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kdoßmann anregte, eine Erläuterung der neuen
Arbeitsordnungveranlaßt; diese Erläuterung werde in der
am nächsten Sonnabend erscheinenden Nummer des Bergmannsfreund
veröffentlicht; sie sei authentisch und die Grubenverwaltungen
hätten sich deshalb danach zu richten.“ Ebenso wieder—
holte der Minister seine Zusage, daß die Löhne bei steigender
Konjunktur weiter steigen sollten, immer vorausgesetzt, daß kein
Streit ausbräche.
Am 25. Dezember 1912 hatte der Reichstagsabgeordnete
Koßmann wieder eine Besprechung mit der Königl. Bergwerks—
direktion zu Saarbrücken; diese erklärte ihm, sie könne auf Grund der
nunmehr vorliegenden Abschlüsse eine Steigerung der Löhne mit Be—
stimmtheit zusagen. Voraussetzung sei, daß die Leistungen der Berg—
leute auf der Höhe blieben, und daß keine Betriebsstörungen (Streik)
einträten.
Die Köln. Volksztg., welche in Nr. 1133 diese letzte Be—
sprechung, wie auch die Audienz des Dr. Fleischer vom 24. Dezember
1912 beim Handelsminister berichtet, hat bis heute ihren
Lesern noch nicht mitgeteilt, daß die bedeutungs—
vollen authentischen Erklärungen zur neuen Ar—
beitsordnung in jener Audienz zugesagt worden
sind, welche die Abgeordneten Koßmann, Glatt—
felterund WerramlT.Dezemberl912beim Handels—
minister Dr. Sydowthatten.
Die Berliner haben, wie man sieht, keine Mühe und Arbeit ge—
scheut, um auf friedlichem Wege 1. für die Verbesserung der Lage der
Bergarbeiter und auch der Arbeitsordnung etwas zu erreichen,
2. einen unglücklichen Streik mit all seinem Elend zu verhüten. Dabei
sind sie stets selbständig vorgegangen und den Christlichen nicht nach—
gehinkt, im Gegenteil sie waren nachweislich mit vielen Forderungen
vporaus.
Was nach dem 11. Dezember 1912 (auch in den verschiedenen
Audienzen und Besprechungen der Christlichen, des Abgeordneten
Bassermann u. a.) zugesagt wurde, ist im wesentlichen dasselbe, was
am 11. Dezember 1912 den drei Abgeordneten Koßmann, Glattfelter
und Werr in Berlin und bereits am 5. Dezember 1912 den drei Gruben—
ausschußmitgliedern der Berliner Richtung versprochen war. Dem—
gemäß hat auch der Handelsminister Dr. Sydow in seiner
Rede am 11. Januar 1813 im Preuß. Abgeordnetenhause festgestelbt,
daß durch die Streitkdrohung nicht mehr erreicht
worden sei, als schon vor dem 15. Dezember 1912
konzediertwordenwar, indemersagte:,Ich meiner—
seits habe nach wie vor abgelehnt, etwas zu
konzedieren, was nicht bereits vor Beginn der
Streikbeweg ungin Aussicht gestellt war“ und „Sie
1) Zum Beispiel Verkürzung der Schlepper- und Lehrhauerzeit, Höchst—
strafen für unreine Förderung (nür drei Mark insgesamt, pro Monat); Aus—
zahlung der Invalidenrente neben der Pension; Erhöhung der Pensionsbezüge;
freie Behandlung der Familienangehörigen der Knappschaftsmitglieder; Be—
seitigung der politischen Bevormundung; Erhöhung der Löhne für fämtliche
Arbeitergruppen; Beseitigung der großen Lohnunterschiede; eigener Erwerb
der fiskalischen Wohnungen u. a.