Nach dieser Kellereirechnung gehörten zum Verwaltungsbezirk
Saarburg die Orte: Littorf, Helfant, Emsch (wahrscheinlich Hevese =
Irsch), Zerf, Greimerath, Saarhölzbach (oder Waldhölzbach bei Zerf),
Beurig, Niederleuken, Mannebach, Ockfen, Schoden, Serrig, Konz,
Britten, Losheim, Bachem, Neuhaus (?), Merzig, Perl, Mettlach und
Hamm, ferner der Saargau. Hier von Bedeutung sind die Namen
Hamm und Saargau. Auf letzteren werde ich noch eingehender zurückkommen.
M. E. bestätigt die Saarburger Kellereirechnung die
Folgerung von Lennarz, dass Fitten Mittelpunkt eines grösseren Gebietes
ist. Mit diesem ist offenbar der genannte Saargau identisch. Auch
nach dem Weistum für den Saargau von 1561 ist Fitten als Mittelpunkt
angegeben.
$ 384 [421]. Nach Lamprecht D. W. L. III. 323 besass das
Refektorium von St. Maximin in Trier im ersten Viertel des 13. Jhs.
in Taben Güter. Nach Lamprecht D. W. L. III 191 f. fällt der
Hof Hausen mit der Feste Freudenburg 1344 durch Verkauf an
Luxemburg (König Johann von Böhmen). In der Urkunde heisst es:
Binnen der vorgenannten Marke (d. h. innerhalb der Feldmark von
Hausen und Freudenburg) han wir hoegerichte und uber die vorgenannten
marke und termin han wir von des hoves von Usme (= Hausen)
noch von Froidenberg wegen kein gerichte, wan ez buzsen den marksteine
und termin alumb und undumb unsern vorgenannten vedern
von Triere (d. i. Erzbischof Balduin) und sinem stift angehoret. Wir
haben hier also den Terminus post quem der Trierischen Landeshoheit
über Freudenburg und Hausen, die mit den Dörfern Staadt, Kastel,
Hamm, Rodt und Taben die bereits früher 8& 366 [404] erwähnte
spätere Herrschaft Freudenburg bilden.
$ 385 [422]. Die Abtei St. Matthias in Trier, die nirgendwo
Landeshoheit besass, hatte u. a. die Mittel- und Grundgerichtsbarkeit
zu Nennig, Wies, Berg, Butzdorf, Cahren, Dilmar, Esingen, Helfant,
Soest, Rommelfangen, Sinz und Tettingen. Das Domkapitel hatte die
Landeshoheit in der Herrschaft Perl (vgl. 8 365 [403] a 2) und die Grundgerichtsbarkeit
u. a. in Faha, Kesslingen und Oberleuken!). Der Hof
des Domkapitels in Perl hatte einen villicus an der Spitze,?) und der
bei Beyer I 595 genannte Gerhardus de Pirla, der für 1152—1157
belegt ist. ist einer dieser Ministerialen des Trierer Domkapitels. Die
Burg Siedelingen (= Südlingen) wurde 1159 Eigentum des Erzstifts,
‘) Vgl Haller und Züscher: „Trierische Geschichte“, Trier 1906. II 50 ff.
') Beyer I. 618.