mit der Frage, der Arbeit. 
niberjetech gab nicht nach und woeil keine Einigung erzgiel 
werden bennte, mußte der gesamle Fragenkomples dem 
ODberbergomt als Aussichisbehterde zwechs Entscheidung über 
wiesen werden. Wir als Organisaktionsvertreter richteter 
tort emwe Denkischrift an die einzelnen Müiglieder de 
Regiernngskommission, in welcher wir unseren Standpunk 
blailegten und begründeten. Auf Grund dessen hatten wu 
Verhöndlungen mit den Ministern Kotzmann und Morize 
heide Herren versprtachen uns, sich für eine befriedigende 
Kegelung einsehen zu wollen. 
Nach mehreren Werhandlungen quf dem Oberbergamt 
wieh der Arbeitgebervertreter von seinem statren Ssand 
bunkte ob und machte bestimmte Zusagen. Auch wir mußten 
weil wir unsere Milglieder nicht schädigen wollten, etwas 
nachgeben und kam dann schließlich eine Regelung zustande 
die uns zwar vicht hefrie digte, jedoch das Beste war, was 
nur Zeit rreicht werden konnte. Der Arbeitgeber wollte nur 
ech die geheßlichen Regelleistungen gewähren, d. h. es solller 
A8 ersten Tage und an Sonn- und Feierkagen keir 
ronkenge:de mehl gezahlt werden; außerdem sollte das 
deusgelo im Falle der Lazarettbehandlung eines Migliede: 
um 25 Prozent ermößigt werden. Wir haben dann er— 
icicht, daß der Arbengeber die Zulage machte, daßz be 
ansere Krankheitsdauer vom 3. Sonntage ab auch da 
konnsoge beehlt werden. Das Hau*geld soll wie dishe 
m voller Hehe des Krankengeldes gewahrt werden. 
„Der Saer-Beratbnapyve“?“ 
Gerabe nun, ols be eleng gettrifen war, erichier 
der bereilbs geschlderte Criot der Begerungebemmistrer 
wonoch dic Grunbtehn MNbnsrenze 25— Fiee und du 
anngrenze 585— TRrs. kbetragg. Es begannen neu— 
Verhandlungen. In. dre: Sitzungen, beschaftigten wi 
uns wiederum mu der Fige, werl wan wunschten 
daß die Knappschaft ani bem Eebiete der Krankßen 
2cldiestjetzung vorbildlich sein. selle vnd hatlen wi 
zeshalb beantragt den Erundlohn auf mbestens 35.— Frs 
stzusetzen. Der Arbeitgeber jedoc erblatte, unter kemes 
Umständen weiter zu gehen wie 25 Fas. Dcjer Berras 
yurdc geger unferen Wilten als Eirundlhn fefocitenßt 
Die neue Leistungscihrhung und das béererte vorhanden 
starke Defizit in der Krankenkasse madne natntlich aud 
eine andere Beilragsregelung 
notwendig. Hierber kom es zwischer der VBerwaltung uni 
dem Arbeingebe: zu Mesnungsverschedeaheisen; die Ver— 
wvaltung versuüuchte durch eine bestrdere Nochweisung Geie 
nadch vollständig im „Saarhergknappen“ verotfentiich 
werben wirde, den Beweis zu erbringen, daß um die Anf 
zJaben der Kafse nur erfüllen zu kcennen, ein monatuche 
Beitrag von 28.- Irs. ersorderlich ser. Duie Benraas 
»rhehung wurde 1666 Ire. monoflich besracer 
Diese Fordetung der Verwaltung fjanden wir zu hock 
ocmefsen. Ver Arbeitgeber jeboch wollte sotsachlich noct 
nicht einmal em RNmimum aufbringen, welches zwecke 
VDurchführung der neuer Leistungen unbedingt anfgebrach 
werden muß. Er schluge eine Bemggscrhohung vor 
276 Freä. peag. Tomit wäre aber latsachlich kaum öda— 
Defizik gedeckt. welches bereus zu vergzeichnen ist. Vact 
angerem Hin und Her erkloarte ber Arbeugeber, emer Bei 
ragsfestsehung dvon mongatllich 28.16 Frs. zuzustimmen. 
