oder wenigstens für einen Teil derselben erwarb, ist unbekannt.
Als Klostervogt erscheint um 900 Graf Gerhard von Toul, nach dessen
Ächtung 906 die Vogtei von König Ludwig dem Kind an einen Verwandten
Gerhards, den Bischof Stephan von Lüttich verliehen wurde. Um 1200 hatte
sie Graf Albert von Dagsburg aus dem Hause Luneville inne und 1260
der Graf von Saarbrücken und zwar letzterer als ein Lehen vom Herzogtume
Lothringen5). Wie dieser Übergang des Vogteirechtes von einer Familie
auf die andere erfolgte, wissen wir leider nicht. Die Grafen von Saarbrücken
übertrugen es, wenigstens zeitweise, als Lehen an andere Familien.
So besaß es 1268 Joffrid von Rosieres, der es am 1. Oktober 1271 an Johann
von Warsberg, Vogt zu Chancei verkaufte®).
Die Kirche von Herbitzheim war der Jungfrau Maria geweiht, weshalb
die Leibeigenen und Hörigen des Klosters Marienmänner, Marienleute
ja sogar Marienkinder genannt wurden.
Die Herbitzheimer Nonnen waren alle adeliger Herkunft.
Die Landeshoheit über das Kloster zu gewinnen, scheint weder den
Grafen von Saarbrücken als Vögten gelungen zu sein, noch auch den Grafen
von Saarwerden, in deren Gebiet Herbitzheim lag. Es wandte sich in Zeiten
der Not auch an keinen dieser Grafen um Schutz und Schirm, sondern an
andere Herren, so 1370 an die Grafen Hanemann I. und Simon Wecker II
von Zweibrücken-Bitsch und 1495 an den Kurfürsten Philipp von der Pfalz
als Inhaber der Landvogtei Hagenau. Selbst nach deren Verlust 1504 erhob
die Kurpfalz vom Kloster das Schirmgeld bis 1555 weiter, ohne daß es sich irgendwie
um dasselbe kümmerte. So kam es, daß die Grafen von Nassau -Saarbrücken
erst, nachdem sie beim Aussterben der Grafen von Mörs-Saarwerden
1527 Herren der ehemaligen Grafschaft Saarwerden geworden waren, allmählich
die Landeshoheit über das Kloster Herbitzheim gewannen, die sie bald
zu ihrem Vorteil auszubeuten verstanden.
Dem Kloster war im Laufe der Jahrhunderte viel Unheil widerfahren,
woran zum Teil seine Lage an der großen Heerstraße von Lothringen nach
dem Elsaß schuld war.
Schon 1231 wurden die Klostergebäude und die Kirche durch eine Feuersbrunst
vollständig zerstört; ihr Wiederaufbau zog sich bis 1283 hin. 1365
wurde das Kloster von den Bretonen, 1439 von den sogenannten Schindern
gebrandschatzt. Am schlimmsten erging es ihm aber im Bauernkrieg 1525,
wo die Lothringer und Westricher Bauernhaufen drei Wochen lang in Herbitzheim
lagerten. Da wurden die Klostergebäude zum Teil zerstört, Scheunen
und Keller geleert, die Viehbestände geraubt und die Acker verwüstet. Von
diesem Schlage vermochte es sich nicht mehr zu erholen. Um die entstandenen
Schäden zu beheben, mußten Besitzungen verkauft werden, so 1537
das Marienthaler Gut und zu Beginn des Jahres 1544 die Salzpfannen zu
Salzbronn. Aber als dies alles nicht genügte, übergab die Äbtissin mit Zustimmung
der einzigen noch vorhandenen Konventualin dem Grafen Johann
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