Entwicklung
der Knappschaftskrankenhäuser, der Erholungsheime und
des knappschaftlichen Hofgutes Hartungshof
in der Zeit von 1939 bis 1954.
Es ist eine der wichtigsten Aufgaben der Saarknappschaft, im Rahmen der Vorschriften des Saarknappschaftsgesetzes
den Versicherten und ihren Angehörigen notwendige Krankenhauspflege zu gewähren.
Vor und während des letzten Krieges wurden Versicherte und Familienangehörige fast ausschließlich in den
Knappschaftskrankenhäusern behandelt. Die Vermehrung der Belegschaft der Saargruben und das Anwachsen
der Zahl der Rentner und Witwen machten es in den letzten Jahren notwendig, daneben Vertragskrankenhäuser
zur Behandlung der Familienangehörigen, der Rentner und Witwen zuzulassen.
{n den Knappschaftskrankenhäusern waren im Jahre 1939 an Krankenbetten vorhanden:
Knappschaftskrankenhaus Völklingen -' - Krankenbetten
Sulzbach
Neunkirchen
Quierschied
St. Ingbert
Frankenholz
zn. Augenklinik Saarbrücken
I.
+ Krankenbetten
Zur Durchführung von Erholungskuren stand bis Kriegsbeginn nur das Genesungsheim Hartungshot
mit 28 Betten zur Verfügung.
Durch die Kriegsereignisse wurden außer der Hauptverwaltung der Saarknappschaft auch die knappschaftlichen
Krankenhäuser und Eigenbetriebe mehr oder weniger stark in Mitleidenschaft gezogen. Während
der Kriegsjahre waren Ersatz- und Neubeschaffungen nur in den dringendsten Fällen möglich. In den ersten
Nachkriegsjahren bestand deshalb ein erheblicher Nachholbedarf. Hinzu kamen zusätzlich die Verluste an Einrichtungsgegenständen,
Behandlungseinrichtungen usw., die sich durch vollständige oder teilweise Räumung
der Häuser zwangsläufig ergaben.
Für einen Krankenhausbetrieb ist es unerläßlich, mit den neuzeitlichen Erkenntnissen der Medizin
Schritt zu halten und neue, bewährte Einrichtungen zur Diagnostik und Behandlung zu beschaffen. Auf diesem
Gebiet trat nach dem Kriege der Rückstand besonders deutlich in Erscheinung. Der Nachholbedarf war
zußergewöhnlich groß, die Lieferung oft nicht möglich oder sie scheiterte aus Gründen finanzieller Natur
Neben den laufenden gesetzlichen Verpflichtungen gegenüber den Versicherten mußten also
der Wiederaufbau
und
die Wiedereinrichtung mit dem Nachholbedarf
getragen werden.
Die baulichen Instandsetzungsarbeiten wurden durch Materialmangel erheblich verzögert. Wer erinnert
sich noch all der Schwierigkeiten und Engpässe der ersten Nachkriegsjahre? Welcher Mühe bedurfte es, um
nur ein paar Kilogramm Nägel oder etwas Fensterglas zu erhalten? Mit der Beschaffung von Einrichtungszegenständen
war es nicht besser bestellt. Was hatte die Saarknappschaft zur Kompensation zu bieten? Wie
schwer war es, nur eine geringe Anzahl Fieberthermometer oder dringend notwendige Arzneien beizubringen!
Der Verschleiß der Einrichtungsgegenstände ist bedingt durch die betriebliche Eigenart der Krankenhäuser
größer als im Haushalt. Dies gilt in erhöhtem Maße für die Krankenhauswäsche und im allgemeinen
auch für die sonstigen Haushaltsgegenstände. Durch viele Jahre war das Inventar im höchsten Grade abgeautzt
und durch die Kriegsereignisse zum Teil verloren gegangen. Die Sicherstellung des dringend notwendizen
Brennmaterials stellte ein fast unlösbares Problem dar. Zu allen diesen Schwierigkeiten kam besonders in
len ersten Jahren nach dem Kriege die kaum zu lösende Frage der Lebensmittelversorgung!