Full text : Die christliche Kirche im Bliesgau (2)

Unbekannt ist auch der Gründer des Klosters; war es Graf Heinrich II.
von Zweibrücken, waren es adelige Burgmannen oder andere religiös gesinnte
 Personen: wir wissen es nicht.
Die Lage des Klosters ist durch Zusammenhalt mehrerer Urkunden,
welche sich darüber äußern, ziemlich genau zu bestimmen. Es lag im Baumgarten
 von Zweibrücken (1274 und 1292), außen an Zweibrücken (1449), auf
dem alten Markt (1366 und 1446). Dieser dehnte sich vor dem obern Tore,
das damals noch zwischen dem Kaufhaus Brill und der Gambrinushalle stand,
nach Südosten bis zur Anhöhe der Wacken aus. Dort haben wir das Kloster
zu suchen, das sich, wenn auch nicht auf dem Platze der Alexanderskirche
selbst, doch nur wenig südlich oder südöstlich von ihr ausdehnte.
Das Kloster hat nie den Namen Marienstein (mundartlich Mergenstein)
geführt, wie man früher meinte, sondern es hieß „das Kloster zu dem
Baumgarten bei Zweibrücken” und seine Insassen nannten sich Nonnen
der heiligen Büßerin Maria Magdalene im Baumgarten bei Zweibrücken.
Die Insassen des Klosters, welche unter einer Priorin standen, waren
ursprünglich wohl nicht adeliger Herkunft, aber später, nachdem das Kloster
einen gewissen Wohlstand erreicht hatte, verschmähte auch der Zweibrücker
 Adel nicht, seinen Töchtern dort ein Unterkommen zu verschaffen.
1266 gab Demut von Sponheim und 1326 der Burgmann Heinrich Mauchenheimer
 eine Tochter in das Kloster und die letzte Priorin Katharina entstammte
 der Familie der Krapp von Saarburg.
Zur Abhaltung des Gottesdienstes in der Klosterkirche und zur Seelsorge
 innerhalb der Klostermauern bestellten die Nonnen einen Propst,
1324 einen Herrn Andreas und 1369 den Prior Seyfrid des Klosters Neuburg
bei Hagenau.
"Dem Zweibrücker Reuerinnenkloster flossen sowohl von bürgerlicher
wie auch von adeliger Seite reiche Schenkungen zu, so daß es in einem
Umkreis von reichlich zwei Stunden um Zweibrücken kaum einen Ort gab,
in dem es nicht Güter oder Zinsen besaß. Aber auch darüber hinaus hatte
es Besitzungen, die ihm wohl von den Angehörigen seiner Novizinnen
geschenkt wurden, wie in Niedermohr und Miesenbach, dann in der Vorderpfalz
 zu Freckenfeld, Gleishorbach und Gleiszellen. Am Marienstein bei
Zweibrücken legte es einen Gutshof mit einer der Muttergottes geweihten
Kapelle an.
Von besonderer Wichtigkeit waren namentlich die Patronatsrechte über
drei Pfarrkirchen, welche dem Kloster im Laufe der Zeit geschenkt wurden.
Schon 1244 erhielt es durch einen unbekannten Wohltäter einen Teil jenes
zu Thaleischweiler in der Wormser Diözese; 1249 schenkte ihm das Kloster
Hornbach auch seinen Anteil daran, 1319 endlich Graf Eberhard von
Zweibrücken-Bitsch den seinigen. Im gleichen Jahre wendete ihm derselbe
das Patronatsrecht zu Sippersfeld zu, das er mit der Herrschaft Staut von
seiner Mutter, einer geborenen Gräfin von Eberstein, ererbt hatte.
            
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