Full text : 7.1931 (0007)

931

Saarheimatbilder

Seite 19

Abb. 4.
Konsole mit weiblichem Kopf im nördlichen Seitenschiff.
satz des Grabmahls Henning von Strahlenheim besteht aus einer
gewölbten Tafel aus schwarzem Marmor, eingefaßt von je zwei
Pilastern aus rotem Marmor auf beiden Seiten, flankiert von
zwei trauernden Frauengestalten; unten befinden sich noch zwei
Medaillons mit dem Kopf des Grafen und einer symbolischen
Figur. Das Ganze ist eine gute spätbarocke Arbeit. Henning
oon Strahlenheim ist keine gewöhnliche Persönlichkeit gewesen.
Als geborener schwedischer Untertan trat er in die Dienste
Karls XII., Königs von Schweden und damals auch Herzogs
don Zweibrücken. In dessen Auftrag sorate er mit Erfolg für die
Erleichterung des
Loses der schlesischen
Protestanten unter
osterreichischer Herr⸗
sichaft und wurde
darauf Statthalter
in dem Herzogtum
Pfalz-Zweibruͤcken.
da er sich aber mit
Ztanislaus Leszins⸗
h, dem vertriebenen
Polenherzog, der da—
mals als Schützling
Karls in Zwei⸗
brücken lebte, nicht
dertrug, nahm er
einen Abschied und
zog sich auf die Herr—
chaft Forbach, die er
gekauft hatte, zurück.
dort starb er 1731.
Zeine Frau, eine
Gräfin von Wasa—
borg, leitete ihr Ge—
schlecht von Gustav
Adolf ab

Abb. 5.
Konsole mit männlichem Kopf im südlichen Seitenschiff.
Die Trophäe des Grabmals Frantz Fridrich von Liewen—
stein, seinen Wappenschild mit Helmaufsatz, gehalten von zwei
Putten, ist eine tüchtige Arbeit der Spätrenaissance. Das
ganze Grabmal enthält seine stehende Figur, umgeben von
Wappenschildern. Liewenstein war Burg- und Stadthaupt—
mann von Saarbrücken und die Inschrift rühmt seine Gerechtig—
keit und Frömmigkeit. Er starb 1596.
Im südlichen Seitenschiff findet sich unter anderem das
Grabmal Friedrich Schreiber von Graffenfelds (Abb.6). Ober—
halb der Inschrift befindet sich ein teilweise ausgeschnittener
Rundbogen mit
Wappen und zwei
brennenden Urnen.
Der Verstorbene
war Nassau-Saar—
brückenscher Regie—
rungsrat; das Denk—
mal hat ihm seine
Schwester gesetzt.
Der von ihm selbst
ausgewählte Text zu
seiner Leichenpredigt
lautet: Aber das ist
meine Freude, daß
ich mich zu Gott
halte und meine
Zuversicht setze auf
den Herrn, daß ich
verkündige all' dein
Tun. Psalm 73
Vers 28.
Gleichfalls in
diesem Seitenschiff
liegt begraben Ma—
ria Elisabet von
Helmstad geb. von

Ibh. 6.

Oberteil des Grabmals Wilhelm Friedrich Schreiber von Graffenfelds.
            
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