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und Lügen sind in unseren Kreisen noch nicht heimisch. Wir halten das
System der schrankenlosen Ehrlichkeit nach langsähriger Praxis noch immer
für das beste. Und wir wünschen, daß andere, mehr wie bisher, wie wir
handeln, und nicht vom Ton reden, wenn sie die Sache meinen.“
Auch wir sind der Ansicht, daß der „Ber Fet nappe“ deut—
lich gesprochen hat. Esliegen keine Entgleisungen
vor, sondern er ist im alten Geleise geblieben von
Zürich „Bishierhersihr Bischöfehund nicht weiter“).
Wer die Geschichte der christlichen Gewerkschaften aufmerksam verfolgt
und ihr System studiert hat, der ist nicht überrascht worden von
der erschreckenden Deutlichkeit der oben wiedergegebenen Artikel. Weim
aberbei dieser Sache die Augennicht aufgehen, der
ist zu bedauern.
Leider sind diese Ideen des „Bergknappen“ in weite Schichten
des katholischen Volkes hineingetragen, wie aus so vielen Berichten
der Zeitungen und aus den Berichten des „Bergknappen“ über Reso—
lutionen von Bezirkskonferenzen zu ersehen ist. Auch in Saarbrücken
hat die Revierkonferenz der Christlichen am 28. Februar 1913 laut „Saar⸗
post“ vom 24. Februar 1913 „zu dem wegen des bischöflichen Schreibens
entstandenen Streit erklärt, daß das Organ des Gewerkvereins „Der
Bergknappe“ nur seine Pflicht getan hat, als es die Selbständigkeit
der Arbeiter und der Gewerkschaftsbewegung in wirtschaftlichen Be—
rufsfragen verteidigte“
Es ist fürwahr schmerzlich, zu sehen und zu hören, wie katholische
Arbeiter von ihren vom Hl. Geist ihnen gesetzten Hirten abgelenkt und
zu fanatischen Schülern eines falschen wirtschaftlichen Programms
gemacht werden; denn die Grundsätze,diein den Artikeln
des „Bergknappen“ enthalten sind, widersprechen
den Weisungen der Enzyklika Singulari, be—
seitigen in der Praxis gänzlich den Einfluß der
Kirche auf die sittliche Beurteilung wirtschaft—
licher Fragen und öffnen damit einem schranken—
losen Materialismus Tür und Tor.
Es sollte deshalb einem jeden Katholiken, besonders aber denen
der Diözese Trier, wohltun, wenn die „Frier. Landeszeitung“ und die
„Germania“ den „Bergknappen“ mit großem Ernste 33
Die —5 Landeszeitung“ schreibt in ihrer Nummer vom 18. Ja—
nuar 1913:
„Jeder Katholik muß mit uns empört sein über eine der—
artige ungezogene Sprache eines Gewerkschaftsblattes gegen
einen angesehenen Kirchenfürsten, der sowohl in seinem Briefe wie
durch seine ganze bischöfliche Tätigkeit seine Liebe zu den „Aermsten“,
sowie seinen Eifer zur Hebung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiter
offen bewiesen hat. Noch in seinem Briefe erkennt er die be—
drängte Lage der Arbeiter an und wünscht ihnen
Abhilfe, aber er schreibt ausdrücklich, nachdem ihnen von seiten
der Bergbehörde Versprechungen gemacht seien, sollten sie nicht die
furchtbaren Folgen eines Streiks heraufbeschwören. Der Bischof
hat also dasselbe getan, wie die hervorragendsten
Führer derchristlichen Bergarbeiter, die ebenfalls vor
dem Streik dringend warnten, und zwar aus denselben Gründen. Es