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betonen, alle Veranlassung, jetzt, wo die Arbeiter höhere Löhne anstreben,
sich so zu verhalten, wie es ihnen gegenüber die Arbeiter getan haben. Die
lechnischen Grubenbeamten tun auch gut, sich aus Klugheitsgründen zu einem
solchen Verhalten zu entschließen, denn der große Einfluß, den die christlich—
nationale Arbeiterschaft sich errungen hat, ist ein Faktor, mit dem in den
verschiedensten Beziehungen zu rechnen ist. Nun komme ich zu den „Ber—
linern“. Dieselben haben dieser Tage die Behauptung aufgestellt, die
Resolution des Gewerkvereins bedeute eine Verschleppung des Streiks, das
ist ganz und gar unwahr. Diese Ausstreuung läßt fast den Schluß zu, als
ob die „Berliner“ enttäuscht wären, daß die Arbeiter sich am Montag nicht
zu Putschen haben hinreißen lassen. Dann hätten sie ja die Möglichkeit
gehabt, die Christhichen bei der Bergverwaltung als Kontrakt—
brecher anzuschwärzen. Ich will damit nicht sagen, daß sie es getan hätten,
aber die Möglichkeit dazu wäre da gewesen. Am Sonntag haben die „Ber—
liner“ in Malstatt eine Konferenz abgehalten. Als erster Redner sprach der
Arbeitersekretär Hans. Als ich seine Ausführungen gelesen hatte, habe ich
mich unwillkürlich gefragt: Hat der Mann alles vergessen, was er als
praktischer Bergmann erlebt und erfahren? Ist der Mann noch ernst zu
nehmen oder hat er einige Bosheiten verüben wollen? Bezüglich der Ar—
beitsordnung meinte er, abgesehen von einigen Bestimmungen sei darin
lediglich die Praxis der alten niedergelegt. Nun weiß ich nicht, ob er sie
gelesen hat oder nicht. Hat er sie nicht gelesen und doch daruͤber geredet,
dann hat er frivol gehandelt; hat er sie gelesen, aber nicht verstanden, und
dann ist er ein Dummkopf; hat er sie gelesen und verstanden und es über
sich gebracht, das zu sagen, was die Zeitungen berichten, dann hat er die
Wahrheit ins Gegenteil verkehrt. Man hat auf jener Tagung auch davon
geredet, daß die Erregung von außen her in die Arbeéiterschaft
hineingetragen worden sei. Ja, haben diese Leute denn in den
betzten Jahren auf dem Monde gelebt? Wissen sie nicht, daß die
Erregung daher kommt, daß die Bergverwaltung bei einem Ueber—
schuß von 8 Millionen Mark den Hauern eine Aufbesserung von sage und
schreibe 4 Pfennigen gegeben hat? Wissen sie nicht, daß die Bergleute in
ihrer überwiegenden Zahl mit dem jetzten Lohne nicht mehr leben können?
Wissen sie nicht, daß jetzt vie le brave und ordentliche Bergarbeiter
darben müssen? Die Mitglieder sollten dem Vorstande eigentlich sagen,
sie möchten einmal in die Grube gehen und mit den Löhnen, die gezählt
werden, leben, vielleicht sehen sie dann ein, woher die Erregung kommt.
Es ist aber dort noch ein zweiter Redner aufsgetreten, den ich für viel
klüger gehalten hätte. Das war der jetzige Reichstasabgeordnete Koßmann.
Der Mann sprach von seiner Konferenz beim Minister. Derselbe habe
erklärt, die Arbeitsordnung werde nicht zurückgezogen. Die Verkürzung der
Schlepperzeit koste den Staat 14 Millionen Mark. Und wenn maän jeden
Bergarbeiter an der Saar um 50 bis 60 Pfg. aufbessern würde, würde das
Millionen ausmachen. Wenn der Minister das dem Herrn Koßmann gesagt
hat, dann wäre er verpflichtet gewesen, dem Minister und dem —*
o. Velsen zu erwidern: Wie kommt es denn, meine Herren, daß sie mit der
gut gearteten einheimischen Arbeiterschaft so leicht auskommen, daß sie der—
selben eine schärfere Arbeitsordnung aufoktroieren wollen, als man sie im
Ruhrrevier hat? Wie kommt es denn, meine Herren, daß sie die freiheit—
lichen Gesetze, die sie selbst für die Arbeiterschaft machen halfen, weniger
freiheitlich auwenden, wie die Leute im Ruhrgebiet, die diese Gesetze bei
ihrem Entstehen so bitter bekämpften? Bezüglich der Lohnverhältnisse hätte
er dem Minister sagen müssen, daß es nicht wahr ist, daß der Gewerkverein
eine Lohnerhöhung von 50 bis 60 Pfg. verlangt, sondern eine Aufbesserung
der zu niedrigen Löhne. Er hätte dem Minister schildern sollen, wie sein
Geheimrat in Saarbrücken die Arbeiter immer wieder vertröstet hat, und daß
die Arbeiter es jetzt müde sind, sich aufs neue vertrösten zu lassen. Exzellenz,
die Arbeiter wollen von den 8 Millionen, die dieses Jahr mehr von dem
Fiskus verdient wurden, auch einen kleinen Teil in Form höherer Löhne
haben, so hätte er sagen müssen. Aber was hat Herr — statt dessen