Full text : 1931 (0064)

Zahlreich waren im Berichtsjahre die Erkrankungen des Kreislaufs, besonders bei ülteren
Leuten, wo sie häufig schon vor Erreichung des Durchschnittsalters zur Pensionierung führten.
Überwiegend handelt es sich um Gefäßerkrankungen (Verkalkung, Blutdrucksteigerung), geringer
ist die Zahl der Erkrankungen des Herzens selbst (Herzfehler, Herzmuskelschwäche). Man hat den
Eindruck, als ob diese Erkrankungen in der Zunahme begriffen seien, was mit auf die derzeitigen
sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse zurückgeführt werden könnte. Vielleicht ist diese Zunahme
 auch nur eine scheinbare, weil infolge der Vervollkommnung der diagnostischen Methoden
(Röntgen usw.) die Fälle frühzeitiger festgestellt werden und zur Behandlung kommen.
In unserem vorjährigen Bericht hatten wir der Vermutung Ausdruck gegeben, daß die auffallend
 hohe Zahl der Überweisungen an Fachärzte weniger in der medizinischen Notwendigkeit
ihre Ursache habe, als in zu großer Willfährigkeit der Revierärzte gegenüber den Wünschen der
Mitglieder. Diese Vermutung hat sich als zutreffend erwiesen; denn seit die Überweisungsscheine
der Verwaltung zur vorherigen Genehmigung eingesandt werden müssen, ist die Zahl der
Überweisungen schlagartig auf etwa die Hälfte zurückgegangen.
Zu Beginn des Berichtsjahres hat uns die Regierungskommission in dem neu eingerichteten
 Saar-Eisenbahnerheim, Kurhaus Harschberg bei St. Wendel, 20 Freibetten zur Verfügung gestellt.
 Bis zum Schluß des Berichtsjahres waren dort 213 erholungsbedürftige Mitglieder bezw
Rekonvaleszenten untergebracht. Der Erfolg dieser Erholungskuren war in den meisten Fällen gut.
Über die Familien-Krankenhilfe ist in einem besonderen Abschnitte berichtet.
            
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