Full text : Vaterlandsliebe

klassischen Zeit der Griechen und Römer zu stählen, deren höchster Grund⸗
satz in den Worten gipfelte: „Dulce et decorum est pro patria mori.“
Die Quellen, aus denen ich das Material für dieses Buch schöpfte,
sind also durchweg Beiträgen früherer Schüler des Gymnasiums entnommen,
deren Zuverlässigkeit keinen Augenblick angezweifelt werden kann.
Zu besonderem Dank verpflichtet bin ich zunächst Herrn Universitäts⸗
professor S. Brandt in heidelberg für seine freundliche Auskunft bezüglich
des Quellenmaterials, ferner herrn A. Brandt, Geheimer Oberbaurat und
Vortragender Rat im Ministerium für seine interessanten Mitteilungen aus
dem Schulleben im Jahre 1870. Weitere KAufzeichnungen über diese Zeit
stellte mir herr Professor Dr. Paul Brandt, Gymnasialoberlehrer in Bonn,
zur Verfügung, die sich in seinem von ihm herausgegebenen Schriftchen:
„Erinnerungen an meinen Vater“, dem bekannten langjährigen Direktor
der höheren Töchterschule in Saarbrücken, fanden. Vater Brandt war ein
tüchtiger Pädagoge, und, was noch mehr besagen will für die Erziehung
besonders bei Mädchen, eine edle, feinfühlende Natur.
Cin Bild echter vaterländischer Begeisterung seiner Gymnasialjahre aus
dem Ende der fünfziger Jahre hat der leider vor wenigen Jahren ver⸗
storbene Gymnasialdirektor Professor Dr. Fauth aus Hörter gezeichnet,
desgleichen hat er eine interessante Schilderung der Schlacht bei Spichern
gegeben, welcher er als Hugenzeuge beigewohnt hatte. Der Geheime
Medizinalrat herr Dr. med. Anacker aus Diedenhofen, einer der Abiturienten
des Gymnafiums, die unmittelbar nach dem schriftlichen Examen militärisch
einberufen wurden, hat mir sein Tagebuch, das er während des Feldzuges
geführt hat, überlassen, das mit wenig äünderungen in das Werkchen auf—
genommen wurde.
Der Verfasser gibt uns in demselben ein frisches, anschauliches Bild
von der großen Begeisterung, die damals alle deutschen Truppen beseelte.
Seine Schilderungen vom Kriegsschauplatz sind schlicht und einfach; Ent—
behrungen und Schwierigkeiten, mit denen unsere Truppen im Feindesland
zu kämpfen hatten, im Quartier, im Biwak, auf dem Marsche, wechseln
ab mit angenehmen Ruhetagen und Tagen des Überflusses. Der Verfasser
führt uns weniger in die heißen Kämpfe, sondern gibt uns mehr äußerst
fesselnde, vielfach humorvolle Bilder. Rurz, die CLeiden und Freuden eines
jungen Musketiers, der zum ersten Male in den Krieg zieht, sind auf's
vortrefflichste geschildert. Ferner finden sich in diesem Buche Schilderungen
von Erlebnissen aus den Augusttagen 1870, verfaßt von den herren
A. Waltzinger aus Mainz, Oberregierungssekretär R. Stork in Trier, J
Carl Richter, Prokurist auf der Quint bei Trier.
Noch zwei anderer herren sei hier gedacht, die der Tod schon im
blühenden Mannesalter dahingerafft hat. Es sind die Herren Regierungs⸗
            
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