Full text : Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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war das gute Recht des Diözesanbischofs, seine Diözesanen vor
einem Schritte zu war nen, der nach dem Zugeständnisse aller Sach—
verständigen für das ganze Saarberggebiet von den unheil—
vollsten Folgen sein mußte. Und sollte der „Bergknappe“ nicht
glauben, daß diese Folgen auch auf dem sittlich-religiösen
Gebiete sich bemerkbar gemacht hätten? Ueberhaupt können wir dem
„Bergknappen“ und seinem Redakteur nicht die Kompetenz zu—
erkennen, zu entscheiden, ob ein Bischof an seine katholischen Diözesanen
Mahnungen richten soll oder nicht. Und wenn jemand, wie der „Berg⸗
knappe“ meint, daraus den Glauben gewinnen könnte, als sei die
Kirche gegen die Besserstellung der Arbeiter, so kann er das wohl
nur von solchen Arbeitern erwarten, die durch die Lektüre der—
artiger Hetzartikel bereits zu solchem falschen
GBlauben vorbereitet sind. Es ist ja nicht die erste Ent—
gleisung, die dem „Bergknappen“ passiert ist. Der ganze Artikel atmet
einen unkatholischen Geist, eine Mißachtung der
kirchlichen Autorität und enthält eine Untergrabung des An—
sehens der kirchlichen Behörden. Und so etwas wagt ein Gewerkschafts—
blatt auch Katholiken vorzusetzen! Das ganze Volk an der Saar,
Geschäftsleute und Arbeiter, sind dem hochwürdigsten Herrn dank⸗
bar, daß er in so väterlicher Weise zu seinen Katholiken gesprochen
hat. Wir protestieren ganz entschieden gegen diese ungezogenen Aus—
fälle gegen unseren Diözesanbischof und hoffen, daß auch andere Blätter
diese Uebergriffe gebührend zurückweisen.“
Die „Germania“ (Nr. 49 vom 30. Januar 1913):
„Der „Bergknappe“, das Organ des Gewerkvereins christlicher Berg—
arbeiter Deuischlands, setzt, nachdem er schon in seiner Nr. 4 vom 25. Januar
den Versuch gemacht hatte, seine in Nr. 30 der „Germania“ vom 19. Januar
erügte ungehörige Sprache gegenüber dem hochw. Herrn Bischof Korum von
—* zu rechtfertigen, diesen Versuch in seiner Nr. 5 vom 1. Februar, mit
besonderer Bezugnahme auf unsere Bemerkungen, fort. Unter ungeheurem
Wortschwall sucht „Der Bergknappe“ den Kernpunkt der Sache: eben die
anmaßende, empörende Sprache gegenüber dem Trierer Oberhirten, beiseite
zu schieben, und maßt sich in langatmigen Darlegungen an, katholische Bischöfe
harüber belehren zu wollen, was hinsichtlich der sozialen Frage, speziell der
Arbeiterinteressen, ihre Aufgabe sei und was nicht. Woher hat „Der Berg—⸗
knappe“ Beruf und Auftrag zu diesem Amt? Seine diesbezüglichen Aus—
führungen sind ebenso viele neue Beleidigungen für den deut—
schen Episkopat und geradezu ein Skandal in einem Blatte, das für
Arbeiter bestimmt ist und an seinem Kopfe den Namen christlich trägt?
Ganz besonders gilt dies von den sieben Fragen, in denen der „Bergknappe“
5** haben will, was die davon betroffenen Kreise tun würden, wenn
„ein Bischof von den Kanzeln“ in die Beratungen der gesetzgeben—
den Körperschaften, in die Fee in dem einen oder anderen Sinne,
in das Inferatengeschäft der. Zentrumsblätter und die Preisfeststellung der
Papierfabriken, in die Geschäftsstreitigkeiten der Handwerker, Handeltreiben—
den und Bauern, und endlich in die Bestrebungen der Beamten um Er—
höhung ihrer Gehälter sich eüun mischen, würde. Bei diesen Fragen fällt
bor allem die perfide Unterstellung auf, daß Bischöfe den Arbeitern gegenüber
übten, was sie anderen Berufsarten gegenuͤber nicht wagen würden. Solche
Verdächtigungen des Episkopats, eine so unerhörte Untergrabung der bischöf—
lichen Autorität glaubt ein drituig sich nennendes Arbeiterorgan sich
iee zu dürfen! Wir fragen angesichts einer so maßlosen Sprache noch—
            
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