Full text: Der Saarbergknappe (7 [1926])

Nummer 28 
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Saarbrücken, den 10. Juli 1926 
7. Zahrgang 
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Organ des Gewerkvereins christl. Bergarbeiter Deutschlands für das Saargebiet 
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Erscheint jeden Samstag sür die Mitgtieder gratis. — 
Preis für die Zahlstellenabonnenten 5,— Fr. monatl. ohne 
Botenlohn, für die Vostabonnenten 15.— Fe. vierkeliäbrl. 
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Für wirtschaftliche u. geistige Hebung reseehe d ngr Werchnerhen aeen 
8 beiter flandes Johar ner raße 49. — 8 ernspte n uß: 
des ergar Saarbrüchen. Nummer 1530. 1062, 2003, 3194. 
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Rehbierkonferenz des Gewerbpereing um 4. Juli in Gaurhrü 
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kinmütiger Protest gegen Lohnvolitik der Berawerksdirektion / Für baldige Leistungsaufbesserung / Sozialversicherung 
Der letzte Sonntag stand ganz im Zeichen der Berg-kräftete er den ihm gemachten Vorwurf nicht, dann 1Seit dem Jahre 1923 kämpfen wir ständig um 
arbeiterbewegung. Die Vorstandsmitglieder und aus der Organisation auszutreten, sofern diese nicht Erhöhung der Löhne, 
Lertrauensleute unserer Zahlstellen, die Sicherheits-die in ziemlich diktatorischer Form gestellten An- die aber niemals mit der Teuerung Schritt gebalten hat. 
männer und Knappschaftsältesten, Schießmeister und sprüche der Schießineistervereinigung erfülle. Fast Seit Juͤni 1923 ist die Teuerungssiffet von 233 bis heute 
sonstige Funktionäre der Bergleute, die dem Gewerk. alle Kameraden, die m der Aussprache zu Worte auf 2732 gestiegen. Dieser Steigerung der Jeueruna sind 
verein angehören, waren dem Rufe der Revierlei- kamen, sprachen sich entschieden gegen Sondervereini, die Löhne nicht in, Geringsten gefolat. Die Löhne für 
tung in sehr großer Zahl gefolgt, um Stellung zu gungen aus wegen des großen Geführencharattors füt die Arbeitet, also due It — dee 
nehnten git all den wichtigen Fragen, die den Verg- die Einigteit der Seigleinde, die sit in ch schlossen Meree pe 
mannsstand,an der Saarbeschäftigen. Zur gleichen Auch würde mit Entschiedeutheit der Assschluß dee a —9— ie 6 
seit demonstrierten die Mitglieder des alten Ver- Geschäftsführers“ Mallmann der Scheßmeisternver — — 
— ** 8* tu w— Die Entwerliung des Franken hat in dieser Zeit eben⸗ 
vpandes aus Anlaß dessen 25. Generglversammlung einigung gefordert, weil in seinem Verhaiten eine alls, Riesenfortschritte gemacht. Im Juni 1923 wurde 
die am letzten Sonntag in Saarbrücken ihre Eröff. Schädigung des Gewerkrereins erblickt wird. Die dar Donaten 15.90 Fr. gehandelt, indessen er am 2. Juli 
uung fand. So kann in Wahrheit gesagt werden Angelegenheit ist dem Hauptvorstand zwecks Ent mit 3720 Gr benahbl weren mhte 
daß der ganze Bergmannsstaud des Saarreviers scheidung unterbreitet. Möge diese Auffassung der Daraus deht klat hbervor, wie sich die Lebeushaltung 
am Sonztag in geschlossener Front stand, um Stel Revierkonferenz eine Warnung an alle Kamerader der Beraleute von Tag zu Tag verschlechtert hat. Auch 
lung zu nehmen gegen die längst unhaltbar gewor sein, nicht zu versuchen, durch Bildung von Sonder in diesem Jahre ist die Erhohnng der Lohne Fgenüber 
dene Lobhnpolitik der Bergwertsdirektion und die grußppen die Bergleute uneins zu machen und zu schä der nestiegenen Teuerung zurickaeblieben. Im Dezemben 
standalöse Leistungsgestaltung der saarländischer digen. In den Organisationen ist Raum genug zuw 72 betrus w Teuerungszisset 1 nd g Mona 
Soziglversicherung. Wer in die ernsten Augen der prattischen Bekätigung und sind sie die berufene Iu Juni Dy W Zeuerung Weß um Pan b 
Bergleute scha ute, wird gefunden haben, daß ihre Not stanz, Sonderwünsche auf ihre Gerechtigkeit zu pru deeeae nerkus suͤr Vauer in dregnin dahre zune 
