Full text : Memorandum zur Bergarbeiterstreikbewegung im Saarrevier 1912 - 13

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bandes brachte, muß man ein ganz falsches Bild von der Arbeit des Ver—⸗
bandes in der Streikbewegung entnehmen.
Aber in der Rechtfertigung der „Köln. Volksztg.“ interessiert noch ein
weiterer Punkt. Die „Köln. Volksztg.“ betont, es sich versagen zu wollen,
die Phasen des Kampfes nach dem Streikausbruch durchzugehen, die häß—⸗
lichen Vorwürfe zu widerlegen, die von Kreisen, welche den Berlnern⸗
nahestehen, gegen die christlichen Gewerkschaften und ihre Förderer erhoben
werden. Hier bekundet die Ih. Volksztg.“ wieder ihre ineuigteit Weiß
sie nichts von den alles Maß übersteigenden Angriffen auf die „Berliner“,
auf den Abgeordneten Koßmann? Ist es ihr nicht bekannt geworden, wie
Generalsekretär Effert, Abgeordneter — „Saarpost“ im trauten Verein
den Abgeordneten Koßmann in seiner Ehre als Abgeordneter kränkten, wie
sie ihn direkt bei den Wählern herunterrissen? Sollen sich die „Berliner“
alles dies von dem Gewerkverein und seinen Funktionären ruhig bieten
lassen? Sollen die „Berliner“ sich den Frieden damit erkaufen, daß sie
geduldig alles über sich ergehen und sich „kalt stellen“ lassen. Wenn die
Köln. Volksztg.“ so sehr dem Frieden dienen will, warum ist Fie nicht
eingeschrütten, als ihre Freunde im Sager des Gewerk—
vereins an derSaarben rücksichtslosen Kampfgegen die
„Berliner“ inszenierten? Damals hätte ihre Friedensmahnung
bestimmt Ersolg gehabt. Jetzt, wo so vieles schon in Scherben geschlagen
ist, kommt sie zu spät; sie setzt su übrigens auch dem Verdachte aus, daß
ihre Friedensmahnung hauptsaͤchlich darin begründet ist, daß ihren Freunden
an dert Saar das „Kalistellen“ der „Berliner“ so herzlich schlecht bekommen ist.
Die „Köln. Volksztg., welche in Nr. 24 entrüstet Beweise verlangt
und den 33 Geistlichen in scharfem Tone „haltlose“ Vorwürfe zur Last
legt, hat die vorgebrachte Begründung nicht zur Kenntnis ihrer Leser
gebracht, obwohl dieselbe ihr eigens zugeschickt war. Statt dessen ging
sie in einem Privatschreiben (vgl. Köln. Vztg. Nr. 34) an den Vor—
sitzenden der Präsideskonferenz auf einen Teil des in der Neun—
kirchener Zeitung gebotenen Beweismaterials in ihrer Weise ein.
Hier handelte die Köln. Vlksztg. wieder einseitig.
Ihre Leser sollten, wie es scheint, die erwähnte Begründung der an—
geblich „haltlosen“ Vorwürfe nicht erfahren; sie sollten einfach blind—
ing⸗ der Köln. Volksztg. Vertrauen schenken, ohne selbst prüfen zu
önnen.
Es sei anerkannt, daß die Köln. Vlksztg. in Nr. 89 vom 30. 1. 13
nach einem Artikel eines Verteidigers des Gewerkvereins christl.
Bergarbeiter auch einem Freunde der kath. Organisation die Spalten
zu einer Erwiderung geöffnet hat. Doch kann das nicht abhalten,
eine Reihe von Feststellungen zu machen, weil einerseits der Artikel
des Berliners nicht alle Punkte berühren wollte, die klar zu stellen
sind, und weil anderseits die Köln. Vlksztg. diesen Ausfuührungen
Bemerkungen eines „hervorragenden Führers“ der christl. Gewerk—
schaften hinzufügte, die nicht unwidersprochen bleiben dürfen. Die
nachstehenden Darlegungen sollen lediglich der Wahrheit
dienen, auf deren Grundlage allein Friede zu erreichen ist. Wenn
wir uns dabei meist an die Köln. Vlksztg. halten, geschieht das nicht
etwa aus Animosität gegen diese Zeitung, sondern weil sie das ein—
flußreichste Blatt jener Richtung ist, die der kath. Organisation sich ab—
geneigt zeigt. Es liegt uns gänzlich fern, irgend jemand persönlich
beleidigen zu wollen.
Wenn auch zunächst veranlaßt durch die einseitige Bericht—
erstattung gewisser oon, sollen nachstehende Eröterungen doch auch
andere Begleiterscheinungen der Saarbergarbeiterbewegung 1912 be—
rücksichtigen, aus denen die Katholiken ersehen können, wie sehr ihre
            
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