Full text : 1930 (0063)

I. Allgemeines.

Die wirtschaftlichen Ergebnisse des Berichtsjahres waren im Allgemeinen zufriedenstellend,
wenn auch die Belegschaftsziffer von 60793 am Anfange des Berichtsjahres auf 57202 am Ende
des Berichtsjahres zurückging und die Zahl der Invalidenpensionsempfänger in dem gleichen Zeit:
raume von 22369 auf 23191 stieg.
Der Mitgliederbestand der einzelnen Kassen im Berichtsjahre war folgender:

Bestand

am

Krankenkasse

Arbeiter-Pensionskasse


Angestellten-“
 nsionskas-e

Invaliden- und
Tinterbliebenen-"”arsicherungs-



mans

1. 1. 1930
31. 12. 1930

63
59 828

A6A.

Das Ergebnis der Krankenkasse ist hinter dem Ergebnis des Vorjahres zurückgeblieben,
 obwohl die gesundheitlichen Verhältnisse im Berichtsjahre im Allgemeinen günstiger waren
als im Vorjahre. Der Rückgang ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, daß vom 1. Oktober
des Berichtsjahres ab der Beitrag zur Krankenkasse um 1,50 Frs monatlich für jede Seite zu
Gunsten der Pensionskasse A herabgesetzt wurde und daß im Berichtsiahre eine stärkere Inanspruchnahme
 der Familienhilfe zu verzeichnen war.
Die Krankenkasse schloß mit einem Überschusse von 4335793,33 Frs ab.
Die Verhältnisse der Pensionskasse A haben im Berichtsjahre durch die am 1. April
1930 in Kraft getretene Verordnung der Regierungskommission vom 28. März 1930, betr. Aenderungen
 des Preuß. Knappschaftsgesetzes, auf die an anderer Stelle noch eingegangen wird, eine
einschneidende Aenderung erfahren, Grundbetrag und Staatszuschuß sind in die knappschaftliche
Pensionsversicherung eingeführt worden. Wenn auch hiermit keine nennenswerte Erhöhung der
Pensionen verbunden war, so war doch die Reform insofern von wesentlicher Bedeutung, als
durch die Uebernahme des Grundbetrages seitens der Invaliden- und Hinterbliebenenversicherungskasse
 beim Zusammentreffen mit reichsgesetzlichen Renten eine starke Entlastung der Pensionskasse
 A erfolgte. Hierdurch, sowie durch die im Monat Dezember des Vorjahres und im Monat
Oktober des Berichtsjahres vorgenommenen Beitragserhöhungen wurde ermöglicht, daß auch die
Pensionskasse A, die im Vorjahre noch einen Zuschuß von 6150115,64 Frs zu verzeichnen hatte,
im Berichtsjahre mit einem Ueberschusse von 4647811,07 Frs abschließen konnte. Es steht somit
zu erwarten, daß die im Vorjahre begonnene und im Berichtsiahre fortgesetzte Sanierung auch
künftig die erhoffte Erleichterung bringen wird.
Auch das Ergebnis der Pensionskasse B war im Berichtsjahre zufriedenstellend. Die
Kasse schloß mit einem Ueberschusse von 2394 583,01 Frs ab. Die günstige Lage ist insbesundere
darauf zurückzuführen, daß einerseits einem Mitgliederbestande von 3616 am Schlusse des Berichtsjahres
 nur 507 Ruhegeldempfänger gegenüberstanden und andererseits die Belastung für die vor
dem 1. Juni 1923 liegende Beitragszeiten aufgrund der Heidelberger Abrede dem deutschen Angestelltenversicherungsträger
 zuteil wurde.
            
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