Full text : Vaterlandsliebe

endlich auf der höhe ein, durch Truppen des 40. und des 12. Regiments.
fAuch die Franzosen machten einen Vorstoß. Man sah sie in hellen Haufen
aus dem Walde hervorbrechen und über die Hochebene herabeilen. Doch
die Preußen hielten nicht nur Stand, sondern gewannen sogar noch Boden.
Doch wogte der Kampf vielfach hin und her, je nachdem das fortgesetzte
Auftreten frischer Truppen auf beiden Seiten hier oder dort Vorteile erringen
ließ. Die Deutschen machten allmählich immer mehr Fortschritte. Fran—
zösischer Seits wurden noch einmal zum Schluß neue Streitkräfte herbei—
gezogen und gegen sechs Uhr abends ein gewaltiger Vorstoß unternommen,
so daß der rechte preußische Flügel bei Stiering-Wendel noch einmal weichen
mußte. HAuf dem roten Berg hatte man auf unserer Seite den vergeblichen
Versuch gemacht, mit Kavallerie, die mühsam hinaufgeklettert war, etwas
zu erreichen.

Die Reiter mußten wieder hinab und auf dem abschüssigen Bergpfad,
an dem links eine steile Schlucht gähnt, absteigen und sich rechts an die
Felswand drücken, als sie Kirtillerie begegneten, die sich mühsam mit Auf—⸗
bietung aller Kräfte hinaufwand. Obwohl ein Geschütz in die Schlucht
stürzte, kamen die andern doch glücklich hinauf, und nun war die Sache
entschieden.

Die preußischen Granaten, mit gewohnter Sicherheit geschleudert, nötigten
den erschreckten und ermatteten Feind immer mehr zum Weichen. Das
hartnäckige, stundenlange Kingen wurde bei einbrechender Dunkelheit für
die Franzosen immer ungünstiger, sie mußten aus allen ihren Stellungen,
die bei Anfang der Schlacht so uneinnehmbar geschienen hatten, weichen.
Die um den vorspringenden roten Berg aufgestellten deutschen Batterien
wurden, wie mit einem gewaltigen Ruck, vorgeschoben, und der Kampf
auf der höhe und mit ihm die Schlacht war gegen Abend entschieden.
Der Feind, welcher außerdem fürchtete, hinter Forbach von der Division
Hlümer abgeschnitten zu werden, wich auf allen Linien zurück, und die
heranbrechende Nacht deckte seine eilige Flucht.
In der Ferne bei FSorbach vernahm man noch Kanonenschüsse. Stiering—
Wendel, aus dem im Dunkel die Flammen weithin sichtbar aufstiegen,
wurde genommen, und es griff sogar die 13. Division unter General
bon Glümer gegen Abend hinter Forbach in das Gefecht ein und entriß
den Franzosen den Kaninchenberg, eine das Tal hinter Forbach be—
herrschende Höhe.

So waren die Franzosen schließlich fast im Rücken gefaßt, und die
Nacht war ihnen ein willkommener Deckmantel für ihren Abzug. Die
blutige Schlacht war, wenn auch mit großen Opfern, für Deutschland ge—
wonnen, und die aufgehende Sonne des folgendes Sonntags beleuchtete auf
der blutgetränkten Wahlstatt nur das siegreiche preußische Heer.
            
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