Full text : Studien zur Dialektgeographie des Saargaues

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an den Kurfürst von Trier abzugeben hatte. — Im Hochgericht Merzig
waren der Kurfürst von Trier und der Herzog von Lothringen Grundund
 Hochgerichtsherren'). Ersterer war Vorgänger, Lehensherr und
Vogt. Daneben werden im Merziger Schöffenweistum noch einige
kleinere Grundherren genannt: der Herr von Veltzberg, der von Trier
belehnt war, die Äbte von Wadgassen und von Mettlach, die Grafen
von Sayn und die Herren von Rodendorf.

$ 369 [407]. „Durch Artikel 3—5 des Vertrages zwischen dem
König von Frankreich und dem Kurfürsten von Trier vom 1. Juli 1788,
ratifiziert am 19 September 1778, wurde diese bisher zwischen Lothringen
und Kurtrier bestehende Gemeinschaft „Saargau und Merzig‘ in der
Weise geteilt, daß die Saar die Grenze bildete‘“?). Frankreich erhielt
das linke Ufer nebst Keuchingen, Kurtrier das rechte Ufer der Saar
mit dem Hochgericht Merzig, Ponten-Besseringen, St. Gangolf, Schloß
und Berg Montclair. Aus diesen Ortschaften und der vom Amt Saarburg
 abgetrennten Pflege Losheim wurde 1778 das Amt Merzig gebildet.
 Als Enklave in lothringischem Gebiet und zur Losheimer
Pflege gehörig, also seit 1778 zum Amt Merzig, lag Düppenweiler.
Durch königliches Patent vom Juni 1780 wurden die an Frankveich
 gefallenen Ortschaften der Baillage de Bouzonville (= Busendorf)
 unterstellt. Vorübergehend, von 1780—1788, waren die Orte
Merchingen, Hargarten, Honzerath, Haustadt, Erbringen und Reimsbach
 von der Baillage de Bouzonville abgetrennt und zu der von
Schaumburg geschlagen worden. Im genannten Jahre kamen sie dann
wieder an erstere zurück.

$ 370 [408]. Bis 1769 hatte das Dorf Nittel an der Mosel ebenfalls
 zu Lothringen gehört, und zwar zur Prevöte de Siersberg. In
dem Vertrag vom 16. Mai 1769 (Art. 17) zwischen der Kaiserin Maria
Theresia als Herrin der Österreichischen Niederlande und Ludwig XVI.
als Herzog von Lothringen trat der König ab:
1. das Dorf Nittel,
2. seinen Anteil an allen Besitzungen unterhalb von Perl, die
er mit Luxemburg gemeinsam hatte, nämlich die Dörfer Wochern,
Nennig, Wies, Rehlingen und das Schloß Berg.
Die von der Kaiserin abgetretenen Gebiete (Art. 22) lagen als Enklaven
 im Pays Messin.

1) Vgl. das „Schöffenweistum von Merzig von 1529“ bei Grimm II. 58 und
bei Briesen 197 f.
3) Fabricius II 174.
            
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