Full text : Vaterlandsliebe

Fliegt auf und zu; den Kolben an die Wange
Der Franzmann führt und drückt das blindgeladne
Gewehr gen himmel ab mit spött'schem Lachen.
In Fechterstellung mit gespreizten Beinen
Zum Nahekampf das Chassepot drauf er fällt
Und stößt mit kühnem Ausfall in die Lüfte
Die Waffe, daß des Mantels Schöße flattern.
halb deutsch, französisch halb die Worte rollten
Ihm unaufhörlich von den wulst'gen Lippen:
„Un Prussen jedes Stoß; Messieurs, ick sak'
cCe Chassepot sein une arme, wie keine mehr,
Une arme, pour massacrer Prussiens verflixt.
Un coup, un Stoß, un coup, un Rnall,
Toujours Preiß tot, Preiß futsch, kaput.“
Stolz lächelnd drauf in einer nahen Kneipe
Der rotbehoste Prahlhans sich verlor.

Fünf Tage später traf den „held' ich wieder.
Am Morgen war es, nach der heißen Schlacht.
Am „roten Berge“ oben lag er still.
Blutunterlaufen das geduns'ne Antlitz,
Starrt blöd sein Aug' zum blauen himmel auf.
Das Käppi lag verloren ihm zu häupten,
Indeß die Linke in den Haaren krampfte;
Das Chassepot lag geöffnet ihm zur Rechten.
Den eine Preußenkugel sicher traf,
Der Prahlhans schlief hier seinen letzten Schlaf!

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Erinnerungen eines Saarbrücker Gymnafiasten
an den 2. bis 5. August 1870.
Interessant ist auch folgende Schilderung von herrn A. Waltzinger,
Kaufmann in Mainz. Prof. Karl Röchling war sein Mitschüler in Tertia.
Besonders spricht er mit Bewunderung von dem großartigen Talent, das
damals schon in dem jungen Rünstler schlummerte. „Die Zahl der Röch—
ling'schen Federzeichnungen“, schrieb er, „war schon in der Tertia eine große
gewesen, ich selbst besitze noch einen Spicherer Berg von ihm, dessen
Authentizität ich mir von ihm gewissermaßen bescheinigen ließ. Von diesem
Bild meines Klassenkameraden Röchling habe ich mich in all' den Jahren
nicht getrennt. Ebenso besitze ich die Porträtskizze unseres verehrten
            
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