und Baurat Ulrich Cloos, dem ich manche mündliche Mitteilungen ver—
danke, sowie sein Zwillingsbruder Arthur Cloos, beide Abiturienten im
Jahre 1870. Letzterer trat beim Ausbruch des Krieges freiwillig ins Heer
ein und starb später als Gymnasiallehrer in Frankfurt a. d. Oder.
lille diese Schülererlebnisse aus den verschiedensten Zeiten sind mit der
zeitgenössischen Geschichte zu einem einheitlichen Ganzen verschmolzen.
Das Buch, das die patriotische Gesinnung unserer Gymnasiasten früherer
Jahre“) bekundet, dürfte daher nicht nur eine stete Belebung der Vater—
landsliebe für unsere Jugend sein, sondern für alle eine Erinnerung an
jene große Zeit, die schneller im Bewußtsein der Mehrzahl der Zeitgenossen
zu erblassen beginnt, als es der Vaterlandsfreund erwartet und wünscht.
Es gibt jedoch kein besseres Gegenmittel gegen den bedenklich zunehmenden
Geist innerer Uneinigkeit und Parteitreibens, als die lebendige und ein—
dringende Erinnerung an diese erhebende und ruhmvolle Zeit der Wieder—
geburt der Größe Deutschlands. Die großen Taten des Jahres 1870,
neben der gleich unvergänglichen Zeit der Befreiungskriege, sollen für die
Nation den unversiegbaren Jungbrunnen bilden, der allein einem Nieder—⸗
gang der vaterländischen Gesinnung zu steuern und neue Lebenskräfte zu
spenden vermag. Möge das Werkchen als Jubiläumsgabe zur 40 jährigen
Wiederkehr des Jahres 1870 eine wohlwollende Aufnahme finden.
Bemerken möchte ich noch zum Schlusse, daß ich mich mit besonderer
Liebe der Bearbeitung dieses Werkchens gewidmet habe. Die Arbeit hat
manche Crinnerung an die Schwesterstädte mit ihrer schönen Umgebung in
mir wachgerufen. Waren es doch die besten Jahre meines Lebens, die ich
während einer dreißigjährigen Lehrtätigkeit in St. Johann-Saarbrücken
- der jetzigen Großstadt Saarbrücken — verlebt habe, und wenn auch die
schöne Bäderstadt, mein jetziges heim, manches an Naturschönheiten den
Saarstädten voraus haben mag, so wird sie doch nie im Stande sein, das
Bild der alten Heimat zu verwischen.
Baden-Baden, am TCage der vierzigjährigen Gedenkfeier der Schlacht
bei Spichern, den 6. August 1910.
Professor W. Glabbach.
*) Selbstverständlich haben die Schüler der durch Abzweigung aus dem Gymnasium hervorge⸗
gangenen Gewerbeschule (später Ugl. Oberrealschule) und die der Volksschule in den Saarstädten mit
den Gmmnasiasten zu allen Zeiten in Begeisterung und opfermutiger Vaterlandsliebe gewetteifert und
sind ihnen darin gewiß nicht nachgestanden.
Wenn daher hier auch in der Hauptsache nur Gymnasiasten zu Worte kommen, so werden sich
doch viele ehemalige Schüler der anderen Cehranstalten in diesen Berichten wie in einem Spiegel wieder⸗
finden und in stolzer Erinnerung ausrufen können: Und wir waren auch dabei!