Full text : Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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billigung hinzuzufügen. 3. B. hat sie in ihrer Nummer 293 vom 18. De—
zember 1912 folgende Ausführungen Efferts aus einer Versammlung zu
Bildstock am 17. Dezember zustimmend wiedergegeben:
„Er (Koßmann) hat in Malstatt gesagt, der Minister hat es ehrlich mit
einen Worten gemeint. Als Abgeordneter würde ich mich schämen, mit einer
derartigen Redensart vor eine Konferenz hinzutreten. Und doppelt würde ich
mich schämen, wenn ich Abgeordneter eines Wahlkreises mit so starker berg⸗
männischer Bevölkerung wäre, derart zu handeln, und keinen andern Rat zu
wissen, als den, nur hübsch still zu sein, und abzuwarten, was die Bergbehörde
zu tun für gut finde. 20 Jahre haben die Arbeiter ruhig zugesehen und ge—
vartet, und als Lohn für ihre Geduld hat man ihnen eine verschlechterte
Arbeitsordnung und eine ganz minimale Lohnerhöhung gegeben und auch
die nicht einmal vollständig. Wenn Herr Koßmann das nicht einsieht, soll man
dafür sorgen, daß er wieder ins Bergwerk hineinkommt.“
Die gegen den Abg. Koßmann erhobenen Beschuldigungen sind un—
wahr. Herr Koßmann hat auch der „Saarpost“ eine Berichtigung gesandt;
außerdem veröffentlichten mehrere Zeitungen des Saarreviers eine Er—
klärung des Abg. Koßmann. (Der Text der Berichtigung und der Erklärung
ist in der Anlage mitgeteilt.)
Der Abg. Koßmann hat im übrigen seine Stellungnahme zu den in Be—
tracht kommenden Fragen in der Bezirksdelegiertenversammlung der kath.
Arbeitervereine (Sitz Berlin) in Saarbrücken-Malstatt am 156. Dezember 1912
klar und deutlich formuliert. Seine dortigen Ausführungen bilden die beste
Widerlegung gegenüber den unwahren Behauptungen der „Saarpost“ und
des Abgeordneten Imbusch.
Ein Bericht über diese Rede des Abgeordneten Koßmann ist in der An—
lage beigefügt; ebenso der Abdruck einer Rede Koßmanns vom 22. De—
zember 1912 in Illingen und St. Wendel; des weiteren verweisen wir auf
den anliegenden Bericht über eine Bertrauenskund gebung für den
Abgeordneten Koßmann in einer Zentrumsversammlung zu Saar—
hrücken-Malstatt am 5. Januar 1913, in welcher der Abgeordnete Fürst
Löwenstein und Pfarrer Rosch von Derlen die Hauptredner waren.
Der unterzeichnete Vorstand protestiert auf das allerschärfste gegen ber⸗
artige, die Partei schädigende Herabsetzung des von uns hochgeschätzten Ab⸗
geordneten, dessen Stellungnahme zu dem Streik unsere vollste Billi—
gung findet. Wir bitten die Zentrumsfraktion des Reichstages und des
preußischen Abgeordnetenhauses dringend, einer Wiederkehr derartiger Vor⸗
kommnisse vorzubeugen und dem Abgeordneten Koßmann für die aus⸗
gesprochene Krüänkung Genugtuung zu verschaffen.
(Die Ünterschriften der Vorstandsmitglieder.)
Neunkirchen, 17. Jan. 19183.
Als die „Saarpost“ die Vorgeschichte der Aufstellung der
Zentrumskandidaturen im Wahlkreise Ottweiler-St. Wendel-Meisenheim
und Saarbrücken zur Reichssstagswahl 1912 und den bekannten Kom—
promiß zwischen den Vorständen der beiden Wahlkreiskomitees heran—
zog, war man gernötigt, dem Blatte folgende Berichtigung zugehen
zu lassen „Die Redaktion der „Saarpost“

zu Saarbrücken
ersuche ich unter Berufung auf 8 11 des Preßgesetzes um Aufnahme fsolgender
Berichtigung in der nächsten Nummer der „Saarpost“:
Der Artikel in Nr. 23 der „Saarpost“ vom 29. Januar 1913 mit der
Ueberschrift „Nochmals der Protest der Ottweilerer Parteileitung gegen die
Saarpost“ enthält folgende Unrichtigkeiten:
. Unwähr ist der Satz: „Der Zentrumsparteivorstand des Wahlkreises
Dttweiler-St. Wendel ersuchte den Zentrumsparteivorstand des Wahlkreises
Saarbrücken um eine Zusammenkunft zur gemeinsamen Aussprache und
zventuellen Einigung über die Grundsätze bei Auswahl der Kandidaturen, so⸗—
wie der gegenseitigen Unterstützung bei der Wahl.“
            
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