äl
bedeutendenLohnschwankungen, wie sie in derFisenindustrie
vorkommen, die sich der hohen Produktionskosten wegen
in nur geringem Masse auf Überproduktion einlassen kann,
sondern sich der Nachfrage anpassen muss, kommen in
unserer Industrie nach allen gemachten Beobachtungen
kaum vor. Und gar solch massenweise Arbeiterentlassungen,
zu denen sich die grossen Eisenwerke oft
genug genötigt sahen, sind in unserer Industrie überhaupt
noch nicht vorgekommen. Neben diesem Moment der
grossen Unsicherheit in der Lohnzahlung, das die IIöhe
derselben gewiss beeinträgtigt, kommt noch der Umstand;
dass das Verhältnis der so hoch bezahlten Arbeiter zur
Gesamtheit der Arbeiter in der Eisenindustrie ein sehr
geringes ist, so dass die Prozentzahl der hochbezahlten
Arbeiter in der Eisenindustrie der in der Tafelglasindustrie
nicht annähernd gleichkommt. Es ergiebt sich aus diesen
Betrachtungen, dass die Löhne der "Tafelglasarbeiter im
Vergleiche mit Löhnen anderer Industrien als recht günstig
zu bezeichnen sind, und dass auch die vorkommenden
Schwankungen zu gering sind um die wirtschaftliche Lage,
die Lebenshaltung des Arbeiters zu beeinträchtigen.
Arbeiterwohnungen.
Die Arbeiterwohnungsfrage darf bei den Tafelglasarbeitern
des Saarthales im grossen und ganzen als gelöst
betrachtet werden und zwar schon seit langer Zeit. War es
doch schon im vorigen Jahrhundert die Regel, dass bei den
neu anzulegenden Hütten eine Reihe Arbeiterwohnungen
mit gebaut werden. So besagt die Urkunde über die
Bedingungen, unter welchen 1754 die sgt. Mariannenthaler
Glashütte von der Gräflich von der Leyenschen Verwaltung
zur Versteigerung kam, dass neben der Hütte „auf herrschaftliche
Kosten“ erbaut werden sollen „für die Arbeitsleute
zwölf abgesonderte Wohnungen, entweder unter zwey
oder drey Dächer so wie es die Lage des Bodens erlauben