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Zaarheimatbilder
1931
fachen Objekt beweist der Winter seine verklärende
Kunst. Daß auch der Humor nicht zu kurz kommt auf
unserer Wanderung, zeigt uns zum Schlusse der stattliche
„Schneemann“ in Ueberlebensgröße, mit dessen Aufbau
sich die Taxi-Chauffeure in Saarbrücken ihre Fahr—
pausen verkürzt haben. Freilich, von langer Dauer wird
sein Leben nicht sein. Inmitten der Stadt wird sein
Schneekleid bald schwärzlich „angehaucht“‘ sein und er
selbst in sich zergehen.
Dankbar wollen wir es hier aber verzeichnen, daß
unser Max Wentz uns auch den Winter im Saarlande
oertraut und lieb in seinen Bildern erscheinen läßt.
Wenn Altmeister Goethe sagt, „die Welt ist schön
überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner
Qual“, so ist es gerade der Winter, der uns mit der
erhabenen Ruhe, die er über die Welt ausbreitet, auch
die Ruhe im Innern und die Ablenkung von der Erden—
qual der Menschheit der Empfindung erschließt, und die
Gewißheit, daß trotz des Schlafes in Wald und Flur
sich neues Leben, Keimen und Sprießen vorbereitet,
das nur der Stunde der Erweckung harrt, mag uns
trösten und die Zuversicht erwecken, daß der ständige
Wechsel auch uns den Blick in die Zukunft weitet und
neuem Aufstieg zuführt. Wir aber harren hier im
Saargebiet nach dem Winter der Fremdherrschaft des
Frühlingstages, der uns dem Vaterlande wieder zuführt,
in der Gewißheit, daß auch dieses Leid der Losgerissen—
heit von der deutschen Heimat nichts Beständiges hat
und haben kann, sondern dem Wechsel unterliegt und
zum Vorübergehen bestimmt ist. Darum unsere Saar—
heimat in Frühling, Sommer, Herbst und Winter ein
treudeutsches Land, das nimmer getrennt bleibt vom
Vaterland!
Saarbrücken, Aufgang zum Winterberg
„Interieur aus dem St—
Johanner Stadtwalde“.
Auch der „Aufgang zum
Winterberg“ unter den
sich domartig schließenden
Buchenästen ist ein Win—
terbild von großem
Reize. Aber weiter wan—
dern wir der Perle des
Saarwaldes, Mettlach,
mit seinem wie ver—
träumt ausschauenden
Parke und dem stillen
Parkweiher zu, über den
der Blick hinaufschweift
zu der herrlich gelegenen
kath. Kirche und den
schneebedeckten Höhen,
ein Bild tiefsten Winter—
friedens. Den Winter
als trefflichen Zeichner
erkennen wir an dem
lauschigen Dorfwinkel in
„Reinsheim“. Wie hebt
er hier zeichnerisch klar
die Konturen hervor, die
sich wie ungewollt dem
Ganzen harmonisch ein—
aliedern. Auch am ein—
Mit viel Geschick haben die Taxi-Chauffeure einen Schneemann gebauf