Anmerkungen:
1 Dom Calmet, L’'histoire de Lorraine Bd. I[. S. 281.
2 Gayot erwähnt dies richtig auf S. 98; dagegen nennt er S. 255 das Kloster Gräfinthal
als Empfänger dieser Schenkung
Die öfters in Feuilletons und auch bei Gayot S. 254 vertretene Anschauung, daß der
Graf von Eberstein, Besitzer des benachbarten Schlosses Frauenburg, damals das Kloster
überfallen habe, ist irrig, denn die Grafen von Eberstein kamen erst 1541 in den Besitz
dieses Schlosses.
Staatsarchiv Koblenz, Urkundenbuch der Grafschaft Saarbrücken Nr. 42.
V. Benachbarte Klöster von Bedeutung für die,
Geschichte des Bliesgaues
A. Das Benediktinerkloster Tholey
Literatur
Lager, die ehemalige Benediktiner- Abtei Tholey. In „Studien und Mitteilungen des
Benediktiner- und Zisterzienser- Ordens”, Jahrgang 20 und 21 {1899). — Jungk. Die ehemalige
Benediktiner - Abtei Tholey (Mitteilungen des Historischen Vereins für die Saargegend,
Heft 9 Seite 1). — Levison Wilhelm, zur Geschichte des Klosters Tholeyv. In
„Historische Aufsätze, Aloys Schulte zum 70. Geburtstag gewidmet”. Düsseldorf,
L. Schwann 1927. — Hübinger, Paul Egon. Die weltlichen Beziehungen der Kirche von
Verdun zu den Rheinlanden. Rheinisches Archiv Band 28 — Bonn, Ludw. Röhrscheid 1935.
An der äußersten Osigrenze des unteren Saargaues gegen den Bliesgau
zu, unten am Fuße des Schaumberges gründete zu Anfang des 7, Jahrhunderts,
und zwar wohl noch vor 621, der Diakon Adelgisel oder Grimo,
ein Sproß des Merowingischen Königshauses, auf den Trümmern einer
römischen Badeanlage eine Kirche, welche den Namen Taulegio oder Toleio
erhielt, wohl von einer dabei gelegenen früheren römischen Ziegelei. Mit
dieser, dem hl, Petrus geweihten Kirche war eine geistliche Anstalt verbunden,
in welcher die zur Pastorierung der Umgegend bestimmten Priester
zusammen wohnten, Ihnen gesellten sich wohl manche Einsiedler, wie z. B.
der hl. Wendelin, zu, die seither zerstreut, ihr Leben dem gleichen Zwecke
gewidmet hatten. Auf diese Weise würde es sich am einfachsten erklären,
daß mehrfach Einsiedler mit dem Kloster Tholey in Verbindung gebracht
werden. Diese Geistlichen lebten nach der agaunischen Regel, die von dem
monasterium Agaunense, dem Kloster St. Maurice d’Agaune — St. Moriz
im Schweizer Kanton Wallis — (gegründet 515) ausging. Daher kommt es
wohl auch, daß der hl. Mauritius, dessen Gebeine man mit jenen der Heiligen
Salvinus und Arator um 920 von Verdun nach Tholey verbrachte,
später zum Patron dieser Kirche erhoben wurde. Grimo vermachte seine
Gründung, die doma und das castrum Taulegio in seinem 633 errichteten
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