Full text : Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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Wahr ist, daß im Gegenteil der Vorsitzende des Zentrumsparteivor—
standes des Wahlkreises Saarbrücken den Vorsitzenden der Zentrumspartei
des Wahlkreises Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim durch Schreiben vom
16. März 1911 um diese Zusammenkunft ersuchte.
2. Unwahr ist der Satz: „Diese Zusammenkunft der beiden Zentrums—
parteivorstände fand in Saarbrücken Ende 1911 statt.“
and Wahr ist, daß diese Zusammenkunft bereits am 3. April 1911 statt—
and.

3. Unwahr ist der Satz: „Damit den Berlinern im Wahlkreise Saar—
brücken das Eintreten für den christlichen Arbeiterkandidaten und den Christ—
lichen im Wahlkreise Ottweiler-St. Wendel das Eintreten für den Berliner
Arbeiterkandidaten möglichst erleichtert wird, sollen hier wie dort solche
Männer aus dem Arbeiterstande als Kandidaten vorgeschlagen werden, welche
in gewerkschaftlicher Beziehung keine führende Rolle gespielt, namentlich kein
Sekretär oder Agitator solle in Frage kommen. Am ratsamsten wäre dem—
gach ein auswärtiger, nicht im Wahlkreise wohnender Kandidat.“!)
Wahr ist, daß von einzelnen Teilnehmern der Sitzung ein derartiger
Wunsch ausgesprochen aber ein dahingehender Beschluß nicht gefaßt wurde.
4. Unwahr ist der Satz: „Im Wahlkreise Ottweiler-St.Wendel-Meisen—
heim suchte, wie man dem Parteivorstand in Saarbrücken schriftlich und
mündlich mitteilte, der Zentrumsparteivorstand nach einem Berliner Arbeiter—
kandidaten, der den vereinbarten Bedingungen entsprach, in ganz Deutschland
ohne Erfolg.“
Wahr ist, daß die Aufstellung der Kandidatur Koßmann im Wahl⸗
treise Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim der vereinbarten Bedingung ent—
prochen hat.
Im Namen des Zentrumsparteivorstandes des Wahlkreises
Dttweiler-St. Wendel-Meisenheim:
Der Vorsitzende: Dechant Hansen.
Illingen (Bez. Trier), den 13. Februar 1913

Nach weiteren Versuchen der „Saarpost“, die
Sinne darzustellen, erfolgte nachstehende Erklärung:
Der Protest des Vorstandes des Zentrumswahlkreises Ottweiler⸗St. Wendel—⸗
Meisenheim und die „Saarpost“.
Die letzte Streiklbewegung im Saarrevier Zuette weder mit dem prinzi—
piellen Gewerkschaftsstreit an sich noch mit der Zentrumssache etwas zu tun.
Fs handelte sich vielmehr um die Fragen, ob das äußerste Mittel des Streikes
dinreichend begründet ünd besonders um den einen wichtigen Punkt,. ob ein

—8 beste Zeuge für die Unwahrheit ihrer Behauptung ist die „Saar—
post“ selbst.
In Nr. 81 vom 8. April 1911, also kurz nach der gemeinsamen Sitzung
in Saarbrücken am 3. April 1911, brachte die „Sdarpost“ folgenden Artikel:
Zur Kandidatenfrage in den Wahlkreisen Saarbrücken und Oitweiler. Man
reibt uns von hochgeschätzter Seite: Mehrfachen Anfragen gegenüber dürfen
wir versichern, daß in den letzten Tagen eine gemeinsamé Konferenz der Vor⸗
stände der Zentrumspartei in den beiden Kreisen Saarbrücken und Ottweiler
tattgefunden hat, die sich mit der Reichsstagswahl beschäftigte. Ohne die
personenfrage zudiskutieren, einigte man lig grund-—
sätzlich dahin, daßin denbeiden —— jeeine Arbeiter—
kandibvatur aufgestellt werden soll. — Kreise Ott—
veiler sollemaneinen Anhänger der Berliner Richtung
wählen, im Kreise Saarbrücken einen Anhänger der
Kölner Richtung.“
Das ist genau dasselbe, was der Zentrumsvorstand von Ottweiler er⸗
klärt hat.
            
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