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„äffte Miene und Sprache des Herrn Dr. Royer nach“. So die „Neun—
kirchener Zeitung“ 1905 Nr. 226. Herr Hüskes hat der „Neunkirchener Zei—
tung“ keine Berichtigung zugesandt und sie auch nicht verklagt. Ich mache
diese Behauptung der „Neunkirchener Zeitung“ mir zu eigen und bin bereit,
die Wahrheit jederzeit zeugeneidlich zu beweisen. — Weiter ahmte Herr
Hüskes in der Versammlung vom 5. April d. J. in Spiesen auf der Buͤhne
das „Kniebeugeln“, „Bitten“ und „Beten wie Pensionsschwestern“ der „Ber—⸗
liner“ nach. Dieser Skandal war so groß, daß der Wirt Weckler selbst ein—
schritt und protestierte.
2. Herr Hüskes sagt weiter, es sei unwahr, was ich ihm über den
Herrn Bischof von Trier in den Mund gelegt habe. Ich habe den Bericht
von Ohren- und Augenzeugen hier vor mir liegen und schreibe denselben
setzt hier wörtlich ab. Er lautet:
Versammlung in Spiesen, 5. April 1908
Redner Hüskes.
Die Versammlung war besucht von 17 Männern. Die ganze Rede
war eine Hetze gegen unsere katholische Einrichtung der Berliner Richtung.
Er sagte, wir seien Schufte, Schurken, wir könnten sonst nichts als Bitten
und Betteln und Kniebeugeln wie ein Pensionsmädchen; dann, daß die Geist—
lichen nichts in unserer Arbeiterbewegung zu sprechen haben. In diesem
Punkt führte er aus, wir würden uns in die Irre führen, systematisch ver—
dummen lassen. Ich will annehmen, Euer Bischof würde sterben, alt genug
wäre er dazu, was ich aber nicht hoffe, dann würden wir von der Bildfläche
verschwinden.
So wörtlich der Bericht. Ich habe auch die Namen der Männer hier
vor, mir liegen, welche jederzeit bereit sind, vor Gericht die Wahrheit des eben
gesägten Berichtes unter Eid zu bekräftigen.“
Noch am 15. Juni 1012, nach der offiziellen Belobigung und
Empfehlung des Systems der Berliner in der bekannten Pfingstdepesche
des Hl. Vaters an den Berliner Verband, nannte die „Saaͤrpost“ in
einem Artikel die Berliner , Phantasten und IJdeologen“.
Wie scharf und unnobel der Kampf der „Saarpost“ und der
Christlichen gegen die katholische Organisation war, wobei auch Geist—
liche wegen ihrer Stellungnahme zu den christlichen Gewerkschaften
angegriffen wurden, geht aus nachstehenden Pressestimmen hervor.
Die „St. Johann-Saarbrücker Volkszeitung“, die stets für die inter—
konfessionellen christlichen Gewerkschaften eingetreten ist, brachte in Nr. 149
dom 3. Juli 1906 einen langen Artikel, in dem das Gebaren der „Christ-—
lichen“ gegenüber der katholischen Arbeiterorganisation und deren Anhängern
in schärfster Weise verurteilt wurde. Das Blatt schrieb u. a.:
„Besonders peinlich muß jeder Katholik es aber empfinden, wenn
schlechtweg von den „schamlosen Anmaßungen“ der „Berliner“ geredet wird,
gegen die jeder ehrenhafte Arbeiter Front machen müsse. Wer sind denn die
Anführer, die Träger der ganzen Berliner Bewegung im Saarrevier? Es
sind katholische Geistliche Männer von tadellosem Ruf und Charakter, die ihr
ganzes Leben, ihre ganze Tätigkeit lediglich in den Dienst der katholischen
Arbeiter gestellt haben. Mag man von der Berliner Bewegung denken wie
man will, eine solche Art der Bekämpfung muß jeder verurteilen.“
Die „Neunkirchener Zeitunq“ fügte (Nr. 153. 1. Blatt vom
7. Juli 1906) hinzu:
„Wir stimmen der „Volkszeitung“ in ihrer Verurteilung der von der
christlichen Gewerkschaftsleitung beliebten Kampfesweise gegen die katholischen
Arbeiterorganisationen vollständig bei. Die Schuld auf jener Seite ist uüͤm
so größer, als man sich nicht im geringsten der Mühe unterzieht und unter—
zogen hat, die Arbeiter in objektiver Weise von den Zielen und Mitteln der
Organisation auf katholischer Grundlage zu unterrichten, um sie zu einer
einigermaßen gerechten Beurteilung diefer Bewegung fähig zu machen. Mit
Spott und Hohn, mit Unwaährheiten jeder Art, mit Wrln und nichts⸗
sagenden Redensarten wird über die katholische Organisation von den Ar—