bei Uerzig a/Mosel schmählich ermordet hatten, ehe: er noch seine Residenz
betreten konnte.
Schon damals scheinen sich die finanziellen Verhältnisse des Klosters
Tholey verschlechtert zu haben: 1160 wurde ihm die Pfarrei Freilaubersheim
in Rheinhessen inkorporiert. Solche Einverleibungen wurden aber
immer nur vorgenommen, wenn die Einkünfte eines geistlichen Stiftes
nicht mehr zur Befriedigung seiner Bedürfnisse ausreichten. Wenn also
1216 Erzbischof Theoderich von Trier dem Kloster die St. Johanniskapelle
zu Tholey und die Kirche in dem benachbarten Orte Bliesen, 1221 aber
Bischof Konrad zu Metz die Pfarrkirche zu St. Walfrid (Wölferdingen nördlich
von Saargemünd) einverleibte, so darf daraus geschlossen werden, daß
die Einkünfte des Klosters sich in den letzten 50 Jahren nicht wesentlich
gehoben hatten, Als es daher im Jahre 1230 durch Brand und Plünderung
schweren Schaden erlitt, erwog man seine gänzliche Auflösung. Schon erklärten
sich die Bürger von Oppenheim bereit, den Mönchen in ihrer Stadt
eine neue Heimat zu gründen. Aber dazu kam es doch nicht. Die Mönche
faßten wieder Mut, ihr Selbstvertrauen wuchs, sie entschlossen sich, ihre
Kirche von neuem aufzubauen, So entstand denn jene herrliche frühgotische
Basilika, die wir heute noch als eines der edelsten Bauwerke jener Zeit
bewundern. Aber infolge des Geldmangels schritt der Bau nur langsam
vorwärts und da alle verfügbaren Mittel für ihn verwendet wurden, kam
das Kloster finanziell immer mehr zurück. Wie erwünscht mußten ihm daher
weitere Inkorporationen kommen! 1261 wandte ihm Erzbischof Werner
von Mainz die Kirchen von Freilaubersheim (das anscheinend wieder verloren
gegängen war), Bommenkirchen (Altenbamberg a/Alsenz) und Osternahe
(Niederkirchen i/O.) zu, über die es bereits das Patronatsrecht besaß.
Wohl zur Erwirkung dieser Vergünstigung hatte das Kloster im vorhergehenden
Jahre dem Mainzer Domkapitel die Kirche zu Isenheim (Esenheim
bei Mainz) geschenkt. 1315 erfolgten dann die letzten Inkorporationen,
nämlich die der klösterlichen Patronatspfarreien Bleiderdingen und Bettingen
durch Erzbischof Baldewin von Trier; ersteres bei Oberstein, letzteres wohl
bei Lebach gelegen.
Aus diesen vielen, jedenfalls schon sehr frühe erworbenen Patronatsrechten
ist ersichtlich, wie umfangreich, aber auch wie zerstreut die Besitzungen
des Klosters waren. Das ist namentlich auch aus der päpstlichen
Bestätigungsurkunde vom 18, Mai 12767) zu ersehen, die folgende größeren
Besitzstücke aufzählt, ohne jedoch erschöpfend zu sein:
1. Die Kirchen St. Theobert zu Tholey, St. Nikolai zu Drogena, dann jene
zu Freilaubersheim, Baumenkirchen und Osternahe.
2. Das Patronat der Kirche St. Johannis zu Tholey.
3. Die Zehnten in den Dörfern Tholey, Castel, Plederdingen, Marpingen,
Bliesen, Osterna, Exweiler, Relde, Rodena, St. Walfrid, Ormesheim, Bettingen,
Elmerich, Lutzweiler, Hysenheim, Leyverem, Beymen, St. Medard, Hof-108