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die Anerkennung und Sympathie der Zentrumsfraktionsgenossen und die
Achtung der Gegner sich erworben, so daß seine Wähler alle Ursache haben,
mit seiner Tätigkeit als Abgeordneter sehr zufrieden zu sein. Auch die
„Saarpost“ wird der parlamentarischen Wirksamkeit des Abgeordneten Koß—
mann Gerechtigkeit widerfahren lassen.
. Daß die „Sgarpost“ gegen unsern Protest sich zur Wehr setzt, ist be—
greiflich, aber sie geht in mehreren Artikeln zum Angriff gegen den e dee
vorstand des Wahlkreises Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim über, besonders
im Leitartikel der Nr. 28 vom 29. Januar 1913. Dieser Artikel will aus
der Vorgeschichte der Wahl Koßmanns die Ottweilerer Parteileitung beschuldigen,
illoyal, ja geradezu wortbrüchig gehandelt zu haben. Der Kernpunkt des
Artikels ist die Behauptung, es sei unter den bei der Zusammenkunft der
beiden Zentrumsparteivorstände „vereinbarten Bedingungen“ auch die ge—
wesen, daß als Kandidat kein Agitator der Gewerkschaftsbewegung oder
Sekretär vorgeschlagen werde. Der Ottweilerer Parteivorstand erklärte in einer
der „Saarpost“ zugesandten Berichtigung diese Behauptung als unwahr, trotz—
dem hält die „Saarpost“ diese Behauptung ohne Beweise aufrecht. Deshalb
erklären wir nochmals öffentlich an der Hand der Akten, daß genannte
Behauptung der Wahrheit nicht entspricht. In der gemein—
samen Sitzung der beiden Vorstände ist nur eine einzige Bedingung verein—
bart, nur ein einziger Beschluß gefaßt worden, nämlich: „Es wird in beiden
Wahlkreisen eine Arbeiterkandidatur empfohlen (in Saarbrücken eine christliche,
in Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim eine der katholischen Arbeiterorganisation)
unter der Bedingung, daß die beiden in Betracht kommenden Organisationen
sich gegenseitig entsprechend unterstützen.“ Diese Formulierung wurde mit
15 Stimmen gegen 2 bei 2 Stimmenenthaltungen angenommen. Einige
Saarbrücker Herren sprachen in der Unterhaltung den Wunsch aus,
es möge, wenn möglich, in unserem Wahlkreis kein Agitator aufgestellt
werden, ein entsprechender Beschluß ist aber nicht gefaßt, ja nicht einmal be—
antragt worden, Beweis, daß man gar nicht die Meinung und Absicht hatte,
den ausgesprochenen Wunsch zu einer „vereinbarten Bedingung“ zu machen.
Von unserer Seite ist betreffend die Person des Kandidaten für Saarbrücken
in besagter Richtung nicht einmal der leiseste Wunsch kundgegeben worden.
Man mußte sich, um bei den scharfen Gegensätzen überhaupt zu einer Ver—
ständigung und Einigung zu kommen, auf das Allernotwendigste —
Wenn'wir erklärten, wir wollten sehen, ob wir dem ausgesprochenen ? unsche
entsprechen könnten, so war das ein Entgegenkommen von unserer Seite, wo—
beizu berücksichtigen ist, daß die Nominierung der Kandidaten den beider⸗
seitigen großen Wahlkomitees, in deren Kompetenz ja die adaueig Ent⸗
scheidung der ganzen Frage lag, überlassen werden mußte. Nun haben wir
uns auch bemüht, dem ausgesprochenen bloßen Wunsche Rechnung zu tragen,
aber vergebens. Davon haben wir dem Parteivorstand in Saarbrücken zeitig
Mitteilung zugehen lassen. Die Ottweilerer Zentrumsparteileitung hat also
in diesem Punkte durchaus korrekt und loyal gehandelt. Die „Saarpost
hat demnach die Pflicht, entweder die uns beleidigende Behauptung klipp
und klar zu beweisen durch bestimmte Angabe über Wortlaut, Zeit, Ort usw.
der vermeintlichen „vereiubarten Bedingung“, oder zu widerrufen und so
der Wahrheit die Ehre zu geben.
JIllingen Gez. Trier), 3. März 1913.
Im Namen und Auftrag des Vorstandes des Zentrums
wahlkreiskomitees für Oltweiler-St. Wendel-Meisenheim:
Der Vorsitzende: Dechant Hansen.
Wir stellen hiermit fest, daß die „Köln. Volksztg.“ auch in dieser
Sache eine einseitige Stellung einnimmt, und zwar gegen den offiziellen
Vorstand des Wahlkreises Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim.
Am 22. Januar 1013 schrieb die „Neunk. Ztg.“:
Die „Saarpost“ bemüht sich in ihrer Nr. 11 vom 15. Januar mit
einem großen Aufwand von Redensarten nachzuweisen, daß ihre Haltung