Ob mit dieser Beitragsregelung der Kaste gedient ist ver 
mag ich heute vicht zu behaupsen. Nos nachste Halbjahr 
wird ergeben. welcher Mathemotiber det beste ist ob de 
von der Berawerksedieklibn böer derienige von ber Knapr 
ichaft 
Die Penstonsregelung 
hat in den letztrerßgangenen Menaten mehrfach eine Aepöe 
rung erfahrer. Die Pensonssotze 16cein sich aufj Grund 
der Besimmungen im neuen Knappschaftsgesetz noch der 
emgehenden Beitraägen. Da der Beitrag 5.2? Prozent fü 
jede Seite vom jeweiligen Haucrhurchschinttssohn bettagen 
mußz. so bedmngt jetbe Lohnerhohung auch cine Beitrods 
erhöhung zur Pensienskosse und weröen damensolge qud 
dic Leistungssohe der Penssonskasse enliprechend erhöht 
Unjere BRufgabe ist es, darüber zu wachen, baf die Leiftungs 
sähe festgelegt werden, datßz das prozenfuose Verhältnis 
wie es das Gesetz vorschreibt, gewahrt bleibt. Ich will da— 
mit jedoch nicht zum Ausbruchk bringen, daß wir mit der 
Leistungsgestahung zufrieben find. Die m dem Knapp- 
chaftsgeseß vorgeschriebenen Sätze ind Mindestfätze und 
rzonnten bei emnigermaßen antem Willen des Arbeitgeber? 
noch wesentlich erhöht werden. TSer Arbhengeber jedod 
setzt unseren Forderungen stess ein Aein enfoegen unk häl 
r sich an die gesetzhchen Mindesssotze 
Die Neuregetung för Monos Joli ist Ihnen ja hbereits 
urch den „Scarberoknappen“ bekannt geworben unkß mochter 
wir nur nochmols biften. den „Soorbergknappen“, wen 
er wichtige Bestimmungen enthalf, ser es duj knappschaft 
lichem Gebiete, ferses aus dem Gebiete des Lohnfarijwesent 
und dergl. mehr, ant antzubewöhren, bamit ieberzeit on 
Munsch den Mnglicbern Auischluß gagebern werben kanr 
Hilse des Reichs-Knappichafispereins. 
Im Insammenhong mijn der Penssensfröge muß ich ein 
antere Angelegenheit hier erotsern, bdie betests viel bese 
Biuft im Saaergebiet geschafien mnd wornber schön viel W 
redet und geichrreben wurt 
Es bekrifit dies das 
Angebot des Reichs Knapplsehaftsvereins 
an den Saar-Knapphchaofisverein 
in. Ansehnng ber Answerlnugsgesehe, dem snospschafts 
nerein 1.5 Millioncn EM. zur Beisuguna zu ffessen. um 
damit die zeitiae Netlage ber Rentenempfanget mildern 
zu Bennen. Domit Sie ahe lie rerehet, wos es mit 
diesem Angebet fur eint Bewantore bhat. muh ich heuse 
aufj die Vorgonge eliwog naher eingehe 
Als im Amdange ders rergnee Sahre bue Derheon 
sungen wegen der Srarpidaftrefoom keinen. Fortgang 
nehmen wolltsen. und bi Belage der knoppichafihcher 
Penssonüre und Bentenempféöngerem Snargebret immer 
unertroglicher wurde, bejciesen wn, gememsom mil den 
Verband der Bergorbeiser ber ber Beichercerung nor 
ltellie zu werden-und dicjelbe an nchern, in Anjchung de— 
Abs. ? des 8 24 des Saacrstanie nns in vpueren Bé 
muhnngen zwecks Beficruvng her vog ber Strlrentne 
im Saargebiet zu unternüen, b0 nach dem genonnten Pao— 
ragraph Deutichland unb die Rgieinnackewimisssen des 
Soargebietes verpflichtet snt a Rechse be Srarentne— 
im Saargebiet zu schützen. Es kcun onct au Verhontlungen 
In dicsfen mochften wir die Kciciregerung borani anf 
merksam, dafß sie ihre Pllichlen holern munsfje. Wir minßter 
uns aber an Hand von Belegen nverzangen, bap die Reichs 
regierung alles getan hatie was in ihren Sraften stanb, um 
die Saarregserung zu vorcnloßen, die Sestunasfate in den 
einzelnen Iweigen ber Sezalrcisicherung id anszubauen 
wie dies anch in Deutschlond geschehen wern 
Es wurde uns der Bewcis geleferk det bdos Reich alie 
neuen Bessimmungen — jhei ecs in der Soziolperscherung 
oder in der Kriegsbeschädiglenfürsorge — der Soorregierung 
pon amiswegen zugeflellj halte mil bder Bille, diese Besstim 
mungen auch im Saargebiel zur Gellung zu bringen. Dicser 
halb war der Reichsregierung keine Schuld beizumessen 
Wir vertraten jedoch die Auffosfung, daßz das Reich immer 
hin gehalten sei, etwas besonderes zu kun, wenn die Saat 
regierung sich weiterhin rückständig zeige Es wurde ung 
Prüfung unserer Anfrage zugesagt und sanden dann in 
pli vergangenen Jahres wicderum Verhandlungen statl, an 
welchen Vertrelungen ven jamthchen dentschen Bundes 
taaten teilnohmen. Wir konnlen fesfstellen, datz die Reichs 
remerung sich ernstlich mit unseren Antfrägen beschäftig 
hotte, weil ste dercils in diesen Berhandlungen mit posi 
twen Vorschlagen gqußbarten honnte. Der Verfréter de— 
Seite 3. 
