seiner Art, nur der sozialdemokratischen Propaganda dient,
und die Arbeiter unseres Gebiets mit den Sozialdemokraten
absolut nichts zu thun haben wollen. N
Einen wesentlichen Vorzug vor den Arbeitern anderer
Industrieen besitzt der Glasarbeiter darin, dass er eine in
der Regel durchaus sichere Position hat. Bei ihm ist von
einem plötzlichen massenweisen Entlassen, wie dies z. B. ın
der Eisenindustrie periodisch sich wiederholt, nicht die
Rede. Esmag dies wohl darin begründet sein, dass er erstens
bei einer Einschränkung der Produktion bei sinkender Nachirage
immer noch ein reichliches Auskommen hat, ferner
aber auch darin, dass Eriindungen maschineller Art, die
bei andern Industrien eine grosse Aenge menschlicher
Arbeitskraft entbehrlich gemacht hat, in der Glashüttenindustrie
nicht vorkommen, da ein Maschinenbetrieb nur
wenig in Anwendung kommt. Wohl sind hier und da
Versuche mit Rotations- und Blasmaschinen gemacht
worden, doch immer ohne Erfolg; das Gelingen der Hauptpruzesse
hängt eben lediglich von der manuellen Geschicklichkeit
des Arbeiters verbunden mit einer gewissermassen
liebevollen Behandlung seines Arbeitsobjectes ab; eine
Schematisierung des Prozesses ist unmöglich, eine individuelle
Arbeit ist geboten. Ein weiteres Moment, das
die Festigung dieser an und für sich schon sicheren Stellung
der Arbeiter noch bedeutend zu mehren im Stande
ist, liegt wie schon erwähnt in der Bildung der grossindustriellen
Kartelle, wie es oben geschildert.
Fassen wir zum Schluss unserer Betrachtung das gesagte
noch einmal kurz zusammen, so gestaltet sich das
Bild über die Lage des Tafelglasarbeiters im Saarvebiet
ungefähr folgendermassen:
Wir haben es hier mit einem Arbeiterstande zu thun,
der sich in seiner sozialen Lage über das Niveau des gewöhnlichen
Industriearbeiters erhebt. Seinen Grund hat
diese Erscheinung darin, dass der Glasarbeiter in der
Schulung eines streng geregelten Lehrgangs und durch