Full text : Studien zur Dialektgeographie des Saargaues

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zierenden, ferner bei einigen andern häufiger gebrauchten und besonders
 der Umschreibung dienenden Verben, sowie bei den meisten Präteritopräsentien.
 Es sind:
zän ‘sagen’ — derkan ‘denken’ — losan lassen’ — broluxon
‘brauchen’ — gein ‘gehn’ — $dein ‘stehn’ — zen ‘sein’ — hun “haben” —
vesan ‘wissen’ — derafan ‘dürfen’ — zo'l.on ‘sollen’ — ve'l.on ‘wollen’ —
mi:san ‘müssen’ — hä:lan ‘halten’ — helofon ‘helfen’ — gen ‘geben’.
Andrerseits macht sich ein Eindringen schriftsprachlicher Elemente
 gerade im häufigern Gebrauch des Präteritums seitens der
jüngeren Generation bemerkbar.
Dagegen sind die Fälle, in denen der Konjunktiv des Präteritums
sich erhalten hat, zahlreicher. Jedoch bedient man sich hier gerne
der umschreibenden Konditionalform, die gebildet wird mittels der
Konjunktivformen des Präteritums der Hilfszeitwörter dö:n (== dein)
‘tun’ — ve’o.den ‘werden’ und gen ‘geben’. Es wird also “ich liefe’
wiedergegeben durch: 2y li:f oder ay de:t (== ge&:t oder vir.t) lafon.

8 154 [154]. Ersetzt wird das nicht vorhandene Präteritum
durch das in der Mda. sehr oft gebrauchte Perfekt. Dieses ist das
gewöhnliche Tempus der Erzählung.
Lebendig ist auch das Plusquamperfekt. Oft wird dies auch
ausgedrückt durch das Perfekt, dem man dann zur Verstärknng das
Partizip des Perfekts von hun ‘haben’ oder, besonders bei Verben der
Bewegung, von zen hinzufügt. a) hat ot bret oder ax hun. (= hat)
at brot gohet, ve‘i. ich hatte es gebracht, als’ — 9 vd'o. gan. oder
an es (= vd’a.) gan. qaviast ‘er war gegangen”. >

8 155 [155]. Der Gebrauch des Futurums, das meistens durch
das einfache Präsens wiedergegeben wird, ist fast ganz beschränkt auf
Versprechen, Drohung und Vermutung. Das II. Futurum steht in
diesem Sinne mit Beziehung auf die Vergangenheit.

$ 156 [156]. Der Imperativ ist erhalten. Die 1. pers. pl. wird
in der Regel umschrieben mit lo$t ös “laßt uns’ oder mit mo ve'l.on
‘wir wollen’.
Das Partizip des Präsens ist nur in seltenen Fällen erhalten;
meistens handelt es sich hier um eine Anlehnung an die Schriftsprache.
Das Partizip des Präteritums stimmt im Gebrauch mit dem der Schriftsprache
 überein. Häufig ist seine absolute Verwendung nach d:nan
‘= ohne — zu haben’ d:na galaf v&o&da tsa &pe:t kom ‘wenn du nicht
gelaufen wärest, wärst du zu spät gekommen’ — d:nda ges o gadrovk
“ohne gegessen und getrunken zu haben’.
Anm. : Erwähnt sei hier auch: £so'u, gazei,no din = "zusehends”.
            
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