ReichsSarbeilsministeriums als Verhandlungsführer gob ung 
bekbonnt, daß das Reich selbst infolge den Dawesgefetze 
nicht in der Lage ser Zuschnsse zu gewähren dae die inter⸗ 
alllerle Kontrolsikommisston die Gewährung solcher Inschüsse 
für das Saargebref micht genehmigen werde. Es bestände 
jedoch einc andere Doghchken, den armen Sozialrentnerr 
zu heifen und zwar dadurch daß der Reichs-Knappfchafts 
rvecrein als Nechfolger des Rüchversicherungsperbandes ver. 
aniaßt werden konnte, gemöß den Aufwertungsbestim. 
mungen berents vorzeitig emen namhaften Aufwertungs— 
betrag ar den Saat-Knappschaftsperem zu geben und soilte 
denn dieser Betrageim kurzbemessener Fristsan die Renten— 
empiänger zur Verkcilung gebracht werden. Der ebenfalls 
anwetende Tireßktor des e crklärte sich mit dem 
Rorichlag einrerstanden, erklärte aber weiterhin, doß der 
R.E. WWselbst noch keine Mutel zur Verfügung hobe, um 
vorzeitig einen Anfwertftungsbetrag an. die Knappschaflt 
geben zu konnen. Vach läangeren Veorhandlungen einigte 
man ich dehin daß das Reich einen Varlehasbetrag von 
1.5 Millsonen Mark dem R.K. V. überweifl. damit diese; 
die Summe als Anfswerkungsbetrag ah den S . K.-V. über 
weisen keönne. Im November 1825 war dann die Angelegen. 
— 00 
Abruf bereit lag d soltten wir mitteilen, wie der Saar— 
naprichaftsverein sich die Verkeilung dean. 
Im Terstand des SK. V. kam dann die Angeleyenheit 
zur Aussprache und zeigle sich der Arbeitgeber zuersi völli 
abgeneigt, seh mit der Saoche zu befassen. Er glaubte. * 
diese Angelegenheut nicht zwischen dem Reichs-Knapp 
schesterereimm und dem Saar-Knappichaftsverein geregelt 
werden solle, sondern zwischen der Reichsregierung und der 
Sagrregierung. Spaäter enderte sich seine Meinung und 
wollle er der Annahme des Bekrages durch den S.K.V. 
ung zustimmen, wenn der Reichs-Knappschaftsverein keine 
Bedingungen stelle. Dem konnken wir natürlich nicht zu 
rimmen, benn donn wurde ja der erstrehte Zwock nicht ern 
rcicht. 
Die Gewerktbereinsvperlreter stelllen sich aguf den Stand . 
punkt. daß die 25 Millivnen OM. in 6 Monalsraten an 
die Rentenempfänger verkeilt werden müßten, damit die- 
selben in Lage verscht wurden. sich einige notwendige Klei— 
hungs- und Wäschestücke zu erwerben. Diesen Standpunkt 
haben wir in mehrcren Verhandlungen verkreten. In einen 
Verhandlung im Mas 1926 erklärte der Arbeitgeber noch- 
mals, das Gelt annehmen zu wollen, aber nicht unter den 
vpem Gewerkrerein gessellten Bebdingungen der Verteilung 
innerhalb eines halhen Jahres, sondern er stimme nur zu. 
wenn der Betrag.in 9 Jahren (!) in Form von Zuschüssen 
zu den Pensienen zur Verteilung gelange. Auch diesen 
Vorschiag konnten wir nicht annehmen. denn dann hätte der 
Zuschußß wegen seingt Unbedeutsamkeit den Renten- 
empfängern keme Erleichterung bringen können. 
