Full text : Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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die Bekämpfung der Christlichen unter dem Vor—
geben verdächtigen Glaubens Gerketzerung) nur
unter gewissen Voraussetzungen (wenn dieselben
standhaft die Lehren und Rechte der Kirche ver—
teidigen u. a) nicht gestattet ist; d) daß der
Papsteingeschärft hat, es müßten die katholi—
schen Vereinigungen auf jede Weise unterstützt und
gefördert werden, und es sei als höchst verwerflich
zu tadeln, die rein katholischen Vereinigungen zu
befeinden und die interkonfessionellen Vereini—
gungen gleichsam aufzudrängen, sei es auch unter
dem Vorgeben, daß alle katholischen Vereini—
gungen in den einzelnen Diözesen nach einer und
derselben Formeinzurichtenseien; e) daß nicht die
christlichen Gewertschaften approbiert sind, son—
derndaßnurerklärtist, s könne geduldet werden,
daß Katholiken unter gewissen Kautelendenchrist—
lichen Gewerkschaften angehöbren, während in—
dessendiekatholischen Vereinigungenaufswärmste
fürdie Praxisempfohlensind.
2. Die Berliner haben auch bereits gezeigt, daß sie auf fried⸗
lichem Wege für die Arbeiter schon vieles geleistet haben. Das mag
durch Anführung nur weniger Tatsachen bewiesen werden.
Ende des Jahres 1909 bestanden beispielswesise mit den Gewerk—
schaften des Verbandes katholischer Arbeitervereine (Sitz Berlin) 20 Tarif⸗
derträge, und zwar mit den Bauarbeitern 10, den Holzarbeitern 4, den
Verkehrsarbeitern 3, der Berufsgruppe der Erd-⸗, Stein- und Ton⸗, der
Brauereiarbeiter und der Bekleidungsindustrie je 1. Neuabgeschlossen wurden
fünf Tarifverträge.
Im Jahre 1910 gelang es der katholischen Organisation des Berliner
Verbandes, Tarifverträge nen in Ratibor, Kosel und Leobschütz für
die Maurer und Zimmerer, in Schneidemühl für die Maurer, Zimmerer und
Bauhilfsarbeiter, in Wünschelburg für die Steinarbeiter, in Heligenstadt für
die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter, in Gleiwitz für die Schneider,
in Trier für die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter, in Oppeln und
Umgegend gleichfalls für diese, im Bezirk Allenstein für die Tischler, Säge—
werks⸗ und Brauereiarbeiter, in Wartenburg gleichfalls für die Sägewerks⸗
arbeiter, in Bischofsstein für die Maurer, Zimmerer und Bauhilfsabeiter, in
Beuthen O.«“S. für die Holzarbeiter, in Kreuznach und 40 benachbarten Orten
für die Maurer und Bauhilfsarbeiter.
m Jahre 1811 bestanden gemäß den Mitteilungen des Kaiserlich
853 Amtes dreißig mit den verschiedenen —— des Berliner
Verbandes abgeschlossene Tarifverträge. Diese Angaben eröpfen selbst⸗
verständlich die sonstigen —A Verbesserungen nicht, die 7 den
Verband der katholischen Arbeitervereine (Sitz Berlin) und der katholischen
Vereine erwerbstätiger Frauen und Mädchen Deutschlands erzielt worden
sind, und wurden nur deshalb aufs Geratewohl herausgegriffen, um zu
zeigen, daß die katholische Organisation sehr wohl befähigt ist, die wirt—
schaftlichen Interessen ihrer Mitglieder wirksam zu vertreten, und daß eine
friedliche gewerkschaftliche Arbeit bei den Arbeitgebern auf verständnisvolles
Entgegenkommen zu rechnen hat.
Im Jahre 1012 belief sich die Zahl dieser Tarifverträge auf 41.
Die Aufzählung der materiellen Erfolge des Berliner Verbandes im
Jahre 1912, die den Betrag von mehreren Millionen an Lohnaufbesserungen
ausmachen, findet sich im Stenographischen Bericht des XVI. Delegierten—
tages Pfingsten 1913 auf Seite 11 bis 22.
            
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