Full text : Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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ordnung alles schön und gut“. Weiter wird darin behauptet, ich hätte in der
Malstatter Delegiertensitzung den Gewerkverein und damit auch die, die
mir zu meinem Mandat verholfen haben, in der schärfsten Weise angegriffen.
Demgegenüber erkläre ich:
1. Es ist unwahr, daß ich an der neuen Arbeitsordnung alles schön
und gut gefunden habe. Wahr ist, daß ich sowohl in der Malstatter Dele⸗
giertensitzung als auch in zahlreichen anderen Versammlungen betont habe,
daß die neue Arbeitsordnung in mehreren Punkten den berechtigten Wünschen
der Arbeiterschaft nicht entspricht.
2. Es ist unwahr, daß ich in der Malstatter Delegiertensitzung den
Gewerkverein und damit diejenigen, die mir zu meinem Mandat verholfen
haben, bekämpft habe. Ich habe mich überhaupt nicht gegen den Gewerk⸗
verein und seine Mitglieder gewandt, sondern nur die Art und Weise des
Auftretens einzelner Führer und Agitatoren des Gewerkvereins getadelt und
die gegen mich und die katholische Arbeiterorganisation gerichteten Angriffe
abgewehrt.

B. Koßmann, Arbeitersekretär,
Mitglied des Reichstags.

Zugleich veröffentlichte er folgende
Erklärung!
In Bergarbeiter-Versammlungen und auf den Gruben sind folgende
Gerüchte gegen mich verbreitet worden:
1. Koßmann hat beim Minister gesagt, die Bergleute hätten Lohn
genug.
Koßmann hat beim Minister gesagt, die Beragleute seien mit ihrer
Lage zufrieden.
Koßmann ist zum Minister gegangen, um den Bergarbeitern den
Fuß in den Nacken zu setzen.
Koßmann hat an die Bergwerksdirektion einen Brief geschrieben,
in dem er die Direktion ersuchte, nicht nachzugeben.
Diese Gerüchte, die unverkennbar den Zweck verfolgen, mich bei den
Arbeitern in Mißkredit zu bringen, entbehren jeder Unterlage und sind sämt—
lich unwahr. Ich habe bei allen meinen Maßnahmen in der jetzigen Berg—
arbeiterbewegung nur die Interessen der Bergarbeiter vertreten.
Neunkirchen (aar), den 3. Januar 1913.
B. Koßmann, Arbeitersekretär,
Mitglied des Reichstags.
In Nr. 19 vom 24. Januar 10913 berichtet die „Saarpost“ aus
Altenkessel:
„Dann verriet Leimpeters auch noch, was Foßmann ihm anvertraut
habe. Koßmann habe ihm geäußert, der Beschluß der Berliner in Malstatt
sei unklug gewesen. Er (Koßmann) würde das nicht noch einmal tun.“
Es hat sich herausgestellt, daß das eine völlige Ent—
stellung der Worte Koßmanns war.
Koßmann hatte in Wirklichkeit gesagt, „daß er in Malstatt von
seinem, (katholischen) Standpunkt nicht anders handeln konnte und
durfte.
            
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