Knappschaftskrankenhaus Völklingen
Zu Beginn des Krieges wurde das Knappschaftskrankenhaus Völklingen geräumt, weil es in der Nähe
der Front lag. Nach Beendigung des Westfeldzuges war die Wiedereinrichtung in kurzer Zeit möglich. Beim
Näherrücken der Kampffront gegen Ende des Krieges — am 6. ı2. 1944 — mußte das Krankenhaus zum
zweiten Mal aufgegeben werden. Diese Räumung erfolgte unter weit ungünstigeren Bedingungen als im Jahre
1939. Nur ein Teil der wertvollen Einrichtung konnte sichergestellt werden. Von Ende Dezember 1944 ab
war das Krankenhaus mit einer freiwilligen Notbelegschaft besetzt. Sobald die Möglichkeit gegeben waı
—- Ende März 1945 — wurde versucht, wenigstens in einem Teil der Krankenräume die Aufnahme und Behandlung
von Patienten zu ermöglichen. Leider waren die Beschädigungen so groß und der Materialmangel
so erheblich, daß erst ab ı. 6. 1945 die ersten Kranken Aufnahme finden konnten. Neben den Beschädigungen
durch Artilleriebeschuß, die zu beheben waren, mangelte es an Betten und sonstigen Einrichtungsgegenständen,
die durch die Kriegsereignisse abhanden gekommen waren. Die Ersatzbeschaffung war zu dieser Zeit
fast unmöglich. Vom ı. 6. 1945 ab bis zum Ende des Jahres 1945 waren im Durchschnitt nur 90 Betten zur
Aufnahme von Patienten bereitgestellt. Erst nach und nach konnte das Haus die volle Aufnahmefähigkeit wieder
gewinnen.
Die baulichen und technischen Schäden konnten anfänglich nur behelfsmäßig und erst von 1948 ab endgültig
behoben werden. Mit diesen Instandsetzungsarbeiten wurden gleichzeitig notwendige Verbesserungen
geschaffen. An größeren Arbeiten ist die Erstellung eines neuen Operationstraktes mit Deckenheizung und
Klimaanlage zu nennen. In den Kellerräumen des Krankenhauses wurde eine Nachbehandlungsabteilung eingerichtet,
die alle üblichen Behandlungsmethoden ermöglicht.
Die ungünstige Lage des Krankenhauses mitten im Verkehr der Stadt — in unmittelbarer Nähe der
Hütte mit der Rauch- und Staubplage — gaben dem Vorstand der Saarknappschaft Veranlassung, die Verlegung
dieses Krankenhauses anzustreben. Leider ist das Vorhaben über das Anfangsstadium noch nicht hinausgekommen,
weil finanzielle Gründe die Verwirklichung des Planes bisher nicht zuließen.
Knaßppschaftskrankenhaus Sulzbach
Gebäudeschäden hat das Krankenhaus Sulzbach durch Kriegseinwirkungen nicht erlitten. In den Jahren
1939 und 1940, ebenso 1945, war das Haus teilweise von der Militärbehörde als Hauptverbandplatz bzw. zur
Aufnahme von Besatzungsangehörigen beschlagnahmt. Von August 1945 bis März 1946 mußte eine chirurg.
und Unfallabteilung untergebracht werden, weil das Knappschaftskrankenhaus Quierschied von der Besatzung
als Militärlazarett ganz in Anspruch genommen war.
Die in der St. Johanner Straße in Saarbrücken völlig ausgebombte knappschaftliche‘ Augenklinik wurde
in das Knappschaftskrankenhaus Sulzbach mit 41 Betten eingebaut. Die Anzahl der verfügbaren Krankenbetten
hat sich damit von 362 auf 403 erhöht.
Wenn auch keine Kriegsschiden an den Gebäulichkeiten zu beheben waren, so ergaben sich laufend
doch recht erhebliche Instandhaltungsarbeiten infolge der besonders in den letzten Jahren aufgetretenen Grubenschäden.
Obwohl die Grubenverwaltung in anerkennenswerter Weise für die Behebung der Schäden eintritt,
blieb es nicht aus, daß der normale Ablauf des Krankenhausbetriebes empfindlich behindert wurde. Es
scheint, als sei die schwierigste Zeit der Bergschäden überstanden. und es bleibt zu hoffen, daß das Haus in
Zukunft vor größeren Bergschäden bewahrt bleibt.
Als Planung läuft zur Zeit der Neubau einer besonderen Röntgenabteilung.
In den letzten Jahren mußten vornehmlich im hauswirtschaftlichen Teil — Wäscherei, Haupt- und
Diätküche — Ersatzbeschaffungen getätigt werden. U. a. wurden Kochkessel, eine Kipptopfgruppe, Kippbratpfannen.
Waschmaschinen und Muldenmangel neu beschafft