$ 151 [151]. Die indefiniten Pronomina.
1. Der unbestimmte Artikel (siehe 8 181).
2. jidorä:n(en), jidard:n, jidaränt “ein jeder’ (subst.); vgl. engl.
every one.
3. jido(m), je:t, je:t “jeder, jede, jedes”. (adj.)
4. kä:na(n), kä:n, känt “keiner” (subst.); käln), kä:n, käln) “kein.
keine, keines’ (adj.)
5. ma'n.ax (-mu'n.ax) änan, än, änt “mancher” (subst.); ma'n.oy
(-mu'n.dx) mancher (adj.)
6. al. ‘alle’; verstärkt a‘l.ogda “alle mitsamt”
7. mar, ma ‘man’.
8. ep0os “etwas”.
9. neist “nichts”.
Anm. 1: ‘Niemand’ ist in der Mundart nicht vorhanden. Es wird durch
kä:non “keiner” ersetzt.
Anm 2: ‘Einander” wird durch andän ausgedrückt: doryanän ‘durcheinander”
— balanän “beieinander” — fu'n.anän ‘voneinander’ — iveranän
‘übereinander’ — oluzanän ‘auseinander’. Die Formen oana'n.a einander‘
werden nur zur Verstärkung von andän gebraucht: oiuzonän on oluzandna
= ‘vollständig auseinander”.
{ILL Konjugation,
1. Gebrauch der Tempora und Modi.
$ 152 [152]. Im großen ganzen hat die Mundart das alte Konjugationssystem
erhalten. Wie bei der Deklination ist der alte Formenreichtum
jedoch einer weitgehenden Vereinfachung gewichen.
Vollständig erhalten ist der Indikativ des Präsens. Sein Gebrauch
entspricht ganz dem der Schriftsprache.
Selten dagegen ist der Konjunktiv des Präsens. Erhalten hat
er sich beim Konjunktiv des Präsens von zen ‘sein’ und in einigen
Redewendungen, besonders zum Ausdruck des Wunsches und der Verwünschung:
get zen (day) ‘Gott segne (dich) [als Höflichkeitsformel, wenn
jemand niest] und als Antwort bei Gruß usw. — got dank (ey) ‘Gott
danke (euch)’ — got he‘l.of ‘Gott helfe’ — got dei. ma bei ‘Gott steh
mir bei’ — ge:f am got da t:vay ro'u. “Gebe ihm Gott die ewige Ruhe’ —
dar deival ho'l. an ‘der Teufel hole ihn’.
$ 153 [153]. Der Indikativ des Präteritums ist, wie im Oberdeutschen
und im südlichen Mitteldeutschen überhaupt, sehr zurückgegangen.
Vorhanden ist er nur bei den meisten ehemals redupmli-