Endlich ist dann noch in ber Sitzung des Knappschaflsvereins 
boem 25. Juni 1926 cine Einigung erzielt worden. In dieser 
Sitzung erklärte der Vertreter des Arheikgebers, das Geld 
unler den Bedingungen annehmen zu wollen. 
wenn der Bethrag innerhälb eines Jahres, also in 
12 Monaisraten, als besonders geführler Juschuß 
zur Verkeilung gelange. 
Infelge dieser veränderten Sachlage konnten wir nichkt un- 
nachgjebig bleiben denn dann hättee uns die Verankworkung 
getreffen dafür, datz die armen Pensionäre nicht in den 
Eenuß des Geides gelangt wären. Wir haben dann unter 
Wahrung unseres Stanopunktes zugestimmt diefse Bedingung 
des Arbeilgebers anzunehmen und stehl zu hoffen, daß in 
kurzester Frist der Bekrag nach hier überwiesen wird und 
dahurch den ormen Nenfenempfängern eine Erleichterung 
— 
Pensionorvereinigungen. 
Es erscheint mir unn noch noswendig, einiges heute hier 
zu fogen uber die allcrortis auftauchenden Penssonärver— 
cingungen. Wir haben bisher zur Gründung dieser Ver— 
enigungen geschwiegen, weil wir quf dem Standpunkt 
stanen, datßz ßbe immerhin nicht schädlich sein können — 
im Gegenteil — due Biltung dieser Vereinigungen den zu— 
stantagen Stellen beweisen muß, daß wegen der großen 
Arlage der Sozialrentenempfänger in deren Kreis eine 
starke Unzufriebenheit herricht. 
In der lahßten Zeif jedoch nimmt die Agitalion und 
Kompfesweise in den Kreisen dieser armen Leute Formen 
an. die wir nicht stillichweigend übersehen konnen. Die 
Penßenere durffen hente zur Eenüge wissen, datz nur die 
akfiven Kröfse der Gewerkschaften wirkßlich im Sltande 
sind. ihre Lage 30 bessern: sie dürften auch, wenn sie sich 
ernstlich mit der gewerkschsftlichen Arbeit verkraut gemacht 
hoben. schon löndft erkannt haben, daßz die Gewerkschaften 
danernd mit Ernst und Sachkenntnis an der Hebung 
ihrer Rotlage arbeiten. Viele alte Pensionäre sehen dies 
quch gerne ein, weil sie wissen, datz die Gewerkschaften das 
Kampfinstrumen! sinie, anf bas sie sich verlassen können. 
Andere aber und meisftene solche, dic m froheren Zeiten 
nie einen Pfennig fr die Gewerkschaftsbewegung übrig 
hotien. beim Arbengeber „eb Kind' waren, fröhét schoñ 
ae werkschaftofeindhich waren. sje trelsen nun hente auf und 
wiollen sich als Retler det armen Pensionäre aufspielen. Da 
müßfsen wir uns denn danernd erzählen lassen, daß diese 
Lente meiit hinter verichlossenen Turen in unanstandige; 
Weise nber die Gewerkschaften herfallen und den Lenfen 
dann erzählen, wie nolwendig der Zusammenschloßz der 
Penßonare isl und was alles getan werben muß, um der 
Pensionoren au helfen. 
Se habe ich mir von zuverlastigen Leuten sagen lossen 
doß in diesen Pensibnürveriammlungen von einigen Wald. 
vund Wiesenrednern die armen Leute derart beschwindel 
worden. daß monchem clten braven Gewerkschaltler, der die 
Verhältnisse keannt, die Haore zu Berge stehen. Dies allé 
wurde uns noch nicht so slark berühren, wenn man nich 
immer noch an die armen Pensfionäre herantrefen murd 
mit Sommelbüchsen und Sammelliffen. um angeblich Pro 
zefse wider die Sliaals- und Versicherungsträger zu führen 
So hatte eine Vereinigung saffächlich einen Prozeß gegen 
den Saarbrücher Knaptiichaftsverem und gegen die Saar—. 
Knabppschafts-Berussgenossenschaft angestrengk trotzdem wir 
je zeitig vor der Anstrengung des Prozesses warnken, weit 
die Oerichte bekanntlich nicht dazu da iind, neue Gesetz⸗
	        
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