wirktich aufs höchste gestiegen ist und alles geschehen fen und durchzudrücken. Nur das allein dient allen ß eur — 2 
muß, ihnen und ihren Familien bald zu Feffen. Bergleuten und den Sondergruppen. Auch die Ein Angesichts dieser Tatsachen hatten wir 
Ddie Reviertonferenz des Eewerkrereius, die im ae I Beantensrage wurde einmütig von de im Juni neue Verhandlungen 
grotzen Saale des Johannistofes tagte und von Kevierkonferenz gutgeheißeu. —— . bei der Bergwerksdirektion nachgesucht. Doch die Gene— 
Kainerad Lenhart geleitet wurde, beschäftigte sich sehr Die an underer Stelle veröffentlichten Entschlie raldirektion lehnte nach Rücksprache mit dem Vertwal⸗ 
ugehend mit den zur Zeit im Vordergrunde stehen zungen wurden xeinstimmig angenommen. Weite, tungsrat eine Erhöhung der Löhne ab und so beftaden 
den Fragen, Kamerad Kuhnen erstättete, Verich Uoch eine Entschließung der Zahlstelle St. Ingbert wir uns 9 innen urigme uenethe 
uüber den Stand der Lohnfreg? und' der Beitrags- die wertbeständige Lohne fsordert, eine Forderung dih i ⏑ Iin geyesege Se enn 83* 
frage, schnitt die Herausbildung bon Sondergrupfen die schon von unserer Generalversammlung in Saar 88 e e uer We und n n vnger Apen w 
ntn 6 — ,35 stäuden anerkennen konnten. Wir haben nun die soeben 
innerhalb der Bergärbeiterschäft und die Bramten brücken erhoben wurde. wodurch sich die Meröffent gengunte Teuerunaszertt von Funt eüeetet uz e 
— ieg z die Schießmeisterben, lichung erübrigt 3 ves. e — 
ftage an. Er wies nach, daß die Schießmeisterver- !lichung gt. 2. Juli erneut eine Lohneingabe an die Bergwerksdiret— 
ednigung sich zu einer Gefatzr für die Einheit und Die Konferenz bestätigte erneut das große Ver lion deschiaie zu aleicher Zeit haben wir einen längeren 
Schlagktaft der Saarbergleute zu entwickelin drohe trauensserhältuss, dan n Gewerkverein herrscht Hrief au den jetzigen jranzösischen Minister jür vifeniliche 
Außerhalb der Bewegung stehende Leufe beeinfluße Sie brachte auch zum Ausdruck, daß alle Mitglieder Arbeiten. vertn Daniel, Vincent, in Paris geschrieben, 
ten diese Vereinigung ungünstig. Der Gewertosrein entsprechend den Satzungsbestimmungen, die äan an udgen die Verhältnisse des Saa ige piets ttargeat. 
muͤsse da rauf halten, daßz die eingelnen Gruppen in derer Stelle wiedergegeben siune d Beiträge ent een ben en WMiler idie d 9 
erhulb der großen Bergarbeiterorganisatibnen ihre richten muüssen. Didae dieser Wine der Gofeten Derünen ene eene nneewurn at 
besonderen Interessen verträten, damit nicht eins auf der ganzen Linie gegeben sein, damit der Ge de ee n ee Fpneeenrre met 
* — R 3 zmid wieder ein gültiger Lohntarif in Kraft iritt 
bruppe gegen die andere ausgespielt werden könne verkveren auch finanzstark bleibt, was ja erst di Wir si — 
was letzten Endes auf die Zerstörung der Einigkei echte Grundlage zum erfolgreichen Wirken bildet. Wir sind der Ansicht, daß 
innerhalb der Bergarbeiterschaft zu deren Schaͤden die ĩranzösischen mahßgebenden Stelleu 
Id zum RNutzen des Arbeitgebers hinauslaufe Di die Verhältnisse im Saargebiet nicht kennen und deshalb 
Beamten hinipiederum würden zu Unrecht christlich; zuch nicht genügend berücksichtigen. Die Verhälinisse im 
Gewerkschaftsführer beschuldigen, die Erreichung Innern Frantreichs können micht auf das Saacthebiel 
ihret Forderungen sabotiert zu haben. Das Roch äbertragen werden. Tatsache ist, daß sich die Teue rung 
nnten die Beamten allerdings niemanden stieitig gige Etwerrung des Sranten im Saargebiet vies 
clachen, auf die Schwierigkeiten hinzuweisen, die ded Inben Ded ge darwirt witin nvey Icnieaie 
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nit den Beamten als die Kräfte, die nur vdie außer und Weichomautbasis gut erbalton. o gedeisen, wacht sich 
Ie Oie e uee hier jede Verschlechte rung des Franten viel eher benert 
en Forderungen betonten, aber nicht auch die in nar wie in Frankreich selbst. 
