Full text : 7.1931 (0007)

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Saarheimatbilder

Wer als Wanderer durch deutsche Gaue und deutsche
Dörfer pilgert, der tut gut daran, auch im kleinsten Weiler
seine Blicke naͤch der Dorfkirche zu richten. Freilich, großze
Prachtbauten darf er dort nicht erwarten, er muß vielmehr
sein Auge darauf einstellen, auch im unscheinbaren und
bescheidenen Bauwerk das Schöne und Denkwürdige zu
finden; dann aber wird sich eine solche Unterbrechung der
Wanderschaft oft lohnen.
Auch unsere Saarheimat birgt manche denkwürdige
Dorfkirche. Nicht immer ist es ein ganz hohes Alter, das ihr
unser Interesse sichert; auch spätere Jahrhunderte haben
noch liebenswürdige und ansprechende kirchliche Bauten her—
vorgebracht. Als wertvoll sind zu erwähnen die Kirche in
Cösslenund in Püttlingen oder die in JLlingen,
ganz zu schweigen von solchen Fällen wie etwa Tholey, wo
dine alte stattliche Abteikirche nun zur Dorfkirche geworden ist.
Recht spärlich ist dagegen die Ausbeute, wenn wir nach
Kirchen aus der romanischen Zeit, also aus dem früheren
Mittelalter umsehen. Von Denkmälern dieses Stiles ist im
Saargebiet überhaupt nur noch die Pfarrkirche in Merzig
und der alte Turm in Mettlach vorhanden, wenn wir von
den Ruinen von Wörschweiler absehen. Da tritt uns nun

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Früher vermuteter Grundrib.

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aber als große Seltenheit, ja fast als ein Unikum, die Dor
kirche von Böckweiler entgegen, der heute unser Besu
gelten soll.
Wir erreichen den kleinen freundlichen Ort in eine
schönen Wanderung von Blieskastel über den Kahlenber,
und auf mancherlei anderen Wegen aus dem anmutige
Bliestal, leichte Hügelwellen überschreitend. Das Kirchlen
liegt inmitten des Dorfes von einem ummauerten Friedhe
umgeben und im Schatten alter Linden, unter denen ei
Brunnen rauscht. So schlicht und fast dürftig das alt
Gotteshaus erscheint, so wird es dem Kundigen doch auf der
ersten Blick auffallen und zwar durch die eigentümlich
Anlage des Chores. Es ist dies die sogenannte „Dreikonche
anlage“. Wie bei einem Kleeblatt legen sich drei halbrund
gewölbte Nischen (Konchen oder Apsiden) um einen quadr«
tischen Kern, aus dem der Turm aufsteigt, während sich na
Westen ein kleines Langhaus anschließt. In der abschli
ßenden Mauer gewäahren wir einen hohen fast bis zur
Dache reichenden vermauerten Gurtbogen, der auf zw
Steinpfeilern ruht. Diese Westwand wird durch zw—
Strebemauern gestützt.
Mit der eigentümlichen kleeblattförmigen Anlage »
Chores tritt unsere Böckweiler Kirche in eine berühm
kunstgeschichtliche Verwandtschaft. Vor allem ist es Köl
das mit den Kirchen St. Aposteln, Groß-St. Martin u—
            
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