wurde jedoch wegen eines Fehlers an der hand wieder heimgeschickt.
Müller und Anacker machten in derselben Kompagnie zusammen den
ganzen Feldzug mit.
Da von einer mündlichen Reifeprüfung unter diesen Umständen im
Jahre 1870 nicht die Rede sein konnte, so war es der Prüfungskommission
doppelt willkommen, daß die Arbeiten der Abiturienten so ausgefallen
waren, daß eine Dispensation von der mündlichen Prüfung unbedenklich
beantragt werden konnte. Der stellvertretende Cokalkommissar, herr
superintendent Schirmer, schloß sich der Ansicht der Kommission bereit—
willigst an, und so wurden alle Abiturienten mit dem Zeugnis der KReife
entlassen.
Zum Schluß haben wir noch der fünfundzwanzigjährigen Erinnerungs—
feier an die Schlacht bei Spichern zu gedenken, die herr Direktor Dr. Fauth
noch erlebt, leider nicht mehr die vierzigjährige. Damals, im Jahre 1895,
hat er noch einmal seine Heimat und das Schlachtfeld besucht.
Eine schöne Stelle in einem kleinen Artikel, den er in der Deutschen
Beamtenzeitung „ßZum 6. August“ veröffentlichte, in welchem er nochmals
der Schlacht und wehmütig der schönen Jugendzeit gedenkt, möge hier den
schluß bilden.
Fünfundzwanzig Jahre sind seitdem vorübergerauscht, und mit grauen
haaren habe ich die Fluren, wo ich als Kind gespielt und später die schreck⸗
liche Schlacht sich abrollen sah, wieder aufgesucht. Saarbrüchen war
einst eine poetische Stadt, nicht nur durch den Reiz der Natur, sondern
durch die Erinnerung an die alte Fürstenzeit, welche sich vor Jahren noch
an seine Häuser und Plätze knüpfte. Die Rokokozeit schaute damals noch
überall hervor. Da waren noch Gärten mit verschnittenen Taxushecken,
mit Buchsbaumpyramiden, mit steinernen Königen und Mohren, und ein
Bacchus hoch oben in einem solchen Garten, wo wir als Kinder geschwärmt
und gespielt, war mit seinen leuchtenden Gliedern sogar das Wahrzeichen
der Gegend für die Ulanen, wenn sie aus den fernen Wäldern den ersten
Blick in das Tal gewannen. Jetzt ist die Poesie verschwunden, und überall
hastet die kechke und unästhetische, aber Geld abwerfende Industrie mit
ihrem Rädergesumm und ihren rauchenden Schornsteinen; die fünfte Brücke
wird demnächst über die Saar gebaut (etzt schon die sechste), und das Tal
erstarrt in Waffen. Als ein Fremdling wandelte ich so auf alten Pfaden,
wehmütigen Gefühls.
Aber die alte Idylle ist nicht verloren; will man sie finden, so muß
man über den alten Exerzierplatz in das jenseitige Tal steigen, wo vor
25 Jahren (jetzt 40) die Schlacht tobte. Vor uns liegt das liebliche Tal
ruhig und still, durchschnitten von der nach Forbach führenden Landstraße.
Ungeführ mitten im Tale liegt einladend die zur Sommerfrische ganz
besonders zu empfehlende „Neue Bremme“. Es ist das die frühere „Folster