Full text : Studien zur Dialektgeographie des Saargaues

Phonetische Vorbemerkungen,

8 6 [6]. A. Quantitäten und Qualitäten der Vokale,

Die in vorliegender Arbeit behandelte Mundart zeigt eine reichere
Entfaltung des Vokalismus als die neuhochdeutsche Schriftsprache.
An Qualitäten sind vorhanden: geschlossene, offene und überoffene
 Vokale; an Quantitäten: Überkürze, Kürze, geschärfte Länge
und Länge. Die geschärfte Länge nimmt eine Mittelstellung ein
zwischen Kürze und Länge.
Geschlossene Laute bleiben unbezeichnet; offene werden mit untergesetztem,
 nach rechts offenem Häkchen bezeichnet.
An überoffenen Lauten sind vorhanden die in der hochdeutschen
Schriftsprache fehlenden überoffenen e- und 0-Laute. Für das überoffene
 € verwende ich das Zeichen dd, Dieser Laut kommt nur vor
als einfache Länge, also nicht in Diphthongen, und zwar nur als
Länge [= 4] oder als geschärfte Länge [= &)].
Auch das überoffene 0 ist als Kürze nicht vorhanden. Es kommt
nur vor als Länge [= dä], geschärfte Länge [= d:] und als erstes
Kompositionsglied eines unechten langen oder geschärften Diphthongen.
[da; &9.].
Die Kürze wird nicht, die Länge durch übergesetzten wagerechten
Strich bezeichnet. Für den Indifferenzvokal ist ein 9 verwandt. Für
die Schärfung habe ich das in der rheinischen Dialektliteratur jetzt
allgemein übliche Zeichen : ,’ . gebraucht. Einfacher geschärfter
Vokal ist mit Längezeichen versehen.
Als Überkürzen sind vorhanden: ? == überkurzes e in unbetonten
Silben, ferner a, i, w als zweites Glied echter und unechter geschärfter
Diphthonge. Aus praktischen Gründen bleibt die Überkürze dieser
zweiten Diphthongkomponenten unbezeichnet.
Halblanges e, € und 0 besitzt die Mundart in den ersten Kompositionsgliedern
 der echten Diphthonge e&, € und ou, Die Halblänge
bleibt unbezeichnet, Das hochgesetzte £ in o'w bezeichnet eine leichte
Palatalisierung des 0.
Den Hiatusvokal (= Halbvokal) bezeichnet ein nach unten offener
Bogen. Halbvokalisches £ kommt in der Mundart von Wehingen nur
            
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