Ieenet gechhenen pehe Vegüguun de ien Der, Hins weis der französischen Berguerwattung, dau 
F n den Utut aufbrächte un d realen Ber eine Lohnerhöhung nur gegeben werdeit konne, wenn die 
ältnisfe zeigte, würde nach allen Regeln der Kunst Kohlenpreise erhöht würden, ist für uns nicht suͤchhanig. 
erdächtigt und heruntergerissen werden. Solch: da die gesamte Erhöhung der Kohlenvreise in der leüten 
Vethoben trügen einer Bewegung keine Sympathien Zeit den Arbeitern nicht vollständig zugute getommen ist 
und seien nur geeignet, uünser deutsches Volt an Im, Ineresse der Grubenbesitzet tirgt es überhauot. die 
et Zaar noch mehr zu entzweien Kohlenvbreije nach Poglichteit wertbeständig zu gestaiten. 
damit unsere schon seit Tahren erhöbene Forderuüng nach 
wertbeständigen Löhnen erfüllt werden kaun 
Die Sicherheit in den Gruüben 
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Lohufrage, Grubdensicherheit, Sonder⸗ 
gruppen, Beitragsfrage 
Aus dem VBortrag des Kameraden Kuhnen. 
Durch die 18. Generalpersa mmlung des Gewerkverein— 
hrijtl. Bergarbeiter in Saarbrücten ist die regelmäßz'g 
Frühlahrskonferenz ausgefallen. Wir find wohl alie über 
eugt, daß die diesiätzrige Generalversammlung, des Ge 
werkvereins eine Redierkonfjerenz vollständig ersetzt bat 
Wir brauchen uns heute auch nicht miit dem Geschäfts 
bericht des Gewerkvereins vom bergangenen Jahr zu be 
assen, da derselbe ig auf der Generalberiammiuug no 
Hauptvorsitzenden gegeben worden 
Die Saarbrücker Generalversammlung des Gewerkvereins 
war ein Erlebnis und heute denken wir noch mit Stol, 
zuriick an diese imposante Tagung, wo, Mitglieder, Ver 
rrauensmänner, Vorstände und Angestellie ihr Bestes her— 
gaben. um die Veranstaltung zu einert glansvollen 31 
gestalten. Gerne benuke ich die heutige Gelegenheit. um 
allen, die zum guten Gelingen beigettagen häben noch 
nals herzlichen Dank zu sagen. 
Kameraden! Schon bei der Generalversammlung haben 
wir san 
famergd Michely gab einen ausführlichen Berich 
der den Stand der Sozialrersicherung im Saargebiet 
geleistete Arbeit des Gewerkveresns, dea Verlau 
Id das vorläufige Ergebnis der Verhandlungen miß 
eichsbehörden. Er streifte auch die allerorts auf— 
uchenden Pensivnärovereinigungen, die genau so 
e die Soudergruppen keinen Vorteil, sondern vie! 
det einen Nachteil für die Angeschlossenen beden 
—DD Wl unjeret 
Generalversammlung hiet wurde darauf hinge wicsen, dast 
der Saarbergbau riesige Opfer forderte. Iu den ersten 
4 Monaten 1926 hatten wir im Saarbergbaun33 Tote, 
gegeniiber 633 im ganzen Jabhre 19235. Das sind Zadien, 
die Bergwerksdirektion, Regierung und Oberbägamt zu 
denten, aeben müssen. Die Schlagwetterexblasivn au 
Mathildeschacht am 19. Juni dieses Jabtes harn Tole 
gesordert, trosdem der erste amtliche Bericht la uiete: In 
Lebensgefahr scheint sich keiner der Verleßten zu bejin— 
den.“ Der .Saar-Beraknappe“ hat mit Recht folgende 
Fragen aufgeworfen: 
„. Warum hat die Berabehörde zur Unterjuchung nicht 
auch Vertreter der Veraarbeiterorganisalionen hin— 
zugezogen? 
War es belaunt, daß Schlaawetter vorhanden waren 
und was wurde aeian, um die bestebhende Unfgli— 
gefahr 4u beieitigen? 
die gewaltige Not 
die sich seit Jahren in Vergarbeiterkreisen bemerlbar 
macht und ständig wächst, hingewiesen. Troß Loöhner. 
zöhang ist es seit der Generalversammlung nur schlechter 
deworden. Die Erhöhung entspricht durchaus nicht der 
Berteuerung der Lebenshaltung. Wir stecken im Saar 
gebiet in einer elenden Lage. Der Franken macht die toll⸗ 
stten Sprünge und wir sind allem Anschein nach verurteilt. 
zum zweiten Male eine Inflation durchzumachene Die! 
Berawerksdirektion hat es schon difen ausgesprochen, daß 
auch die Saarbetgleute helfen münten, den Frauken zu 
vessern. Auzeichen von Vesserungen sind jedoch nicht vor— 
anden. Im Gegenteil, von Tag zu Tag wird der Flanten 
chlechter und die Lage der Saarbelnlente elender 
Die Ausiprache war äußerst rege und fruchtbar 
benn auch die Erregung bei allen zu merken war 
erließ doch kein Kamerad den Boden der Sach 
bteit. was sehr wohltuend wirkte und die Kame— 
den selbst sehr ehrle. Der „Geschäftsführer“ der 
bezmefervereinguig erreichte es mit seinen Aus 
drungen allerdings nicht, die anwesenden Kameea 
dvon der Notwendigkeit der Schießmeistervereini— 
ng und deren besonders in jüngster Zeit vor 
onateiten Maßnahmen zu überzeugen. Auch ent
	        
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